Allgemeines.
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klärten. Eine vermittelnde Ansicht leugnete die Einheit der Abstammung, gab aber wenig-stens die Einheit der Art zu. — Die Frage wird sich nie entscheiden lassen: naturgeschichtlicheund sprachliche Merkmale führen uns auf gesonderte Wege. Während die erstere Betrachtungdes Einigende hervorhebt, wird die Sprachgeschichte stets nur dazu führen, uns die Vielheitdes Menschengeschlechts zu lehren.
Die wichtigsten der nichtarischen Sprachen sind: obsr^die
1. die semitische Sprachform, die von den Babhloniern, Assyrern, Syrern, Chal-nichtarWendüern (Kaldu), Phönikern, Jsraeliten, Arabern und Abessyniern (Geez, Amharisch) Sprachengesprochen wird; als Kultursprache breitet sich das Arabische immer weiter aus, vor allem
in Südasien und auf dem weiten afrikanischen Kontinent;
2. die nordafrikanischen Sprachen. Sie finden ihre älteste Form im Alt-ägyptischen, dessen Tochtersprache, das Koptische, nun ebenfalls ausgestorben ist. Zu ihnenrechnet man alle Sprachen des Randes von Nordafrika, soweit sie nicht von arabischen Idiomenüberwuchert sind, so das Libysche, d- h. die Sprache sämtlicher Berberstümme vom Meercs-ufer bis an den Rand der Wüste. Dazu gehörten in alten Zeiten die Sprachen derGuanchen (Wandschen) auf den kanarischen und azorischen Inseln. Ihre Südgrenze fanddiese Sprachfamilie an der Sahara und etwa am 10. nördlichen Breitengrad und umfaßtenoch die Somaliküste mit Sokotra.
3. Südlich schließen sich an sie die Negervölker an, die wieder in mehrere Unter-abteilungen zerfallen:
s.) die Mittel- und Westafrikanischen Sprachen. Zu ihnen gehören die Fulbe(Fellata, Tibbu) und die Sudanneger, die etwa vom 15" n. B. bis zum Äquator wohnen.
Ihr Hauptdialckt ist die Haussasprache, die am Oberlauf des Niger geredet wird;
b) die südafrikanischen Sprachen. Zu ihnen gehören die Dialekte der Bantu-neger. Ihr verbreitetster Dialekt ist das Suaheli, das besonders in Zanzibar und ander gegenüberliegenden Küste gesprochen wird. Zu diesen Sprachen gehört auch der Dialektder Kaffern, der als besonders wohlklingend geschildert wird, und das Idiom der Sakalaven,die auf der Nordwestküste von Madagaskar wohnen, während die übrigen Bewohner dergroßen Insel, die Howas, dem malayischen Sprachstamm angehören;
o) die Sprachen der Hottentotten (Buschmänner), die vielleicht mit den Dialektender Akka in Mittelasrika verwandt sind. Diese eigentümlichen, an Schnalzlauten reichenSprachen der gelbhüutigen Hottentottenvölker sind Wohl nur räumlich, nicht innerlich andie Negersprachen anzuschließen;
4. die mongolischen Sprachen, die wieder in eine Reihe Unterabteilungen zer-fallen:
s.) die Nordmongolen, die die größte räumliche Ausdehnung aller Sprachen besitzen.
Zu ihnen gehören die Lappen, Finnen, Magyaren, Osmancn, Turkmenen und Kirgisen (dieman gewöhnlich als die turanische Völkersamilie zusammenfaßt). Ferner die eigentlichenMongolen, unter denen die Mandschu hervorragen, nebst den Steppenvölkern der Samojeden,
Ostjaken, Tungusen und Jakuten;
b) die Südostmongolen, die sich aus den Chinesen, Tibetanern und den Bewohnernvon Annam, Siam und Birma zusammensetzen;
e) die Bewohner von Korea und von Japan;
ä) die arktischen Mongolen, zu denen die Eskimos, Tschechischen, Korjäken und Kamt-schadalen gehören;
5. die malayischen Sprachen, die ihren Hauptsitz aus den großen Sundainselnhaben (Dajaks), aber einerseits sich bis nach Madagaskar (Howas), andererseits über die zahl-losen Inseln des stillen Ozeans als Mikronesier und Polynesier (Maoris auf Neuseeland)ausdehnen
6. dieDravidasprachen im Innern Bengalens, ein ebensowenig fest bestimmterund deutlicher Begriff wie die
7. Sprache der Kaukasusvölker (Tscherkessm, Georgier, Jberier);
8. die australischen Sprachen, die wiederum zerfallen in die
u) eigentlich australischen Sprachen, die in Nord- und Westaustralien zu Hausesind, und
b) die Sprache der Papuas und Melanesier, die sich in größeren Mengen aufder Insel Neuguinea und den sich anreihenden Gruppen des Bismarckarchipels, der Salomon-,Neukaledonifchen und Fidschiinseln finden;
9. die indianischen Sprachen. Diese an Zahl der Einzeldialekte wohl am zahl-reichsten vertretene Sprachcngruppe scheidet sich in drei Abteilungen:
a) die Nordamerikanischen Sprachen, deren wichtigste Familie 1. die Algonkinen