Band 
Erster Band.
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Allgemeines.

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teilt die Rassen nach der Hautfarbe in Kaukasier, Mongolen, Neger,

Jndier und Malayen. Dieser Versuch ist der landläufigste geblieben.

Ein zweiter Versuch (Virchow, Lapouge) teilte die Menschen nach derSchädelform in Rundschädel (Brachhcephale) und Langschädel (Dolicho-cephale) mit zahlreichen Unterabteilungen; diese seit langem angenommeneSchädeltheorie, die vor allem in Nordeuropa die Langschädel den Ariern,die Rundschädel den Vor- und Nichtariern zuerteilen wollte, ist neuerdingswieder stark angefochten worden. — Ein dritter Versuch ist von derEinteilung nach Sprachen ausgegangen. Die vergleichende Sprachwissen- Zpr»ch-schaft (Bopp, W. v. Humboldt u. a.) hat hier Licht in das Dunkel »4-/getragen, jedoch ist dabei noch lange nicht das letzte Wort gesprochen """"und ein jedes Volk an der Stelle eingegliedert worden, an die es gehört.

Soweit gegenwärtig unser Blick zurückzureichen vermag, gelten folgendeHauptsätze für die Geschichte der älteren Kultur. Ursprünglich waren dieMenschen während der Eiszeit und kurz nach ihr, während der neolithischenZeit, sparsam über die ganze Erde verteilt. Ihr erster Hauptsitz mag dasinnere Asien gewesen sein; denn von dorther stammen die wilden Formenunserer Haustiere und Nutzpflanzen. Als Jägervölker zogen sie den wildenTieren zunächst der Diluvialepoche, dann der Alluvialzeit nach. Die ersterengingen unter, die zweiten gewöhnten sie sich an das Haus. Bei der zunehmen-den Fülle der Menschen und der Abnahme des jagdbaren Wildes ergab sich dieNotwendigkeit, für beständige Nahrungszusuhr zu sorgen. So wurden aus denJäger- und Fischervölkern die ersten Viehzüchter. Sie zogen zunächst nomadisierendherum, und dann wendeten sie sich, zuerst aushülssweise, dann vorzugsweisedem Ackerbau zu. Hierfür eigneten sich naturgemäß am meisten die großenund breiten Flußebenen, in denen sich zuerst größere Menschenmengen zu-sammenfanden, da hier die Bedingungen einer leichteren Lebensführung gegebenwaren. Die Jäger und Fischer zogen sich vor ihnen zugleich mit den Restender älteren Kultur mehr in die abgelegenen und schwer zugänglichen Gebirgs-gegenden zurück.

Solche große Kulturebenen kennt man sechs: zunächst die beiden breiten Erste Kui>Flußthäler der Hoangho und Jangtse/biang in Ostasien, dann dasfruchtbare Mesopotamien zwischen Euphrat und Tigris, drittens dasThal des Nil in Nordostafrika, viertens die südosteuropäische Tief-ebene, die von den Strömen Dnjepr, Don und Wolga mit ihren Neben-flüssen durchströmt wird und schließlich die Hochebenen von Mexiko in Nord-amerika und von Peru in Südamerika. Daneben mag es da und dort nochkleine Centren (z. B. in Nordindien) gegeben haben. Jedoch kommen für diehistorische Entwicklung nur die genannten in Betracht. Während in Mexikound Peru sich die Kulturen der Mayavölker und des Jnkareichs ent-wickelten, entstand in Ostasien das chinesische Reich, in Mesopotamien dieKultur der Babhlonier und Assyrer, d. h. der Semiten, am Nil die Kulturder Hamiten und in Südostrußlands breiten Ebenen die Kultur der Arier(Jndoeuropäer, Jndogermanen). Aus die Weltgeschichte haben die letzteren,und von ihnen vorzugsweise die Semiten und Arier, den maßgebenden Ein-fluß geübt.

Ob diese beiden Völkerstämme aus einer Wurzel stammen, wie die Sage von Art« undNoah und seinen Söhnen andeutet, steht dahin. Das ist gewiß, daß wir siein den ältesten Zeiten der neolithischen Periode schon auf der Wanderungfinden, und auch das ist beweisbar, daß sie eine vorarische oder vorsemitischeBevölkerung in sich aufgenommen haben (die Rundschädel Lapouges im Schwarz-wald, die Sumerier in Mesopotamien). Daß beide Völkerstämme sich, wennüberhaupt, in einer sehr frühen Periode getrennt haben müssen, geht aus demCharakter ihrer Sprachen hervor: die arischen Sprachen zeigen Flexion und