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Zweites Buch: Griechische Geschichte.
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unterdrückt hatte (Z 98), fand sein Ende damit, daß die Einwohner ver-trieben und attische Kleruchen in das Gebiet von Histiäa (Oreos) undChalkis verpflanzt wurden. Auch die drei letzten freien BundesgenossenAufstand versuchten der Reihe nach, sich von Athen los zu machen. Eine gering-sügige Grenzstreitigkeit führte zu dem gewaltigen Aus st and der Saurier,der zugleich eine oligarchische Reaktion aus ihrer Insel hervorrief. Sofortgriffen die Athener, unter deren Feldherren damals auch der DichterSophokles war, ein. Nach lange schwankendem Kriegsglück gelang es demPerikles, den samischen Führer Melissos (Z 90) einzuschließen, zurKapitulation zu nötigen und somit die große, reiche Insel zu unterwerfen. —Von den friedlichen Ereignissen der Zeit sind schon erwähnt (Z 96) die An-«7 legung der beiden großen Kolonien Amphipolis, das das Hinterlanddes Strhmon zu öffnen und Makedonien in die Interessensphäre Athens zuziehen bestimmt war, und Thurioi in Unteritalien, wo die Athener eben-falls festen Fuß zu fassen hofften, hier mit weniger Erfolg als in Thrakien,umtäebs'w Im Innern herrschte zwar die Demokratie, aber die kleine Partei derAthsn Oligarchen hat niemals aufgehört, an dieser Herrschaft zu rütteln. NachKimons Tode war ihr Führer Thukydides, des Melesias Sohn, einbefähigter Mann, der sich vor allem gegen die neue Finanzpolitik desPerikles wendete. Perikles hatte ausdrücklich erklärt, daß, wenn Athenden Verbündeten gegenüber seine Pflicht als Schutzherrin gethan habe,dung°dez diesen kein Recht betreffs der Tributüberschüsse zustande, und daß dieRundes- Athener diese nach eigenem Ermessen verwenden dürften. Aus diesen aberhatte Perikles, nach Bildung einer starken Schatzreserve, die Mittel ent-nommen, die für die herrliche Ausschmückung und Befestigung der Stadtnötig waren, und sich dadurch die größte Popularität erworben. Thuky-dides wollte diese Gelder zu Angriffskämpsen gegen die Perser verwendetsehen und betonte diese Meinung so, daß schließlich nur noch das Mittel^de^Men-'^s Ostrakismos übrig blieb. Thukydides mußte weichen, und von da anfias S°hn ist, tiwp mancher äußeren Mißerfolge (z. B. des merkwürdigen Versuchs,alle griechischen Staaten in einem Kongreß zu einer Nation zu verschmelzen)und der sich mehrenden drohenden Zeichen eines Konflikts, Perikles dererste Mann des Staates geblieben. Erst in seinen späteren Jahren hattePerikles unter dem Neide und der Verleumdungssucht seiner Gegner zuleiden. Nur mit Mühe vermochte er seine Hausgenossin Aspasia von derAnklage wegen Vergehens gegen den Volksglauben und gegen Sitte und Ehr-barkeit zu befreien; und als schon der pelopounesische Krieg vor der Thürestand, suchte die aristokratische Partei nochmals den großen Staatsmann zustürzen, indem sie die Forderung der lakedämonischen Gesandten auf Aus-weisung des fluchbeladenen (A 78) Alkmeonidengeschlechts, dem Periklesvon mütterlicher Seite angehörte, unter der Hand unterstützte und begünstigte.
8 100. Das perikleische Zeitalter. Gewaltig war der Umschwung, denPerikles in allen Einrichtungen seiner Vaterstadt hervorbrachte. In Ver-Are°pag°s bindung mit Ephialtes hatte er, wie erwähnt (8 96), den Areopag seinerpolitischen Macht entkleidet und in einen bloßen Gerichtshof von be-schränktem Geschäftskreis verwandelt. Durch die aus seinen Antrag ge-troffene Einrichtung, daß jeder athenische Bürger, wenn er zu Gerichtsitze oder in der Volksversammlung anwesend sei oder in der ArmeeAhwngsn auf der Flotte diene, einen Sold von drei Obolen täglich erhalte,und durch freigebige Spenden an die dürftige Menge gewann er die Volks-