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Zweites Buch: Griechische Geschichte.
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ausstatter (Choregos) suchte durch kostspielige Leistungen, die von den reichen Be-wohnern freiwillig oder nach einer gewissen Reihenfolge der Phylen übernommen wurden,der Gottheit seine Ehrfurcht zu beweisen, zugleich aber auch die Gunst des Volkes zu er-werben und sich berühmt zu machen; daher diente die Choregie dem Ehrgeiz zur breitenUnterlage. Richter, von den Phylen aus ihrer Mitte gewählt, erteilten den Preis, einenmit der heiligen Wollenbinde umflochtenen Epheukranz. Frauen dursten nicht mitspielen,lange Zeit nicht einmal zusehen.
1-. Komödie An den Dionysosdienst schloß sich auch das Kind der heitern Muse, dieKomödie, an. Sie ging zunächst aus volkstümlichen Schwanken und Neckereienhervor. Stegreiswitze und ständig wiederkehrende Figuren kennzeichneten dieersten Versuche, die einem gewissen Susarion zugeschrieben wurden. Dererste größere Komödiendichter, den wir kennen, ist Epicharmos aus Syrakus.In derselben Stadt wurde auch eine Abart der Komödie erfunden, der Mimos,dessen Hauptvertreter SoPhron war. Festen Boden und dauernde Heimstättefand die Komödie erst in Attika, wo ihr von den Archonten ein Chor zu-gestanden wurde. Es war ein tolles Fastnachtsspiel mit politisch-satirischerTendenz voll Geist und munterer Laune. Die ersten Komödiendichter tratenKomLdu kurz nach den Perserkriegen auf. Einen höhern Ton verlieh dieser Dichtungs-art Kratinos, ein geistreicher Mann voll sprudelnden Witzes. Neben ihm standEupölis (i 411), dessen politische Satire für besonders treffend und scharf galt.Eine Anzahl geringerer Geister, wie Pherekrates, Krates, Telekleides schloffensich an. Ihre höchste Blüte fand aber diese ganz eigenartige Schöpfung desattischen Geistes in Aristophanes, dem „ungezogenen Liebling der Musen".Während Euripides dem herrschenden Geschmack huldigt und der Lobredner allesBestehenden ist, überschüttet Aristophanes Personen und Verhältnisse mit Tadelund Spott und hält, durchdrungen von Rechts- und Wahrheitsgefühl, mitunparteiischem, vaterländischem Sinn den Gebrechen seiner Zeit die Tugendender früheren Geschlechter entgegen. Diese Freiheit der alten Komödie, dieSchwächen und Verkehrtheiten der Zeit an wirklichen Personen von Bedeutunganschaulich zu machen, ging mit der unumschränkten Demokratie unter. DaherMittlers bewegte sich die des Chors entbundene mittlere Komödie in dem engen° Kreis der Bürgerlichkeit, führte nur Personen von untergeordneter Bedeutungund ohne allzu kenntliche Bezeichnung vor und kehrte ihren satirischen Spottgegen die Zustände und Persönlichkeiten der jüngsten Vergangenheit, besondersder Litteratur und Kunst, bis zur Zeit Alexanders und seiner Nachfolger dieKomödie neuere Komödie aufkam, die ihre Stoffe aus dem Bereiche der Häuslichkeitund des Familienlebens nahm, sich die Schilderung von Sitten und Charak-teren zur Aufgabe machte, in Sprache und Vortrag sich an das wirklicheLeben anlehnte und ihre Handlungen auf Intriguen und Liebschaften aufbaute.Entstehung Die Komödie, die nicht wie die Tragödie mit dem öffentlichen Kultus in Wer-der Komodis stand, sondern sich frei aus den Trinkliedern und Scherzspielen bei den Dionhsien
(Bacchusfesten) entwickelte, nahm ihren Ursprung bei den dorischen Stämmen. Sie entstandzunächst aus dem Most- oder Hefen spiel der in Umzügen sich belustigenden Winzer(meist dienstbarer dorischer Landleute), die mit Schilf und Epheu bekränzt und mit Wein-hefe geschminkt ihren „weinseligen" Mutwillen in neckischen Reden, mimischen Tänzen (demKordax) und fröhlichen und rohen Gesängen ergossen, denen der possenreißende Stegreif-spieler oder Mimendichter irgend eine Handlung unterlegte, in der er einen lächerlichenCharakter darstellte oder jemand verspottete. Diese Gestalt hatte die Komödie in Megara;Sicilische einen kunstmäßigeren Charakter erhielt sie zuerst auf Sicilien durch Epicharmos ausKomödis ^ Syrakus wohnhaft (um 470) und Sophron (um450). Ihre Stücke gefielen wegen feiner
Beobachtung des menschlichen Treibens, das mit Gutmütigkeit und munterer Laune ge-schildert war, sowie wegen der darin verstreuten, mit praktischem Witz angebrachten all-Attische gemeinen Wahrheiten und Lebensregeln. — Nach den Perserkriegen fingen die Attiker an,omodis megarische Possenspiel in ein ihnen angemessenes Lustspiel umzuwandeln, wobei sie sichdie Vorarbeiten der Tragödie aneigneten. Nach den Anfängen des Magnes gab der mitphanes schöpferischer Kraft begabte Kratinos (fi 421) der Komödie einen höheren Schwung, bis450 —W 5 Aristophänes während und nach dem peloponnesischen Krieg sie der Vollendung zuführte.