Einleitung.
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birgsketten mit schneebedeckten Gipfeln, unter denen sich grüne Alpenweiden und schöneWälder von Eichen, Fichten und Platanen bis in die fruchtbaren Thäler niederziehen, ge-hören in Klein-Asien der Jda, Olympos, der metallreiche Sipylos, der Tmolos, Messögis u. a.Hauptflüsse sind: 1. zum Wassergebiet des schwarzen Meeres (Pontos Euxeinos): Phasis,Thermodon, Halys und Sangarios; 2. des Marmarameeres (Propontis): Rhyndäkos(Lucullus' Sieg über Mithradates 73 v- Chr.), Gramkos (Schlacht 334). Diese nordwärtsgewendeten Flüsse durchlaufen in der Mitte des Landes teils hohe felsige Gebfiete, teils ödeund baumlose Flächen, die von tief eingerissenen Schluchten und aneinander gedrängtenvulkanischen Berghaufen und Seen unterbrochen werden, endlich äußerst fruchtbare undüppige Senkungen, deren Klima hier und dort durch die vulkanische Natur des Bodens be-sonders erhitzt wird; 3. westlich zum ägüischen Meer gewendet: der Skamander, Hermosmit vielen Nebenflüssen, Kahstros, Mäandros. In ihnen sammeln sich die Gewässer, dievon den bis an das Meer heranreichenden Bergstusen Herabrinnen; 4. südwärts nach deminneren (lykischen) Meere: Zkanthos, Kestros, EurymSdon (Seeschlacht 465 v. Chr.), Kalykadnos(Friedrich Barbarossa h 1190), Kydnos (Alexander), Saros. — Die für die antike Geschichtein Frage kommenden Landschaften, deren Namen vor allem für die Römerzeit gelten, sind:
1. Die weit vorspringende Halbinsel Troas mit den Ruinenstätten von Troja und dem südlichdavon gelegenen Neu-Jlion, das unter makedonischer Herrschaft entstand. Die Ruinen Trojas,durch Schliemanns Ausgrabungen sorgfältig durchforscht, liegen auf und bei dem Hügel vonHissarlik. — Der Küstenrand der Halbinsel, wie überhaupt von ganz Kleinasien, war dichtvon Hellenen besiedelt (Z 70), im Innern wohnten wahrscheinlich Phrygier. 2. Mysien,zwischen dem Meerbusen von Adramyttion und Großphrygien gelegen, ein fruchtbares Landmit wohlbewässertem Ackerboden, breiten Wiesengründen und ergiebigen Waldungen. Die 'wichtigste Stadt war das halbgriechische Pergamon, späterhin die glanzvolle Residenzder Attaliden (Z 147), für Deutschland wichtig durch die erfolgreichen Ausgrabungen amTempel und Altar des Zeus (Gigantomachie). 3. Lydien, ein fruchtbares, sehr starkbevölkertesLand, in seinen östlichen Teilen felsig und vulkanisch, daher häufigen Erdbeben ausgesetzt.Das Volk war ursprünglich streitbar, so lange die angestammte Dynastie der Mermnadenherrschte. Seit deren Niederwerfung durch Kyros d. Ä. wurde das Volk weichlich und dielhdische Üppigkeit und Schweigern sprichwörtlich. Die griechischen Küstenstädte warenionische Ansiedelungen (ß 70). Im Innern lagen als halb barbarische Städte Sardesmit der hohen, auf steilen Felsen erbauten Burg, der Herrschersitz der lydischen Königeund dann der persischen Satrapen; Thyateira mit Purpnrfürbereien, Apollonia, Mag-nesia am Sipylos (Schlacht 190 v. Chr-). Unter Tiberins zerstörte ein Erdbeben diemeisten Städte. „Auf der Westküste mildert die Nähe des Meeres sowohl die Hitze desSommers als die Kälte des Winters, und die Vereinigung von Berg und Meer, vonGebirgsluft und Seewind, die Verbindungen, die der Hermos und Mäander ostwärts zumHochlande öffnen, während westwärts eine ruhige See zu der Menge der nahen Eilandehinüberführt, machen diese Küstenlandschaften des ägäischen Meeres zum bevorzugten Kultur-gebiet Kleinasiens." Unzählige Hafenbuchten unterbrechen die steile Küste, und vorliegendeInseln gewähren geräumige Reeden und Ankerplätze. 4. Karien, von einem rauhen,kriegerischen, durch Seeräuberei berüchtigten Volke vorarischer Abkunft bewohnt, das eineeidgenössische'Verfassung mit einer gemeinschaftlichen, am Bundestempel bei Stratonikeiaabgehaltenen Tagsatzung besaß. In dem Heldenzeitalter Griechenlands finden wir dieKarier als ein mächtiges Seefahrervolk; später von den Hellenen in das Binnenland ge-drängt, zogen sie es vor, als Söldner in fremde Kriegsdienste zu treten. Zu den be-deutendsten Städten gehörten: die von Marmor erbaute ehemalige Residenz der karischenKönige Mhläsa; ferner Magnesia am Mäander, Trolles, Aläbanda u. a. 5. Kabalienund Milhas, zwei kleinere Landschaften, vom Judos durchströmt, mit der HauptstadtCibhra; die Einwohner stellten ein Völkergemisch dar, in dem die Urbewohner, Semitenund Arier, sich vereinten. 6. Lhkien, ein von der Küste schnell ansteigendes Gebirgs-land, dessen Gestade von griechischen Kolonien bedeckt war (Patära, Myra, Phaselis, Tel-missos). Die Lhkier, die sich selbst Termilen nannten und wahrscheinlich Arier waren, lebtenin einer republikanischen Bundesverfassung, waren freiheitsliebend, kriegerisch und tapfer,aber wie ihre Nachbarn der Seeräuberei ergeben; ihre bedeutendste Stadt war Zkanthosim reizenden Thale des gleichnamigen Flusses. Sie dienten dem bogenbewehrten Licht-gott Lhkeivs, den die Griechen als Apvllvn bezeichneten, und verehrten die Frauen so sehr,daß die Söhne ihre Abkunft nach der Mutter bezeichneten. „Ihre kühn und schön gelegenenStadtburgen sind dicht umgeben von den Ruheplätzen der Toten, zu deren würdigem An-denken ganze Felsmassen in Gräberstraßen und Friedhöfe umgestaltet worden sind."
7. Pamphylien, ein gebirgiges, von wildströmenden Bergwassern durchschnittenes Land,Weber-Baldamus, Weltgeschichte. 21. Aufl. I. 2