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Zweites Buch: Griechische Geschichte.
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am Paktöl os unweit Sardes mit Tissaphernes Bithynien und Phrygienraubend und verwüstend durchzog und den Krieg in das Innere des persischenArms Deiches zu tragen gedachte. Am persischen Hof war man mit des Tissaphernesr Ms Kriegsführung nicht zusrieden und setzte diesen ab. Tithraustes, des ArtaxerxesMinister, übernahm den Oberbefehl, ließ den Satrapen sofort hinrichten undbegann Unterhandlungen, die den kleinasiatischen Städten die Freiheit gegenTributzahlung gewähren sollten. Jedoch war man damit in Sparta nichtzufrieden und gab den Befehl, den Krieg weiterzuführen. Zwar waren dieSpartaner zu Lande überall glücklich, aber zur See fügte ihnen die persische Flottedurch die Wegnahme von Rhodos empfindlichen Schaden zu, und der siebenjährigeKampf neigte sich einem unrühmlichen Ende zu, da die inneren Wirren (H 122)Sparta zwangen, von äußeren Unternehmungen abzulassen. Bitter hatte sichder eine Fehler der spartanischen Politik gerächt, die äußeren Feinde zu geringanzuschlagen. Noch härter sollte sich der zweite Fehler des siegreichen Dorier-staates bestrafen, den besiegten Stammesgenossen die eigne Verfassung aufzu-zwingen, anstatt mit schonender Hand nur die Auswüchse der fremden Staats-verfassung zu beseitigen.
8 122. Der böotisch-korinthlsche Krieg. Der Friede des Antalkidas.Spartas Gewaltherrschaft. Was die persischen Waffen nicht vermochten, er-reichte die Eifersucht der griechischen Nachbarstaaten und das persische Gold.Es gelang nämlich dem neuen persischen Statthalter von Kleinasien durch Be-stechung und Verführung, den Spartanern im Mutterlande nähere Feinde zuB°otisch- Veiten. Die Böoter, Korinthier, Argiver, aus Spartas wachsendeKrieg Macht neidisch und von dessen Selbstsucht vielfach gekränkt und gedrückt, wurden3S5—os? persisches Gold leicht zu einem Bunde wider den vorherrschenden Staat
vereinigt. Ein Grenzstreit zwischen Lo.ris und Phokis, bei dem dieThebaner dem ersteren, die Spartaner dem letzteren zur Seite standen, brachteden Krieg zum Ausbruch. Der leidenschaftlich erregte Lysander zog eilig nachBöotien, um durch einen raschen Schlag die drohende Gefahr abzuwenden.Schlacht bei Mxr in einem unbedeutenden Gefechte bei Haliartoc verlor er gegen dieso!" vereinten Böoter Schlacht und Leben. Da König Pausanias zögerte, dieNiederlage gutzumachen, so schloß sich Athen, das schon längst auf eine Ge-legenheit gewartet hatte, das verhaßte spartanische Joch abzuschütteln, an dieBöoter an. Bald folgten zahlreiche andere Staaten: da entschlossen sich dieSpartaner, um dem drohenden Schlage zu begegnen, Agesilaos zurückzurufen, dernun seinen Siegeslauf in Kleinasien aufgeben und zur Rettung des VaterlandesSchlacht^!Herbheiten mußte. Er gewann zwar die Schlacht von Koroneia, aber die°3g4°' Menge der Feinde und der um dieselbe Zeit von der griechisch-phönikischenFlotte unter Konon erfochtene Seesieg bei Knidos, der die spartanische3S4 Seemacht vernichtete und das befreite Rhodos zum Abfall von den Lakedämoniernbrachte, versetzte der Hegemonie Spartas einen empfindlichen Stoß. Konon gabden Inseln Chios, Lesbos, Samos und den griechischen Küstenstädten Kleinasiensihre Unabhängigkeit zurück, vertrieb die spartanischen Harmosten und DekarchenWieder- von den Kykladen und bewirkte dann mit persischer Unterstützung die Wieder-Ä athe-g Herstellung der Stadt- und Hasenbefestigung von Athen und"f-stigung° den Bau neuer Schiffe. Zugleich wurden die Kleruchengemeinden auf Lemnos,Jmbros und Skyros wieder an den athenischen Staat angegliedert und mitden wichtigsten Inseln Bundesverträge abgeschlossen (ß 111).
Nun zog sich der Krieg an den Jsthmos in die Nähe von Korinth; des-halb heißt er auch der korinthische. Lange kämpfte man, ohne daß sicheine bedeutende Waffenthat ereignet hätte. Wer den anderen an Schlauheitund kühnem Mut überbot, galt als Meister; man stritt nicht in geordneterFeldschlacht, nicht nach kunstvoll angelegten Kriegsplänen; beide Teile warennur bedacht, durch kecke Überfälle und unerwartete Angriffe einander Schadenzuzufügen und durch verwegene Raub- und Freischarenzüge aus dem feindlichen