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Erster Band.
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Erstes Kapitel: Die Chinesen.

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Pflanzenschmuck. Dieser nördliche Buddhismus (Manayana) unterscheidet sichjedoch nicht unwesentlich von dem in Indien üblichen und ist eine demChristentum sehr ähnliche deistische Religion, die z. B. die Unsterblichkeit derSeele, die Vergeltung im Jenseits und die alleinseligmachende Kraft desGlaubens lehrt.

§ 1V. Staatsverfassung und Kultur Chinas. Das chinesische Reich und Chara»°rVolk hat das Ansehen einer in geordneten Staatsformen sich bewegenden, mit chinesische»hoher äußerer Bildung ausgerüsteten Nation; aber diese Bildung streift nur ^urdie Oberfläche und ist, da sie nicht als das Resultat innerer Schöpferkraftund geistiger Regsamkeit, sondern nur als die Folge langjähriger äußererÜbung und mechanischen Lernens gelten kann, auf die übrige Welt außer Japanund Korea ohne maßgebenden Einfluß geblieben. Alles in China war und istdurch herkömmliche Gesetze und Gewohnheiten geordnet und geregelt; Freiheitund Selbstbestimmung, die Quelle aller echten Kultur, sind unbekannt. DieserMangel einer vorwärtsschreitenden Entwicklung beruht teils aus dem zähen,an dem Gewohnten und Überlieferten festhaltenden Charakter des Volkes, teilsrührt er daher, daß das Reich durch Gebirge, Meere und die hohe, meilen-lange chinesische Mauer von dem Verkehr mit anderen Nationen abge-schlossen wurde und allen Fremden der Zutritt in das Land hartnäckig versagtwar, teils hat er seinen Grund in der despotisch-patriarchalischen Regierungsweife.

Denn der mit unumschränkter Herrschergewalt ausgerüstete, als „Sohn desHimmels" und „geheiligter Herr" göttlich verehrte Kaiser und ein in neunRangstufen geteilter aristokratischer Gelehrtenstand (Mandarinen) haltendas mit großer Verachtung und Härte behandelte Volk bei dem Herkömm-lichen fest und entrücken ihm alles Neue. Da die Chinesen somit von denErfahrungen fremder Nationen keinen Gebrauch machen konnten, so bliebensie, trotz ihrer frühen Bekanntschaft mit der Sternkunde, mit Kompaß,Schießpulver und einer Art Bücherdruck, und trotz ihrer wunderbarenEmsigkeit und Thätigkeit doch hinter anderen Völkern in der Bildung zurück;selbst ihre Industrie und technische Fertigkeit kann sich mit der Gewerb-thätigkeit und dem Kunstfleiße der westlichen Kulturstaaten nicht messen, soberühmt sie auch von alters her in Weberei und Schnitzwerk, in derBereitung von seinem Porzellan, von Schreibpapier, Email u. dgl.waren. — Der Ackerbau, der unter der unmittelbaren Obhut des Kaiserssteht, so daß dieser ein bestimmtes Stück Land selbst bebaut und bepflügt, istdie älteste und angesehenste, durch die Vorschriften des Konfucius geheiligteBeschäftigung, und bildet das ordnende und sittigende Element im chinesischenStaats- und Volksleben. Die eroberten Länder wurden durch Einführungund Pflege des Ackerbaues aus friedlichem Wege enger an das chinesischeReich geknüpft, als es durch kriegerische Mittel möglich gewesen wäre. —

Neben dem Ackerbau, dessen Blüte sich in den weiten Getreide- und Reisfeldernund in den zahlreichen Gärten kund giebt, ist die Theekultur und dieSeidenbereitung der Stolz der Nation und die Quelle großer Einkünfte.

Wie der Kaiser als Schützer und Förderer des Ackerbaues gilt, so erfreut sich dieSeidenkultur der besonderen Fürsorge der Kaiserin. In der Bereitung vonSeidengeweben und Wollenzeugen gingen die Chinesen den übrigenVölkern voran.

Der Unterricht besteht meist in mechanischem Auswendiglernen der von unterrichtder Regierung vorgeschriebenen Schulbücher und befaßt sich, außer der Unter-weisung in den unentbehrlichsten Lehrgegenständen, besonders mit der Anleitungzur Sittlichkeit, zur bürgerlichen Tugend, zum Gehorsam gegen die Elternund den Kaiser, zur Beobachtung der Staatsgesetze und zu einem Leben derRuhe und Ordnung, frei von allen Extremen. Auf die Musik, die die Seeleharmonisch stimmt und die Leidenschaften beschwichtigt, wird großer Wertgelegt. Die Studien der Amtsleute und Richter sind genau vorgeschrieben und