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Erster Band.
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226 Zweites Buch: Griechische Geschichte. Z 102.

Athener wegen ihrer Habgier, Genußsucht und Prachtliebe und stellt ihnen die alteEinfachheit und Sittenstrenge als Muster auf.

Mittlere Mit dem Untergang der unumschränkten Demokratie horte die alte Komödie auf,° und als die Dreißig (Z 112) die persönlichen Angriffe auf der Bühne verboten, entstandeine neue Dichtungsform, die mittlere Komödie, die ohne Choregie war, weil niemandmehr die Kosten dafür tragen wollte. Diese auf den Dialog beschränkte Dichtung ohne Chor-gesänge und Parabasen machte die Thorheiten und Gebrechen der Menschen im allgemeinenoder einzelner Klassen und Stände zum Gegenstand ihres Spottes. Besonders hatten dieDichter und Schriftsteller des Tages und der entartete Zeitgeschmack ihren Angriffen stand-zuhalten. Dabei gab man in gehaltreichen Sprüchen und Süßen eine gesunde, den Ver-hältnissen der bestehenden Gesellschaft angemessene Lcbensphilosophie; aber die Phantasie warmatt, die mythologischen Erzählungen wurden im Geiste der herrschenden Aufklärung gedeutet,der satirische Stachel war ohne Schärfe. Der Form fehlte es nicht an Glätte und Eleganz, derDarstellung nicht an feinen Bildern und Gleichnissen; aber der Dialog war breit, und dieSchilderungen und Beschreibungen litten an übermäßiger Länge. Die bekanntesten DichterAntiphanesdixsxr Gattung find: Antiphänes aus Rhodos (384), dessen Witz und dramatisches Talent"" sich in der Vielseitigkeit seiner Stoffe bekundet und von dem man noch viele Fragmentebesitzt, Anaxandridas, ein heiterer und kluger Beobachter des Lebens, der zuerst Liebes-abenteuer behandelte, und Alexis aus Thurii.

Neuere^ Die neuere Komödie gehört zwar zeitlich schon zu der Poesie der alexandrinischen" Periode, hängt aber so innig mit der früheren Komödie zusammen, daß sie hier mit behandeltwerden muß. Sie fiel in die Zeit der Ohnmacht Griechenlands und des allgemeinen,auch sittlichen, Niederganges. Ihre Stärke fand sie deshalb nicht mehr in der Verspottungeinzelner Auswüchse (dazu fehlte ihr die sittliche Kraft), sondern in der künstlichenSchlingung des Knotens und in der Feinheit der Charakterzeichnung. Persönliche Ver-spottung, Parodie und politische Satire wurden beiseite gelassen; der Boden, auf dem mansich bewegt, ist das häusliche und, bürgerliche Leben, das die Dichter beobachteten. DenStoff liefern Familienverhältnisse, Liebeshändel, Ereignisse des täglichen Lebens, socialeZustände u. dgl.; ihre Vorzüge bestehen in Sittenschilderungen, wobei weniger diePhantasie als der beobachtende Verstand thätig erscheint. Die Erfindung ist etwas eintönig.Gewisse stehende Charaktere, listige Sklaven, lockende Buhlerinnen (Hetären), prahlerischeKriegsleute, verzogene Söhne und dergleichen kehren allenthalben wieder. — Der bekanntesteMenander Dichter der neueren Komödie ist Menander aus Athen (342—291), der in Schärfe der342—291 Beachtung, in Fülle der Erfindung, sowie in Gewandtheit der Aktion mit Recht als derMeister galt. Hierzu kam die Milde des Tones, die den philosophischen Denker verrät; inder Sittenmalerei besaß niemand unter seinen Zeitgenossen größere Sicherheit, und alleCharakteristik der neueren Komödie geht auf ihn zurück; er ist reich an Sprüchen undLebensregeln. Menander war das Vorbild des römischen Komödiendichters Terenz (Z 204),Philemon wie sein älterer Zeitgenosse Philemon (361—263?) mit seinem weniger geglätteten Volks-ton dem Plautus als Muster diente. Diphllos aus Sinope, der mit Menander undPhilemon in Athen wetteiferte, diente ebenfalls den lateinischen Dichtern als Vorlage; seineStärke lag besonders in der künstlichen Verwicklung der Handlung. Die Zahl der Stückeder neueren Komödie ist sehr groß gewesen, aber außer dürftigen Bruchstücken ist uns nichtserhalten.

§ 1V2. Die klassische Zeit der bildenden Kunst. Nach Beendigung derPerserkriege gelang es den Hellenen, den letzten Rest der orientalischen Einflüssezu beseitigen und rein nationale Gebilde zu schaffen. Das Härteste in derArbeit war in der vorigen Periode schon gethan; jetzt galt es zu ernten, wasjene gesäet hatte. Die Vollkommenheit der Denkmäler aus der nun beginnendengoldenen Zeit erklärt sich daraus, daß eine Reihe glänzender Talente auf-kamen, die das beneidenswerte Glück hatten, an den Herrschenden verständnis-volle Gönner zu finden, die mit nie erschöpften Händen zu spenden vermochten,i. Baukunst. Die Baukunst hatte zunächst der vorigen Periode den Tempelbau zudanken. Sie machte ihn schlanker und gefälliger und verwendete anstatt desParche»"» PgrossteinS das köstliche Material des Marmors. Der Parthenön auf derAkropolis stellt noch heute feinen herrlichsten Typus dar. Jktinos und Kalli-krates erbauten ihn aus pentelischem Marmor, und Pheidias schmückte ihn mitseinen Skulpturen. Neben dem Parthenon stand das Erechtheion, aus ver-schiedenen Gebäuden zusammengesetzt und den heimatlichen Göttern des Burg-