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Erster Band.
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H 6.

Einleitung.

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gefürchtet ward. Die Pisidier, Kilikier und Lhkier bildeten als Söldner die besten Truppendes persischen Heeres den Kern der Armee Justinians, und sind heute noch die bestenSoldaten des türkischen Padischah.

II. Die Kaukasusländer, Sarmatia, Skythia. 1. Kolchis, das reiche Allu-vialland am Ostrande des Pontos Euxeinos, vom Phasis durchströmt und von den schwärz-lichen, kraushaarigen asiatischen Äthiopen bewohnt, die durch ihre Sitten (Beschneidung)Herodot auf die Vermutung brachten, daß sie von Ägypten durch Kolonisation hierhergebrachtseien. Das Land war reich an Hanf, Flachs (Leinweberei), Schiffsbauholz, Honig und Wachs;die wichtigsten Städte waren Dioskurias (später Sebastopolis), Phasis u. a. Von Phasisaus führte die uralte indische Handelsstraße, der auch die heutige Kaukasusbahn Poti-Bakufolgt, über das Gebirge in das obere Thal des Kyros (Kura) nach 2. Jberien, einemreichen Lande mit wohl iranischer Bevölkerung, die sich in vier Kasten teilte, und 3. Al-banien; dies ward von einem im Bogenschießen geübten turanischen Volke bewohnt, das,in zwölf Stämme geteilt, sich zu einem Ganzen geeint hatte (Feldzug des Pompejus nachArmenien). 4- Die Steppen zwischen Tanais (Don) und Rha (Wolga), wurden von denalten Geographen zu Asien gerechnet und als asiatisches Sarmatien bezeichnet.Verschiedene barbarische Völker, denen man den Sammelnamen Sauromaten (Sarmaten)gab, bewohnten sie und traten schon früh (eine Handelsstraße führte schon seit undenklichenZeiten den Don und die Wolga hinauf bis zur Ostsee) mit den Hellenen in Handels-verbindung. Diese hatten hier die Pflanzstätte Pityus (Poti), Phanagoria, Tanais (Asow),Pantikapaion (Kertsch), Theodosia (Feodosia) u. a- gegründet und tauschten gegen dasRauchwerk und die Sklaven der Barbaren Wein und Jndustrieartikel aus. Die Haupt-beschäftigung jener Völker war die Jagd, nebenher ging ausgedehnte Viehzucht. DasLand selbst galt für wildreich und war schon im Altertum seiner Pferde wegen berühmt.L. Die großen, teils aus Gebirgsgegenden, teils aus Steppen und Grasebenen bestehendenund von den Flüssen Oxus (Amudarja) und Jaxartes (Syrdarja) durchschnittenen Länder-strecken ostwärts vom kaspischen Meere waren von wilden Nomadenvölkern, Skythen, be-wohnt, die in Zelten oder bedeckten Wagen wohnten, als Reiter und Bogenschützen in denKampf zogen und aus der abgezogenen Haut der erschlagenen Feinde Pferdegeschirr, ausLeren Schädeln Trinkgefäße bereiteten. Sie standen unter einzelnen Stammhäuptern, denen.ein König mit der unumschränktesten Gewalt übergeordnet war. Die Kriegsgefangenenwurden geblendet und zum Melken und Warten der Herden gebraucht; wer nicht wenigstenseinen Feind erschlagen hatte, durste bei Gelagen nicht aus dem im Kreise umgehendenGhrenbecher trinken. Die wilden, streitlustigen Massageten, Saken u. a. wurden zuihnen gerechnet. Der Oxus und das kaspische Meer vermittelten die Verbindung zwischendem östlichen und westlichen Asien. Die Waren gingen die (heute von der Bahn begleitete)alte Straße entlang von Phasis (Poti) im Phasisthal auswärts, von da über dasGebirge und dann im Kyrosthal abwärts bis an das kaspische Meer. Jenseits diesesgingen sie weiter bis an den Jaxartes und in dessen Thale aufwärts entweder über dasPamirplateau oder über einen Gletscherpaß bis an die Südabhänge des Thian-schan (Ten-gritau, skythischer Jmaos), dann diese entlang quer durch dre Wüste Gobi bis zu denOuellgebirgen (serischer Emodos) des Hoangho und schließlich, dessen Oberlauf folgend, indas erst seit der römischen Kaiserzeit bekannt gewordene

III. Serika. Dieses den Alten (freilich nur durch mittelbare Kunde) bekannte Land,das seinen Namen von dem Hauptaussuhrartikel, der Seide, erhielt, wird wohl mit Rechtmit dem heutigen China gleichgesetzt. Seine Hauptstadt war Sera, das heutige Si-ngan-fu, wie die genauen Angaben über die obengenannte „Oststraße" lehren. DieseStraße war ein vielbegangener Völkerweg, den schon im 1. Jahrh. n. Chr. chinesische Feld-herrn einschlugen, um bis an das kaspische Meer zu gelangen (ß 8), und umgekehrte indischePriester zogen, um den Buddhismus in China zu verbreiten (Z 9, 16).

IV. Indien. Dessen westlicher Teil, Vorderindien, setzt sich in seiner Hauptmasseaus zwei Dreiecken zusammen, von denen das nördliche durch den Lauf des Indus undGanges begrenzt wird (das eigentliche Hindustan) und dem sich im Süden die HalbinselDckhan angliedert. Gegen das nördliche Festland, den eigentlichen Kontinent von Asien,wird es durch himmelhohe Gebirge abgeschlossen, deren Hauptkette der etwa 400 Meilenlange Himalaya mit dem höchsten bis jetzt bekannten Gipfel der Erde, dem Gaurisankar(Mt. Everest, 8840 in) bildet. Nach Süden zu öffnet es sich dem Ozean und zeigt eineglückliche Mischung von kontinentalen und maritimen Eigentümlichkeiten. Es bildet einengeographisch und klimatisch für sich abgeschlossenen Kontinent, der darum auch vonder Natur zu einer besonderen Entwicklung seiner Geschichte und seines Kulturlebensbestimmt erscheint. Schon im Altertum war es das vielbegehrte Ziel weiter See-