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Erster Band.
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122. Drittes Kapitel: Von den Perserkriegen bis zum Tode des Epaminondas. 2gZ

hingerichtet. Zugleich wurde die Königsmacht immer mehr geschwächt,teils infolge der Zwietracht und Eifersucht der beiden erblichen Herrscher-häuser, teils wegen ihres durch ihre Habsucht und Käuflichkeit sinkendenAnsehens. Desto mehr stieg die Gewalt der fünf Ephoren (H 71)-dAEph°ren-Sie zogen allmählich alle Hauptgebiete der Staatsgewalt in ihren Amts- machtkreis, beriefen und leiteten die Volksgemeinde, ernannten Gesandte undHeerführer und erteilten ihnen schriftliche Weisungen, übten Aussicht überSitte und Lebensart und schalteten nach allen Seiten hin als die Vertreterder Volkshoheit. Damit war die Oligarchie rein entwickelt, und sie suchtesich nun im Vollbesitz der Macht zu erhalten. Zunächst schien ihr das zugelingen; ja sie wagte sogar, bis nach Mittelgriechenland hinüberzugreifen.

Aber sie hatte in ihrem Hochmut nicht mit der tiefen Erbitterung derunterdrückten griechischen Staaten und der zu Boden getretenen demo-kratischen Parteien gerechnet und mußte diese Unterschätzung der Gegnerdurch einen tiefen Sturz büßen.

Zunächst freilich schien Sparta so stark wie nie zuvor. Der antalkidische AumsungFriede, dessen Hüter und Vollstrecker die Spartaner in Gemeinschaft vrit sriechisch-ndem Perserkönig waren, befestigte das Übergewicht der Lakedämonier aufs rundeneue, indem sie die Bestimmung, daß alle griechischen Städte frei fein sollten,zur Auflösung aller Staatenvereine und Eidgenossenschaften und zurSchwächung aller Bundeshäupter benutzten, ihre eigene Hegemonie in derPeloponnes dagegen mehr ausdehnten und stärkten. Sie eroberten undzerstörten Mantineia, das ihnen nicht willfährig genug diente und Manttnmaeine selbständige Politik zu verfolgen wagte, und zwangen die Einwohner,in fünf offenen Flecken zu wohnen; in allen Städten führten sie ihrearistokratischen Anhänger zurück und erhoben sie zu Macht und Ehre; dieStadt Phlius an der Nordostgrenze von Arkadien lieferten sie einerSchar verbannter Oligarchen aus und legten das Schicksal sämtlicherBürger in deren Hand, so daß diese über Leben und Tod jedes einzelnenverfügen konnten; sie übten eine schiedsrichterliche Gewalt, und nirgendswagte man, den Befehlen eines spartanischen Mannes Widerstand zuleisten. Nun hatte sich aber in Nordgriechenland ein neuer Staatenbundgebildet. Die griechische Stadt Olynth auf der Halbinsel Chalkidike hatteeinige benachbarte hellenische Städte durch freie Einigung zu einer ch alki- nach 8s?dischen Eidgenossenschaft verbunden, über die sie als Vorort eineArt Oberherrschaft übte, ohne jedoch die Rechtsgleichheit der Bundesgliederzu verletzen. Dieser Bund, der thatsächlich einen Einheitsstaat mitmunizipaler Selbständigkeit darstellte, hatte sich in den ruhigen Jahren,die vorausgegangen waren, befestigt, während der Thronwirren im König-reich Makedonien (Z 125) sich des fruchtbaren Unterlandes an der Seebemächtigt und suchte nun die noch übrigen freien Hellenenstädte Amphi-polis, Äkanthus und Apollonia zum Beitritt zu bewegen. Darüberführten diese Städte Klage und erwirkten in Sparta den Befehl, dieOlynthier sollten ihre Hegemonie auflösen, weil sie dem antalkidischenFrieden zuwider sei. Da diese sich weigerten, dem Ansinnen nachzukommen,beschloß die peloponnesische Tagsatzung, ein Heer unter Eudamidas nach sszder Chalkidike zu schicken. In Athen und Theben rief dieser neue Vorstoßder spartanischen Politik lebhafte Beunruhigung hervor, und in Thebenbestimmte man sogar, daß kein Bürger gegen die Olynthier kämpfen dürfe.

Um diesem Gebote die Kraft zu nehmen, beschlossen die Spartaner, mit Hilfe