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Erster Band.
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Z 97. Drittes Kapitel: Von den Perferkriegen bis zum Tode des Epaminondas. 213

Arbeit fanden; außerdem gestattete der wachsende Reichtum der Stadt zahlreicheArbeitssklaven zu halten, die in den Häfen und Fabriken thätig waren.

Schon früh hatten sich die dichtbesiedelten griechischen Industriestaaten (diedamals etwa 3 Millionen Einwohner zählen mochten, weit mehr als dasheutige Königreich) daran gewöhnt, ihren Nahrungsbedarf von auswärts ein-zuführen und mit ihren Jndustrieerzeugnissen dafür zu zahlen. Die einheimischeLandwirtschaft konnte den Bedarf nicht decken, weil sie eine zu primitiveArt des Betriebs hatte und an Menge der Bodenprodukte nicht entfernt dasschaffen konnte, was gebraucht ward. Der Rückgang der ältheimischen Land-^Anschenwirtschaft war unvermeidlich, obwohl die reichen Grundbesitzer dies aus alle Landwirt-Weise zu hindern suchten. Schon früh muß dieser Zustand eingetreten sein;das lehren die Versuche aller Gesetzgeber, die Landwirtschaft zu schützen, undnicht zum wenigsten der des Solon, der den Vollbesitz des Bürgerrechts andie Bewirtschaftung eines bestimmten Landguts von mäßiger Ausdehnungknüpfte und der Latifundienbildung energisch entgegentrat. Aber der Gangdieses wirtschaftlichen Prozesses ließ sich dadurch nicht aufhalten. Das billige„pontische Getreide" der unerschöpflichen Ebenen Südrußlands und die freieEin- und Ausfuhr aus Ägypten brachten einen solchen Preissturz der ver-schiedenen Getreidearten hervor, daß die attische Getreide- und Naturalien-wirtschaft fast ganz aufhörte (das geht daraus hervor, daß die Würde derPentakosiomedimnen schon 478 auf einen bestimmten jährlichen Geldgewinngesetzt ward) oder sich mit dem Anbau besonders feiner und teurer Produkte(z. B. des Ö ls und Weins) befaßte. Die Bevölkerung, die sich bis dahin mit RückwirkungLandwirtschaft beschäftigt hatte, zog in die Städte, die schnell aus Land- griechisch/zu Großstädten wuchsen, und fand dort Beschäftigung, die ihr ausreichenden St-atsnLohn gewährte. So geschah es in Korinth, Ägina, Megara, vor allem aberin Athen.

Dies alles schärfte die politischen Gegensätze zwischen den griechischenStaaten. Der delische Seebund hat nicht nur die gesamten See-s» dmLand-kräste Griechenlands zusammengefaßt, um sich der Persernot zu erwehren, stauten derer hatte noch weitertragende Folgen, die bei der Gründung des Bundesam wenigsten beabsichtigt oder auch nur berücksichtigt worden waren.

Er wurde aus dem Defensivbündnis gegen den äußeren Feind zu einemOffen sivbündnis gegen die landwirtschafttreibendenSchwesterstaaten; an deren Spitze stand Sparta, an das sich naturgemäßalle anderen Länder der Peloponnes, selbst Argos, anschlössen, weil ihrWohlstand aus dem Ertrag ihres Ackers ruhte, und dem auch, trotz tieferinnerer Abneigung, die anderen Ackerbaustaaten beitreten mußten, z. B.

Böotien und Thessalien, da es sich um ihre wirtschaftliche Existenz han-delte. Sie waren darauf angewiesen, für die Ausfuhr zu produzieren,und ihr natürlicher Abnehmer war bis dahin der aus die See und denJndustriefleiß hingewiesene ionische und attische Nachbar gewesen, der vonihnen das Getreide hatte nehmen müssen. Das war die goldene Zeit dergriechischen Landwirtschaft gewesen, und trotz allen Fleißes hatten sichAthen und die Inseln nur schwer aus ihrer Armut zu erheben vermocht.

Seit der Besetzung der thrakischeu Chersones und von Bhzanz, der Weg-nahme der Inseln Samothrake, Lemnos und Jmbros, die Athen zur Be-herrscherin der pontischen Getreidestraße machte, und seit der Kolonisationvon Amphipolis, das das reiche Uferland des Strhmon erschloß, war 43?das jedoch gelungen, und im delischen Bunde waren die Handelsinteressenebenso sehr in der einen Hand von Athen vereinigte, wie hundert Jahrevorher Sparta es verstanden hatte, die Interessen der Landwirtschaft und der