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Allgemeines.
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Umformung des Wortstamms: die semitischen Idiome kennen die letztere nurin sehr beschränktem Maße und helfen sich mit Prä- und Suffixen. Sie stellengewissermaßen eine mittlere Stufe dar zwischen der reich gegliederten arischenAusdrucksweise und den agglutinierenden (aneinanderleimenden) Sprachen,die die Worte mechanisch aneinanderfügen (Chinesisch, Japanisch und als merk-würdiger Rest das Baskische in den Pyrenäen, von dem man, wie vom aus-gestorbenen Iberischen und Etruskischen, vermuten könnte, daß es Sprachresteder Bevölkerung seien, die die Arier vor sich Hergetrieben haben).
Zweige Unter den Kulturccntren hat für den Europäer natürlich der südosteuropäischeder Arier höchste Interesse. Denn hier wohnten seine Vorfahren, die Arier (sanskr. arsa, Herr, griech.aristos). Mit zunehmender Bevölkerungszahl wanderten während ungezählter Jahrhundertedie Menschen von dort aus. 1. Ein Zweig wählte den Weg nach Osten und drang überden Kaukasus bis in die Thäler des Indus und Ganges vor, um dort die breiten Massender Hindubevölkerung zu bilden. 2. Eine zweite Abteilung besetzte, da die Tiefebenenschon in den Händen der Semiten waren, die ostwärts vom Tigris gelegenen Bergländcrund begründete den Stamm der Perser (Jranier). 3. Eine dritte unbedeutend gebliebeneAbteilung fand ihren Platz als Armenier, Kilikier und Westasiaten, auch sie in beständigemKamps mit vorarischen Völkerstämmen, die gewöhnlich als „unsicherer Herkunft" bezeichnetwerden. 4. Eine vierte Abteilung, die Wohl in den Anfängen der Bronzezeit aufbrach,waren die Kelten, die die Donau hinaufzogen, die Iberer und Ligurer vor sich Hertrieben undzunächst in Süd- und Westdeutschland saßen, dann aber vordrangen bis an den atlantischenOzean, ja sogar die britischen Inseln besetzten und in Spanien sich mit der Urbevölkerungvermischten. 5. Von ihnen sonderten sich die Gräkoitaliker, die zunächst lange Zeit,wie ihre Sprache zeigt, bei einander blieben, bis sie sich trennten; der eine Stamm besetzteGriechenland und nahm dessen Inselwelt ein, der andere überstieg die Alpen, trieb die vor-italischen Völker (Etrusker, Japhgen, Sikaner, Elymer) vor sich her, wie die Griechen dievorhellenischen Völker (Pelasger, Dolopen, Lelegcr u. s. w.) und nahm die Apenninhalbinselin Besitz. 6. Dann entstiegen der arischen Völkerwiege die Germanen, die ebenfallsdem Zug nach Westen folgten, wie die Kelten, bereits in historisch erkennbaren Zeiten bisan den Rhein gedrungen waren und sich dann anschickten, die alten Völkergrenzen zuübersteigen und nach Süden in Italien und Griechenland einzudringen. 7. Der letzte Sproßdes arischen Stammes waren die Slaven, denen die kleineren Gruppen der Littauer undLetten nahe stehen. Sie entwickelten sich zuerst nach Norden hin, wo sie die vorarischeBevölkerung der Finnen u. s. w. vor sich herschoben. Während der Völkerwanderungbegann auch bei ihnen der Zug nach Westen, der sie bis in das Saaleland führte, woKarl der Große und seine Nachfolger ihnen Einhalt geboten.
rr°itung°d°r Zahlreiche Wanderungen haben diese arischen Stämme, die manArier gewöhnlich Jndoeuropäer (oder Jndogermanen) nennt, über die ganzealte Welt verbreitet, und ihnen, wo sie hinkamen, den Herrscherplatz unterden Menschen gesichert; nur der kräftige semitische Stamm hat sich erfolg-reich neben ihnen zu behaupten, ja bisweilen sogar den Ariern seine Ge-dankensolgen auszuzwingen verstanden; vor allem geschah dies, wo es sichum Fragen religiöser Natur handelte, dann auch, wenn Handelsinteressenwichtiger Art in Frage kamen. Neben den Jndoeuropäern und denSemiten treten alle anderen Menschenrassen weit in den Hintergrund.Einen bestimmenden Einfluß auf den Gang der Weltgeschichte im eigent-lichen Sinne haben sie nur vorübergehend gehabt. Selbst der mongolischeStamm, der in China sein Hauptcentrum hat (8 9), hat über die Heimathinaus nur hin und wieder große Erschütterungen (Hunnen, Dschingis-chan) verbreitet, aber keine bleibenden Veränderungen hervorgerufen.
Gemein- Aus den Rasseverschiedenheiten kamen viele Gelehrte zu dem Schluß, daß jeder Erdteilstammung seine eigentümlichen Einwohner (Autochthoneu) habe, und darum die Lehre von der Ab-aller stammung der Menschen von einem Elternpaar unhaltbar sei. Andere wieder schlössen daraus,enschen stch aus der Übereinstimmung aller Menschenrassen in Knochen- und Gliederbau undaus der Fruchtbarkeit der Verbindung zwischen den verschiedenen Rassen (Mulatten, Mestizen,Halbblut) ergäbe, daß alle Rassen nur verschiedene Varietäten eines Grundtypus seien, unddie Abänderungen der Rassen sich durch Anpassung an die jeweilige Natur des Landes er-