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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

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als die schönste und glücklichste Periode der griechischen Geschichte gepriesen,denn innere Größe war mit Einfachheit der Sitten und geistige Bildungmit Kraft und Bürgertugend verbunden, und ein kühner, vorwärtsdrängender Geist ließ die hie. und da beginnende Verweichlichung nichtaufkommen. Den höchsten Ruhmesglanz jener Zeit aber machte es aus,daß in ihr die griechische Kunst in Wort und Bild eine Vollendungerreichte, die uns noch heute mit Bewunderung erfüllt.

Drama ß 101. Die klassische Zeit der dramatischen Poesie. In der perikleischenZeit kam die letzte Dichtungsart, das Drama, zur Vollendung. Ihr Ursprungsührt auf den religiösen Kultus des Dionysos zurück, bei dem man anfangsdie begeisterten lyrischen Gesänge (Dithyramben) zu Ehren des Gottes mitTanz und Gebärden verband, bis man allmählich zur Darstellung des Inhaltsdieser Gesänge mittelst Rede und Handlung überging. — Das Schauspielblieb immer ein wesentlicher Bestandteil des dionysischen Religionskultus;daher stand das Theaterwesen unter dem Schutze des Staates und wurde vondem zweiten Archonten überwacht. Die herrlichen, von Säulenhallen um-gebenen Theater, die mit der zunehmenden Kunstbildung in Athen undallen griechischen Städten errichtet wurden, trugen neben der scenischen Prachtbei der Vorstellung nicht wenig zur Hebung der dramatischen Kunst bei.Reiche Bürger konnten sich bei dem athenischen Volke durch nichts mehr inGunst setzen, als wenn sie die zur glänzenden Aufführung (Choregie) einesdramatischen Kunstwerkes erforderlichen Kosten übernahmen. Daher wetteifertendie Phylen nicht minder als die Dichter um den Preis. Gedenktafeln verkündetenden Namen des siegenden Dichters und der Phyle, die den Chor gestellt hatte.

Chor Die der dramatischen Dichtung der Griechen eigentümlichen Chorgesängebeweisen deren Entstehung aus der lyrischen Poesie. Anfangs bestand derChor aus 50, später aus 12 oder 15 um einen Chorführer (Koryphaios,Choregös) gescharten Personen, welche bald in der Rolle von Dolksältestenund Königsräten, bald als Hausgenossen, Freunde, oder zufällig der Handlungbeiwohnende Personen durch rhythmische, mehr gesprochene als gesungene, abervon der Musik begleitete Rede die Eindrücke aussprachen, welche die vor ihrenAugen sich abwickelnde Begebenheit bei den Nichtbeteiligten erregte. Ohneals handelnde Person in den Gang des eigentlichen Dramas einzugreifen,spricht der Chor teils während des Spiels, teils während der Zwischenaktemit leidenschaftsloser Ruhe seine inneren Empfindungen in der Formdes Rates, des Trostes, der Beruhigung, der Ermahnung, der Warnung aus.Er ist also „als der personifizierte Gedanke über die dargestellte Handlung,als der idealisierte Zuschauer" anzusehen. Besonders in den lyrischenPartien verläßt er den engen Kreis der Handlung, um sich über Vergangenesund Künftiges, über ferne Zeiten und Völker, über das Menschliche überhauptzu verbreiten, um die großen Resultate des Lebens zu ziehen und die Lehren«nhetten der Weisheit zum Ausdruck zu bringen. — Eigentümlich sind der griechischenTragödie die sogenannten drei Einheiten, der Zeit, des Orts und der Hand-lung. Da der Plan der Tragödie „in der zwingenden Einheit von Ursachenund Folgen" lag und ihre Aufgabe war, „eine durch Zeit und Ort begrenzteHandlung sittlich tüchtiger Personen als den Ausdruck eines großen mensch-lichen Lebens darzustellen", so mußten sich Zeit und Ort nach den Gesetzen derWahrscheinlichkeit richten; die beständige Gegenwart des Chores aber, diehöchst einfachen, feststehenden Dekorationen, sowie der Umstand, daß dasStück nicht in Akte geteilt war, machten es notwendig, daß die Handlung aufeinen kurzen Zeitraum beschränkt blieb, der nrcht mehr als die Dauer einesAusstattung 2üges umfaßte. Hinsichtlich des scenischen Apparats bestand die Eigen-tümlichkeit, daß die Schauspieler immer Masken, Schleppgewand undKothurne (hohe Schuhe) trugen.