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Erster Band.
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H 23. Drittes Kapitel: Das babylonisch-assyrische Reich. 57

haddons Zeiten, die chaldäischen Waffen im Nil widerglänzen sehen. Darief ihn die Nachricht von des Vaters Tode zurück nach Babylon. OhneSchwierigkeiten bestieg er den Thron und regierte jahrelang in Frieden.

Nur spät erst regten sich die Könige von Juda und mußten ihren Frei-heitsdrang durch die Einnahme von Jerusalem büßen. Als König 5sssetzte Nebukadnezar den Zedekia ein, den einzigen des ganzen Fürsten-hauses, der in der alten Heimat bleiben durste. — Die Ägypter hattedie Niederlage bei Karchemisch so tief gedemütigt, daß sie unter Nechound seinem Sohne Psammetich II. nichts gegen Babylon zu unternehmenwagten. Erst als Hophra (§ 33) den Thron bestieg, begann wieder dieAngriffspolitik gegen das Chaldäerreich. Zedekia ließ sich, von Jeremiasvergeblich gewarnt, zu einem Bündnis gegen Nebukadnezar verleitenund leistete dem heraneilenden Großkönig Widerstand. Die Hilfe derÄgypter blieb aus, und fürchterliche Rache traf den abtrünnigen Fürsten.Geblendet starb er in den Kerkern Babylons, Jerusalem ward zerstörtund der letzte Rest des Volkes in die babylonische Gefangenschaft^SG--(Z 50) abgeführt. — Soviel die spärlichen Quellen erkennen lassen, hat sich fangensHastNebukadnezar auch gegen die aufrührerischen Vasallen strafend gewandtund die Ägypter für ihren Einfall gezüchtigt. Der Pharao Hophra wurde,als die Chaldäer nahten, abgesetzt, und an seine Stelle trat Amasis,der dann als Vasall der Babylonier regierte. — Auch in Kleinasien scheintNebukadnezar Einfluß gewonnen zu haben; dagegen ist das Verhältniszwischen Babylon und dem jungen Mederreiche noch ganz undeutlich.

Von Reibungen zwischen beiden hören wir nichts, Wohl aber sagt einealte Überlieferung, daß der König das von Persien nahende Unheilkommen sah und es seinen Landsleuten geweissagt haben soll. — Genauereswissen wir über des Königs Friedensthätigkeit. Unter ihm erstand hagrenals herrlichster Schmuck des Euphratthales die gewaltige Königsstadt d°s KönigsBabylon aus ihren Ruinen, schöner, als sie je gewesen war. Für seinemedische Gattin schuf er die hängenden Gärten, für seinen prachtvollenHofhält baute er am Ufer des Stromes einen herrlichen Palast, und umdie ganze Stadt uneinnehmbar zu machen, umgab er sie mit riesenhaftenMauern, die nur für das dnrchfließende Wasser Öffnungen darboten.

Auch das übrige Land beschenkte er mit den nützlichsten Anlagen, ver-besserte und erweiterte das Kanalsystem, schuf einen künstlichen See, umdie Bewässerung zu regulieren, und baute eine große Zahl von Tempelnaus, unter anderen auch den Nebotempel von Borsippa, der mit seinerAnlage Wohl den Anlaß zur Sage vom Turm zu Babel gegeben hat.Hochbetagt starb der große Fürst an einer Krankheit. Aus der alttesta-mentlichen Überlieferung gewinnt man kein günstiges Bild von ihm. Eserscheint jedoch sicher, daß wir von vielen Zügen der hebräischen Über-lieferung, z. B. seiner Geisteskrankheit und seiner Tyrannei, absehenmüssen. Die einheimischen und griechischen Quellen lassen ihn als einengroßen Kriegshelden und Friedefürsten erscheinen, nicht unähnlich demHammurabi, dem ersten Begründer des altbabylonischen Reichs. — NachNebukadnezars Tode brachen die Palastrevolutionen und Familienstreitig-keiten, die die orientalischen Staaten wie ein Fatum von den ältestenZeiten her begleiten, wieder aus, und nach einer sechsjährigen Frist wardas Königshans bis aus den letzten Sproß ausgerottet. Die Großen desHofes hoben nun einen aus ihrer Mitte, Nabuna-id (Nabonetos, „Nebo ^ss-sW^