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Erstes Buch: Die morgenländischen Völker.
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empörte sich gegen seinen Herrn, schloß mit Khaxares einen Freundschafts-und Verwandtschaftsbund und wandte sich gegen Assyrien selbst. Der tödlicheHaß der Chaldäer gegen den verhaßten Gegner ließ ihn den Punkt treffen,"Ninwes° Wo Assyrien am leichtesten zn verletzen war. Er wandte sich sofort gegenNinive und belagerte die Hauptstadt, bis es ihm gelang, durch eine vomTigris gerissene Bresche einzudringen; daraufhin suchte und fand Sarakosmit seinen Weibern und Schätzen in den Flammen den Tod. Furchtbarwütete das Schwert der so unendlich oft gedemütigten Chaldäer gegen denverhaßten Erbfeind. Nichts ward geschont, und als sie von dannen zogen,blieb nur eine ungeheure, von Brand und Leichen erfüllte Ruinenstättezurück, die noch zweihundert Jahre später des vorüberziehenden XenophonStaunen erregte und vom späteren Geschlecht als verflucht ängstlich gemiedenward. Auch bei den Propheten klingt die Erinnerung an den ungeheurenUntergang nach, wenn Zephanja sagt: „Das ist die fröhliche Stadt, die sosicher wohnete und sprach: Ich bins und keine mehr. Wie ist sie soworden, daß die Tiere drinnen wohnen? Und wer vorübergehet, pfeifetsie an und klappt mit der Hand über sie!" „Der Fall Ninive hat inder Geschichte seinesgleichen nicht. Nicht nur ein Reich ging zu Grunde,das noch vor kurzem ganz Vorderasien beherrscht hatte; das ganze Volkwurde vernichtet, so gründlich wie kein anderes Volk. Selbst die Zer-störung Karthagos traf nur eine Stadt, nicht eine ganze Nation. Esspricht sich in dieser Vergeltung klar und furchtbar der ungeheure Haßaus, der bei den Völkern Asiens gegen die verderbenbringenden Assyrerangesammelt war."
§ 23. Das neubabylonische (chaldäische) Reich. Im großen undganzen traten die Chaldäer die Erbschaft der Assyrer an. Sie hieltenungefähr die alten Grenzen fest, schmiegten sich in die schon vorgefundeneKultur und beteten zu denselben Göttern wie die Besiegten. Gegenüberden weichlichen Bewohnern Babylons zeichneten sie sich durch kriegerischenSinn aus, und wie früher die Scharen Assurs, waren jetzt die gewaltigenHeere Babylons der Schrecken ganz Vorderasiens. — Der erste Chal-p°N°r däersürst Nabopolassar, der Erbe der Politik Merodach-baladans, hatte« 25-604 üblich Ninive bezwungen, und von dem alten Assyrien waren ihm diegesamten Westprovinzen zugefallen. Jedoch nicht ohne harten Kampf ver-mochte er sie festzuhalten. Von neuem loderte nämlich die alte Eifersuchtempor, die zwischen dem Pharaonenstaate und den asiatischen Weltreichenschon seit Jahrhunderten geglimmt hatte. Psammetichs thatkräftiger SohnNecho II. (8 33) suchte bei dem Kampfe, der damals,um Ninive wütete,für sich das schon längst begehrte Syrien zu gewinnen. Deshalb brachSchlachten er 608 mit einem gewaltigen Heere auf, warf das Heer des Königs von^ «o« Juda, Iosia, der auf der Seite der Chaldäer stand, bei Megiddo über denHaufen und bemächtigte sich, da die Gegner zu viel mit sich selbst zuthun hatten, ohne Schwertstreich der Länder bis zum Euphrat. Erst nachdem Falle Ninives konnte sich Nabopolassar gegen ihn wenden. Da erd!A-kad- ^tbst erkrankt war, sandte er seinen Sohn Nebukadnezar (eig. Nebu-«os-561 kadrezar, vgl. die griechische Form Nabukodrossoros, „Nebo schütze dieGrenze") gegen Necho. Dieser erwartete das Chaldäerheer bei Karche-««» misch am Euphrat, und wieder kreuzten sich die Waffen um das seitso viel Jahrhunderten heiß umstrittene Vorderasien. Die Ägypter erlitteneine entscheidende Niederlage, und Nebukadnezar wollte, wie in Assar-