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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

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so wandte man sich an Alkibiades, der, von dem lakedämonischen KönigAgis wegen persönlicher Ehrenkränkung gehaßt und von den argwöhnischenSpartanern mit Nachstellungen bedroht, wieder eine Aussöhnung mit seinenberufung Landsleuten wünschte. Nach seiner Rückberufung zum Heer auf Samos wählteMades?ü man ihn zum Oberfeldherrn, und er bemühte sich, den Athenern die Hilfedes persischen Statthalters, dessen Vertrauen er sich zu gewinnen gewußthatte, zu erwirken. Die Regierung in Athen suchte nun eine Verständigungherbeizuführen, und Alkibiades zeigte sich so maßvoll, daß er sogar dieEinschränkung der Volksgemeinde aus fünftausend vermögliche Bürger an-erkennen wollte, falls nur der widerrechtliche Rat der Vierhundert beseitigtwürde. Antiphon und seine Genossen, die zu weit gegangen waren, wolltensich, anstatt dies zu dulden, lieber in die Arme von Sparta werfen undeine Flotte der Peloponnesier in den Piräus hineinlassen. Mit Mühewurde dies verhindert. In den nächsten Monaten erlitt die oligarchischeRegierung einen Verlust nach dem andern. Oropos, die hellespontischeuStädte und Chios gingen verloren. Ja, eine spartanische Flotte vermochteZu» sogar den Athenern das wichtige Euböa zu rauben. Dies machte das Maßvoll und hatte zur Folge, daß nach einer Zeit von vier Monaten der Ratder Vierhundert wieder aufgelöst und unter Mitwirkung des Theramenesdie Demokratie, jedoch mit Beschränkung der Volksgemeinde aus fünftausendBürger, hergestellt wurde. Antiphon büßte sein Beginnen mit dem Tode.Axarta- Unterdessen war die große peloponuesische Flotte unter Asthochos ma-nischen thätig gewesen. Erst unter Mindaros war sie nach dem Hellespontgefahren, um die Unterwerfung der dortigen Griechenstädte zu vollenden.Um dies zu hindern, fuhr die athenische Flotte unter Alkibiades' Leitungnv von Samos nach dem Heltespont, gewann bei Kyzlkos (Z 70) und inzwei anderen Schlachten glorreiche Siege über die Lakedämonier, bemächtigtesich der Städte Byzanz, Chalkedon und der meisten übrigen Orte derim Küste und erhob bei EhrYsopölis (Skutari am Bosporus) einen Sund-zoll, wodurch neue Einkünfte nach Athen flössen.

Zugleich trat die radikale Demokratie an die Stelle der Verfassung desD^mHratt-Th^nmnes. Kleophon, ein Mann vom Schlage des Kleon, ward ihrFührer und stellte die soeben abgeschafften Soldzahlnngen, den Krebsschadendes athenischen Finanzwesens (H 100), wieder her. Unterdessen traf diePeloponnesier ein Unglück nach dem andern. Die neugewonnenen sicilischenVerbündeten hatten im Kampfe gegen Karthago schwere Verluste erlitten.Hermokrates (§ 109) war unrühmlich im Straßenkampse gefallen, und schonstieg die Militärmonarchie Dionysios' des Älteren (Z 187) herauf. Dazukamen die durch die Unfähigkeit der lakedämonischen Admirale im Archi-pelagus erlittenen Niederlagen. So schien denn Athen noch einmal einfreundlicher Stern. Während der spartanische Unterfeldherr damals ver-zweiflungsvoll den lakonischen Bericht an die Ephoren sandte: „Mindarosist tot, die Kriegsleute hungern, wir wissen nicht, was zu thun," riefenJum 4v8 die Athener, erfreut über diese Erfolge, den Alkibiades in die Stadt zurück,ernannten ihn zum Oberansührer über Flotte und Landheer und stürzten dieSchandsäule, auf der seine Vergehen geschrieben standen, ins Meer. Jetzthätte er, wenn er gewollt hätte, sich zum Herrn in Athen machen können,aber im entscheidenden Augenblick verließ ihn der Mut, und das ward seinVerhängnis. Wenige Monate, nachdem er in Athen unter dem Jubelrufedes Volks einen glänzenden Einzug gehalten und zum ersten Male wieder