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Erstes Buch: Die morgenlündischen Völker.
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ständiger Zweig sich von ihnen getrennt haben, — in Religionsbegriffen, inmanchen Kenntnissen (Meß- ,,und Sternkunde), Einrichtungen und Gebräuchenhaben die Ägypter so viele Ähnlichkeit mit einigen asiatischen Völkern, sowohlmit den semitischen Volksstämmen als mit den Indern, daß eine EinwirkungAsiens aus die Nilbewohner nicht wohl geleugnet werden kann. Diese Ein-wirkung kann indes nur in den ältesten Zeiten, ehe noch die Bildung und daseigentümliche Wesen Ägyptens sest begründet war, angenommen werden. Dennsowohl die Lage des von Gebirgen, Wüste und Meer begrenzten Landes alsder abgeschlossene, allem Fremden feindselige Volkscharakter widerstand aus-ländischen Einflüssen und Kulturen. Die Ägypter selbst hielten sich sürAutochthonen; sie erscheinen aus den Abbildungen mit rotbrauner Farbe undwerden unterschieden von drei anderen Menschenstämmen, den Amu (Syrern)mit semitischem Typus und fleischfarbigem Kolorit, den Nehesiu oder Negernund den Temchu, den Nordvölkern mit Heller Farbe und blondem Barte.
§ 28. Das alte Reich. Die Übergangszeit (um 3000 v. Chr.).
Die Ansänge des ägyptischen Staates sind in tiefes Dunkel gehüllt. Nurdas eine dürfen wir für gewiß annehmen, daß fich nach und nach in demNilthale eine ackerbautreibende Bevölkerung seßhaft machte, und daß dieersten Anfänge staatlichen Lebens sich in den sogenannten Nomen (Gauen)zeigten, deren Zahl hin und her schwankte. In diesen Nomen trateneinheimische Geschlechter an die Spitze des Volkes und bildeten so im Nil-thale eine größere Anzahl von Fürstentümern, die miteinander in ständigerFehde lagen. Städte bildeten in diesen Gauen bald den Mittelpunkt despolitischen Lebens, und aus ihnen ging dann das Bedürfnis nach einergrößeren Einigung des ganzen Landes hervor.
Das Reich Nach langen Kämpfen gelang es einem jener Teilkönige, sich ein hervorragendesMemphis Ansehen zu verschaffen und zuerst Unterügypten zu einem Ganzen zu vereinigen. Dies warMenes (Mena) aus This, einem Städtchen in der Nähe von Abydos in Oberägypten. Ergründete für sein neues Reich eine neue Hauptstadt, dort wo der Nil aus seinem engen Thaleheraustritt und dieses sich zu der fruchtbaren Niederung des Deltas erweitert. Nachdemdurch Dämme der Grund gesichert war, begann der Bau der Stadt, die den Namen Men-nefer (der gute Ort) empfing, einen Namen, den die Griechen in Memphis umformten.Ihren Ruinen, die nicht sehr bedeutend sind, liegt das heutige Kairo gegenüber. Ganzneuerdings ist durch Funde in Oberügypten die Geschichtlichkeit dieses Fürsten, der vorseiner Thronbesteigung Ehe hieß, sicher gestellt worden. Ja sogar das Grab des Mannes istbekannt. Die Civilisation, die aus den beigegebenen Fundstücken spricht, ist die der „neoli-thischen" Zeit (Z 1). Auffällig ist die Bestattung der Leichen in zusammengekauerter Stellung,die sich nicht bis über die vierte Dynastie hinaus erhalten zu haben scheint. Sonst aberenthalten diese Gräber lauter für Ägypten charakteristische Gegenstände, so daß wir schonvor Menes eine lange kulturelle Entwicklung ansetzen müssen. Alles andere, was überMenes berichtet wird, ist sagenhaft und erinnert an das, was andere Völker ihren erstenHerrschern zuschreiben. So soll er z. B- die Buchstaben erfunden, die Verehrung desApisstieres und des Krokodils eingeführt haben u. s. w. Denkmäler von ihm waren denÄgyptern selbst unbekannt, was auf ihn zurückgeführt wurde, war unecht, und die alter-tümliche Inschrift nur dazu bestimmt, den Gegenständen höheren Wert zu verleihen.
Das Reich Neben diesem Staate im Norden bestand ein zweiter in Oberägypten, dessen Haupt-
von Theben Theben war, und der das ganze Nilthal vom ersten Katarakt bis zum Fayum um-faßte. Als sein Schutzgott galt Horus, während als Herr des Nordens Set genanntwird. Beide Reiche haben zweifellos lange Zeit nebeneinander bestanden, aber jene Zeitensind für uns verschollen. Auch von der allmählichen Einigung des ganzen Staates weißunsre Überlieferung nichts. Es gewinnt aber den Anschein, als wenn sie von dem Südreichausgegangen sei, da in späteren Zeiten dieses in offiziellen Akten immer zuerst genanntwird. Auf König Menes folgen in unsern Listen noch 24 andere Herrscher, von denenkeine Inschriften erhalten sind. Doch lassen sich eine Anzahl Denkmäler jenen Zeitenzuweisen, zu denen vielleicht auch der riesenhafte, aus einem Felsen gehauene Sphinxvon Gizeh gehört.