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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

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Seit den Kämpfen mit den Griechen war das persische Reich innerlichimmer kraftloser geworden; Aufstände in Baktrien, Ägypten und anderenProvinzen, wo die Statthalter unumschränkt schalteten, Hofränke selbstsüchtigerSchwächlinge, die greuelvolle Schandthaten verübten und dabei allen Aus-schweifungen frönten, und fortwährende Thronkämpfe, wobei die Überwundenendurch martervolle Hinrichtungen beiseite geschafft wurden, bildeten den wichtigstenInhalt der persischen Geschichte während der sechs Jahrzehnte, die auf dieErmordung des ^erxes durch den Hyrkaner Artabanos folgten. Nach XerxesArta-^ bestieg sein Sohn Artaxe rxes I. „Langhand" (Artasastha der Bibel) denThron, dessen 40 jährige Regierung reich an Unfällen aller Art war. Unterihm erfolgten die früher erwähnten Versuche der Ägypter, sich zu befreien,und das Eingreifen des athenischen Staates (Z 34, 99), um sich in Ägypteneine Hilfsquelle für ferne Entwicklung zu erschließen. Nach seinem Tode trateneinige von Brudermord, Verrat und Grausamkeit begleitete Thronwechsel ein,Dareios II. Nothos sich seines Gegners Sogdianos mit List bemächtigte,ihn in einem Aschenhaufen ersticken ließ und dann beinahe 20 Jahre langseine „von Aufständen und Weiberränken beunruhigte Regierung in Wollustund Üppigkeit fortführte. Sicher wäre es schon damals zu einem Zusammen-bruche gekommen, wenn nicht gleichzeitig der peloponnestsche Krieg getobtund ein ungewöhnlich kluger Mann, der Satrap Lydiens Tiffaphernes,die Politik des Reiches im Westen geleitet hätte. Ihm gelang es, durchfalsches Doppelspiel beide streitenden Mächte an das Interesse Persiens zu bindenund keine von beiden zu mächtig werden zu lassen. Aber Tiffaphernes warzu bedeutend, als daß ihn der orientalische Argwohn allzulange an seinem Platzelassen konnte, er mußte bei einem scheinbaren Mißerfolge weichen, und an feineKyr°s d. I. Stelle trat der ehrgeizige zweite Sohn des Dareios, Kyros, der in seinerHand die Macht des Satrapen und des kommandierenden Feldherrn vereinigte.Seine ganze Natur trieb ihn an, die persische Politik mit der Lakedämons zuverschmelzen; nicht zum wenigsten wurde Äthens Untergang durch die Strömepersischen Geldes herbeigeführt, die in die spartanischen Kassen flössen. Dafürsollten sich ihm nun die Lakedämonier dankbar zeigen, als er bei seines VatersTode den lange gehegten Plan zur Ausführung bringen wollte, feinen ältesteneA-s"n Bruder Artaxerxes II. mit dem Beinamen der „Gedächtnisstarke" (Mnemon)^osüess' der Herrschaft zu berauben und selbst König zu werden. Ein ritterlicher Fürstvon liebenswürdigem Wesen und der hellenischen Bildung zugethan, befaßKyros viele Freunde; selbst in Persien begünstigte seine Mutter Paryfätisbe^Kmmxa^i" Beginnen. Unter allerlei Vorwänden sammelte er ein beträchtliches Heer,4oi ^ dessen Kern spartanische und andere griechische Miettruppen bildeten, und zogdamit gen Osten, seine wahre Absicht lange verbergend. In der Ebene vonKunäxa, etliche Meilen von Babylon, ereignete sich die Entscheidungs-schlacht, in der zwar die Griechen siegten, aber Kyros im Kampfe gegen denBruder fiel. Artaxerxes ließ dem Leichnam Kopf und rechte Hand abhauen,belohnte die getreuen Beschützer seines eigenen Lebens und legte sich selbst dieEhre der blutigen Rachethat bei.

Nachdem sich das asiatische Heer des Kyros ausgelöst hatte, erging auchan die Hellenen die Aufforderung, sich zu ergeben. Als diese zurückgewiesenwurde, nahmen die Perser zu Betrug ihre Zuflucht, und Tiffaphernes schloßim Namen des Königs einen Vertrag mit den griechischen Anführern,Ermüdung Horin N ihnen sicheres Geleit nach Kleinasien versprach. Äber nachdem sieFeldherren eine Zeit lang am Ufer des Tigris aufwärts gezogen waren, lud der Perser imLager am Zabfluß den Feldherrn Klearchos, einen kriegskundigen Lake-dämonier von rauher Gemütsart, und die übrigen Hauptleute zu einer Unter-redung ein und ließ sie verräterisch ermorden, in der Meinung, auf diese Weiseführerlosen Truppen Meister zu werden. Da wurde aber der Athenertausend Tenophon (K 115), der sich als Freiwilliger dem Kriegszug angeschlossen hatte.