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Erster Band.
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H 99. Drittes Kapitel: Bon den Perserkriegen bis zum Tode des Epaminondas. 217

Stadt Kittion der Tod. Sein Unterfeldherr stieß kurze Zeit darauf bei Salamis mikSLlacht beider persischen Flotte zusammen und gewann einen entscheidenden Sieg. Dann kehrte er nach 'mehreren glücklichen Gefechten in die Heimat zurück, die Asche des Feldherrn mit sich führend.

Kimon hatte das Glück, daß er bei seinem Tode seine Vaterstadt auf Perm-sdem Gipfel der Macht und Größe sah. Nach ihm nahm Perikles dasStaatsruder in seine feste Hand und erhielt den Friedenszustand mitPersien aufrecht. Von dem delischen Bunde standen nur noch die dreiInselstaaten Chios, Lesbos und Samos zu Athen in dem alten Verhältnisfreier und selbständiger Bundesgenossen, die anderen waren sämtlich zins-Pflichtige Unterthanen der seebeherrschenden Stadt geworden, die nun überKrieg und Frieden aus eigener Machtvollkommenheit entschied, die Rechts-händel der Bundesgenossen in Athen verhandeln ließ und die Bundessteuernerhöhte. Geschützt durch Mauern und Bollwerke, im Besitz befestigterOrte in Achaja und aus der Ostküste der Peloponnes, umgeben von ab-hängigen Bundesstaaten, zur See ohne Nebenbuhler, schien Athen in seinerHerrschaft für immer gesichert. Aber die große Ausdehnung seiner Be-sitzungen trug den Keim des Verderbens in sich. Außerdem suchte die inAthen herrschende Demokratie überall die demokratische Verfassung einzu-führen, und das ging nicht ohne Gewalt ab; fast in allen Staaten bliebenaristokratische Minderheiten, der natürliche Herd athenfeindlicher Be-strebungen. Am stärksten war diese Aristokratenpartei in Theben, dassich nur widerwillig dem athenischen Joch gebeugt hatte. Als nach demKampfe vor Kypros sich die Verhältnisse zwischen Athen und Sparta wiederspannten, besetzten die thebanischen Verbannten Chäronea und Orchomenos.

Die Athener suchten den glimmenden Funken zu löschen; aber die Früchtealler ihrer Siege und Anstrengungen vernichtete die in der Schlacht^AU^"vonKoroneia erlittene Niederlage, wo der tapfere Feldherr Tolmides ^den Heldentod starb. Nunmehr geriet Böotien von neuem unter die Ober-herrschaft von Theben, wo die Aristokratie wieder zur Herrschaft gelangteund an ihren Widersachern blutige Vergeltung übte. Dann versuchtenMegara und Euböa von Athen abzufallen; zugleich bedrohte ein lake-gU"ddämonisches Heer unter König Pleistoanax die Grenzen von Attika. Da^°°^ ^gelang es dem klugen Perikles durch Bestechung des spartanischen Führersden Abschluß des perikleischen oder dreißigjährigen Friedens^N"herbeizuführen, in dem Athen, um Euböa zu retten, alle Punkte, die esan der Küste der Peloponnes innegehabt hatte, herausgab. Sparta undAthen verbürgten sich gegenseitig ihre Hegemonien, gestatteten denübrigen Staaten den freiwilligen Anschluß an den einen oder andern Bundund sicherten einander freien Verkehr und Handel in Markt und Hasen.

So ging die panhelleuische Konföderation der Perserkriege in einen ver-tragsmäßigen Dualismus über, der die nächsten Jahre vorgehalten hat.

§ 99. Der Sieg des Perikles über seine einheimischen Gegner.

Trotz des hohen Glanzes, der die nun folgenden vierzehn Jahre durch-flutet, war Athens Entwicklung schon über den Höhepunkt hinaus, undnicht ohne der Athener Schuld. Drückend lastete auf ihren Verbündetendas centralisierende System, das im delischen Seebunde Platz gegriffenhatte (Z 96). Nicht mehr Verbündete suchten bei dem starken Schwester-staate ihren Schutz, sondern zinspflichtige Unterthanen zahlten der strengenHerrin Tribut. So viele Versuche auch gemacht wurden, das Joch ab-zuschütteln, es war umsonst. Der Aufstand in Euböa, den Perikles