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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

8 97.

Rundes- zinspflichtige Unterthanen. Die jährliche Steuer, die in fünf Steuer-bezirken eingehoben wurde, ward auf 460 Talente festgesetzt, ist aber bis zumpeloponnesifchen Kriege bis auf 600 gestiegen. Nach dem Verschwinden derPersergefahr suchten einzelne Staaten aus dem Bunde auszuscheiden, wurdenaber von den Athenern mit Gewalt unterworfen, entwaffnet und als athenischeUnterthanenländer von Athen aus verwaltet (Z 98, 99).

Kimon Nach dem Ostrakismos des Themistokles war Kimon, des MiltiadesSohn, der unbestrittene Regent. Er war ein spartanerfreundlicher Adligerund suchte die einmal begonnene demokratische Bewegung einzudämmen, ohneeinen wesentlichen Erfolg zu erzielen; die Demokratisierung Athens ging un-aufhaltsam weiter. Zwar machte er sich durch glückliche Unternehmungen zurSee um fein Vaterland verdient und gewann das Volk durch Leutseligkeit undFreigebigkeit; aber nur nach außen hin gelang es ihm, einige Erfolge zud?r Athener ^Zielen. Mehr ein Mann der That als des Wortes, vertrieb er die Perserin Thralien aus ihren letzten Besitzungen in Thrakien und eroberte die gold- und silber-reiche Küste am Ausfluß des Strymon, wo die Athener alsdann die blühendeHandelsstadt Amphipolis anlegten; er unterwarf die Insel Skyros, ver-46? teilte das Land in Losen an athenische Kolonisten (Kleruchen) und ließ dieGebeine des Thefeus, der dort seinen Tod und sein Grab gefunden habensollte, in feierlichem Zuge nach Athen bringen.

Eurhmedon Als Mottensichrer besiegte er am Flusse Eurymedonin Pamphylientss das Landheer und die Flotte der Perser. Diese glänzende Doppelschlachtmachte dem Kriege gegen das persische Reich vorläufig ein Ende. Jedochnannter ist der Abschluß eines wirklichen Vertrags, des sogenannten „KimonischenKiEisch-rFriedens", der alle griechischen Staaten von der persischen Herrschaft be-freit haben soll, mit guten Gründen bestritten worden; die beiderseitigeEinstellung der Feindseligkeiten führte thatsächlich einen Friedenszustandherbei, während dessen in den griechischen Gewässern kein persisches Kriegs-schiff erschien und die ionischen Bundesgenossen keinen Zins nach Persienentrichteten.

r°mäms 8 97. Wirtschaftliche und politische Gegensätze. Die Grundlage47g-43i des politischen Aufschwungs der Athener in dieser Periode, die mangewöhnlich die der fünfzig Jahre (Pentekontaetie) nennt, unddie ihren Höhepunkt in dem Zeitalter des Perikles fand, ist sein wirt-schaftliches Ausblühen gewesen. Denn die Schlachten bei Salamis undHimera hatten nicht nur die Perser zurückgetrieben, sie hatten auch demphönikischen Handel im Osten und Westen einen Schlag versetzt, von demer sich nicht wieder erholt hat. Damit war Athens wichtigster Gegner-aus seinem Handelsgebiet beseitigt. Die kleinasiatischen Griechen gelangtenniemals wieder zu dem alten Wohlstand, da ihrem Handel das persischeHinterland verschlossen war; darum haben sie sich auch später gern wiederan die Perser angeschlossen. Auch für die europäischen Griechen hörte derHandel mit dem Orient fast gänzlich auf; dagegen blühte der Verkehrnach dem Westen, der neu erschlossen ward, und nach den Ländern amPontos um so fröhlicher empor. Und dieser Verkehr gelangte, vor allemdurch die weitausschauende Politik des Themistokles immer mehr in dieHände Athens, das in dem neu angelegten Hafen des Piräus einen über-mächtigen Konkurrenten für den Handel von Korinth und Ägina schuf.der"attischen Zugleich mit dem Handel blühte auch die Industrie empor. Die Be-Jndustris völkerung Athens war, selbst nach mäßigen Schätzungen, in 30 Jahren aufdas Fünffache gewachsen. Außer der natürlichen Bevölkerungszunahme warenzahlreiche Schutzbürger (Metöken) zugezogen, die in Athen leichte und lohnende