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Drittes Kapitel: Das babylonisch-assyrische Reich.
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uneinigen, durch Thronstreitigkeiten getrennten Bewohner und rottete dieverhaßten Nachkommen Merodach-baladans bis auf den letzten Mann aus.
Von da zog er gegen die ungetreuen Vasallen am Westuser des Euphratund bezwäng sie nach hartnäckigem Widerstand. Dies alles erfahren wiraus einem zehnseitigen Thonprisma, aus dem er uns selbst von seinenHeldenthaten und Jagdzügen ausführlich Kunde giebt. Aber nicht nurals seinen eigenen Geschichtschreiber, auch als den großen Schirmherrnvon Kunst und Wissenschaft haben wir Assurbanipal bewundern lernen,seit seine fast unerschöpfliche Bibliothek aus dem Löwenzimmer seinesPalastes emporgestiegen ist. Ihm verdankt die Assyriologie und die Ge-schichte einen Schatz, für den wir seinem Sammeleifer und seinem wissenschaft-lichen Sinn nicht genug danken können.
tz 22. Verfall des assyrischen Reichs. Die letzten Jahre Assurbanipalsscheinen nicht so glücklich und erfolgreich gewesen zu sein, wie der Anfangseiner Regierung. Auch ihn traf der schnelle Wechsel von höchstem Glückund ungeheurem Elend, den wir schon öfter als das Schicksal des asiatischenGroßstaates bemerkten. Die Schwäche des assyrischen Reiches hat von jeherin seiner Nord- und Nordostgrenze gelegen. Deshalb hat sich auch immerAssyriens Politik dem Westen erst dann zugewendet, nachdem es ihm gelungenwar, sich an jenen bedrohten Grenzen einigermaßen Ruhe zu verschaffen. DieFeldzüge gegen die nördlichen Nachbarn hatten diese gründlich von Einfällenabgeschreckt, nur gegen Elam hatte das Kriegsglück immer geschwankt. Etwa einJahrhundert vor Assurbanipal hatten sich dort zwei politische Veränderungenvollzogen, die ihre ganze zerstörende Wirksamkeit gegen das assyrische Reicherst äußern konnten, als dieses durch die Bürgerkriege unter Assarhaddonund den Koalitionskampf gegen Assurbanipal in seinen Grundfesten er-schüttert war. Von Norden her drangen nämlich unaufhörlich gegendie reichen Südländer skythische Horden vor, deren Vorläufer die *schon erwähnten Kimmerier gewesen sein mögen. Diese hatten sich zu-nächst gegen das lydische Reich gewendet, waren aber zurückgeschlagenworden, und erst als ein zweiter unabsehbarer Zug in Vorderasien ein-drang, gelang es diesem „aus weiter Ferne vom äußersten Norden her-gekommenen Volke, dessen Sprache niemand versteht", alles, was sich ihnenwidersetzte, bis an die Grenzen Ägyptens, niederzutreten. Auch überAssyrien und Babylonien brauste dieser verheerende Sturm dahin. Einenernstlichen Widerstand fand er erst an dem neuentstandenen medi scheuReiche. Dieses an der Nordostgrenze Assyriens gelegene Reich, das deniranischen Mediern seinen Ursprung verdankt, hatte sich durch den Zu-sammenschluß vieler kleiner Gaue gebildet, die sich als ersten König denDejökes (8 53) zum Herrscher gesetzt hatten. Sein zweiter Nachfolger Kha- ^-«4?xares vermochte dem wilden Sturm der Skythen, die den Hunnen undMongolen ähnlich geschildert werden und in gleicher Weise wie sie über dieLänder dahinbransten, erfolgreich Einhalt zu gebieten. Dies brachtedem jungen Reiche Vorteil und schädigte die Assyrer aufs empfindlichste.
Denn durch die Ohnmacht gegenüber diesen Barbaren war der Glaube anAssyriens Unbesiegbarkeit verschwunden, und Assurbanipals schwache Nach-folger vermochten den Sieg nicht an ihre Fahnen zu fesseln. Als dahergar die Meder dem Südlande drohten und gegen Babylon heranzogen,entsandte Sarakos, der damalige assyrische Großherr, seinen FeldherrnNabopolassar, einen Chaldäer, um Babylon zu schirmen. Aber diesen