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Zweites Buch: Griechische Geschichte.
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der Aristokratenpartei in Theben einen Verfassungsumschwung herbei-derKadmew zuführen. Da gerade eins der Häupter dieser Partei, Leontiades, an»83 Spitze des Staates stand, gelang das Unternehmen. Phöbidas, desEudamidas Bruder, der Verstärkungen nach der Chalkidike führte, drangdurch die geöffneten Thore in Theben ein und besetzte, ohne Widerstand zufinden, die unbewachte Kadmeia. Die Leiter der Volkspartei wurden alsHochverräter behandelt und teils hingerichtet, teils in Hast gebracht; dieOligarchen bemächtigten sich der Regierung und herrschten, im Vertrauenauf die spartanische Besatzung in der Burg, übermütig und gewaltthätig.Zwar wurden die Spartaner für dieses Vergehen von den Thebanern zurRechenschaft gezogen, aber sie straften nur zum Schein ihren FeldherrnPhöbidas mit einer geringen Geldbuße, räumten jedoch die Kadmeia nicht.wAüÜg Nunmehr zog das peloponnesische Bundesheer unter Teleutias, demOlMhs Bruder des Agesilaos, nach der Chalkidike. Die Olhnthier wurden ge-schlagen, vermochten aber ihre Stadt erfolgreich zu verteidigen. Im nächstenFrühjahr erlitt Teleutias zwar eine große Niederlage und fiel, jedochänderte dies an dem Ausgange des Feldzugs nichts. König Agesipolisbedrängte mit überlegenen Streitkrästen den Feind, und wenngleich derjugendliche König dem Fieber erlag, war doch die Kraft der Olhnthiergebrochen. Sie ergaben sich, und ihr Bund ward aufgelöst. Alle Versucheanderer Staaten innerhalb der Peloponnes, sich vom Einfluß Spartas freizu machen, wurden ebenfalls vereitelt, und König Agesilaos, der einzigeÜberlebende von den spartanischen Führern, hatte das Verdienst, den Ein-fluß Spartas, den es vor dem korinthischen Kriege gehabt, zurückzugewinnen.Thebens 8 123. Das Emporstreben Thebens. Indes dauerte dies nicht lange :»?s denn die gewalttätige Politik Spartas hatte allenthalben Mißstimmungerzeugt. Athen, dem der letzte Krieg schwere Wunden geschlagen hatte,wagte zwar noch nicht, sich öffentlich von Sparta loszusagen, unterstütztejedoch durch seine Teilnahme die zu Boden geschlagene demokratische Parteiin Böotien. Die flüchtigen Demokraten sammelten sich in Athen und unter-hielten von dort aus Verbindungen mit den Gesinnungsgenossen in Theben.Von diesen aufgefordert, kehrten sie nach einiger Zeit als Bauern undJäger verkleidet heimlich auf verschiedenen Wegen zurück, versammeltensich in dem Hause eines Freundes (Charon) und überfielen in späterNacht, in Frauengewänder gehüllt und dicht verschleiert, die bei einemschwelgerischen Mahle vereinigten Häupter der Oligarchen. Nach derenErmordung riefen sie das Volk zur Freiheit auf, stellten die demokratischeVerfassung wieder her und zwangen die spartanische Besatzung zum AbzugThebens aus der Burg. Dies führte einen Krieg zwischen den Thebanern undmu^partaLakedämoniern herbei. Thebens Gemeinwesen wurde damals von zweidurch Freiheitsgesühl, Vaterlandsliebe und Tugend, wie durch kriegerischeTalente und Mut ausgezeichneten und durch innige Freundschaft ver-^das"und - bundenen Männern geleitet, Epaminondas und Pelopidas. MitPkl°xid-s vereinten Kräften suchten diese ihr Vaterland zu heben. Epaminondas, derunter Leitung des in seinem väterlichen Hause als Gastsreund weilendenPythagoräers Lhsis eine Bildung und geistige Einsicht erlangt hatte, dieweit über den Gesichtskreis der übrigen Böotier hinausging, war der eigent-liche Leiter der thebanischen Politik, und Pelopidas, einer der heimgekehrtenFlüchtlinge, durch dessen starken Arm der tapferste der Oligarchen, Leon-tiadas, aus der Thürschwelle seines eigenen Hauses gefallen war, stiftete