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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

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rühmlichen Gemälde aber befanden sich in Delphi, wo er in der Lesche (Ver-sammlungshalle) der Bürger die Zerstörung Jlions und die Unterwelt dar-stellte. Seine vielgepriesenen Gemälde hatten noch keine Perspektive und zeigteneine sriesartige Anordnung, waren aber wegen der naiven Lebendigkeit ihrerZeichnung weit berühmt. Die Perspektive erfand erst Agatharchos; Licht undSchatten gab Apollodoros aus Athen, löste die Gemälde von der Wandund schuf so das Tafelbild. Weit überstrahlt aber ward ihr Ruhm durch

m^ 4 vo Zeuxis aus Heraklea und Parrhasios aus Ephesos, in deren Preis die Altennicht müde wurden. Zeuxis schuf, wie das Volk erzählte, z. B. gemalte Trauben,die so täuschten, daß die Vögel an ihnen zu picken versuchten, und Parrhasios malteeinen Vorhang, den Zeuxis wegziehen wollte, um das eigentliche Gemälde zu sehen.

^g-wÄe° Der große Aufschwung in der Malerei übte seinen Einfluß auch auf dasKunstgewerbe aus, vor allem in der Kunsttöpferei, in der Athen seit denPerserkriegen Bewunderungswürdiges leistete. Seit dem Jahre 500 etwa trittder große Umschwung in der Vasenmalerei ein, daß man nicht mehr wie früherden schwarzen Firniß entfernte und nur die Figuren damit bedeckt stehen ließ,sondern daß man alles schwarz firnißte bis auf die Figuren, die den rotenGrundton der Vase zeigten (schwarz- und rotfigurige Vasen). Ähnliche Ein-flüsse finden wir auch in der Umwandlung der Tracht, die den steifenorientalischen Prunk fallen ließ und sich mit dem einfach gefälligen Gewändebegnügte. Ebenso geschah es in der Haartracht; die künstlichen orientali-sierenden Gebilde (Krobylos) verschwanden, und an ihre Stelle trat eine edleEinfachheit. Nur die Spartaner hielten am Altertümlichen fest. Überall gingAthen mit gutem Beispiel voran: seine geschmackvollen Erzeugnisse beherrschtenden Weltmarkt und wurden sogar im fernen Etrurien fleißig nachgebildet.

L. Der peloponnesische Rrieg (H5s—HOP.

Ausblick § 103. Bedeutung und Veranlassung des Krieges. Der perikleischeFriede (Z 98) hat die Gegensätze zwischen dem von Sparta geführtenlakedämonischen Landbnnde und dem unter Athen stehenden delischenSeebunde selbstverständlich nicht beseitigt. Wie früher (Z 97) dargethan,waren diese politischer und wirtschaftlicher Natur. Auf der einenSeite standen die konservativen, aristokratisch regierten dorischen Staaten,deren militärische Stärke auf dem Landheere ruhte, deren materielle Wohl-fahrt von den Erträgen der Landwirtschaft abhiug; auf der anderen Seitedie demokratischen Jonier, die sich auf die Flotte stützten und durchHandel und Industrie reich geworden waren. Eine Abgrenzung derMachtsphären, wie sie der perikleische Friede versuchte, konnte allenfallsdie politische Feindschaft der beiden Staatengruppen abschwächen, derwirtschaftliche Gegensatz blieb davon unberührt und mußte zum Kampfauf Leben und Tod führen. Das billige Getreide, das die Jonier ausder Krim, Ägypten und Sicilien (Z 108) holten, machte sie unabhängigvon dem bisher teuer gekauften Brotkorn der dorischen Staaten und rui-nierte deren wirtschaftliche Existenz. Aus der wirtschaftlichen Feindschaftzog die politische immer wieder neue Nahrung, und so entstand aus beidender peloponnesische Krieg.

Er endete damit, daß der Bund der Industrie- und Handelsstaatenzu Boden gerungen wurde und anscheinend die politischen, in Wahrheitdie wirtschaftlichen Beweggründe der Dorier siegten. Die ungewollteFolge des langen Kampfes aber war erstens, daß die von den geeintenGriechen gebrochene Macht des Perserreiches wuchs und wieder ein bedroh-