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Erster Band.
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Z 123. Drittes Kapitel: Bon den Perserkriegen bis zum Tode des Epaminondas. 265

„die heilige Schar": 500 thebanische Jünglinge, die durch das Band ^ 4 »"^der innigsten Freundschaft verknüpft und für Ruhm und Freiheit begeistertwaren, dazu bestimmt, den Kern des neuen thebanischen Heeres zu bilden.

Eine Hauptstütze für die neue Verfassung fanden die Thebaner beiden Tyrannen, die damals Thessalien beherrschten. Auch die Athener, ge-reizt durch das Mißtrauen der Spartaner, deren Harmost Sphodriasden Hafen Piräus durch einen ähnlichen Handstreich in seine Gewalt zubringen versucht hatte, wie Phöbidas die Burg Kadmeia, standen anfangsaus Seiten der Thebaner und fügten durch ihre Feldherren Jphikrätes,Chabrias und Timotheos, Konons Sohn, den Lakedämoniern zuLande großen Schaden zu. Ja, sie brachten sogar wieder eine AnzahlenderInseln und Seestaaten, wie Chios, Rhodos, Samos, Mithlene, diesmal S-^undjedoch mit Anerkennung ihrer Freiheit und Selbständigkeit und mit Stimm-recht im Bundesrate, zu einem zweiten athenischen Seebunde zu-sammen und erwarben durch Chabrias' Sieg bei Naxos, wo diespartanische Flotte vernichtet wurde, von neuem die Seehegemonie. Alsaber Theben die kleineren Städte Böotiens unter seine Herrschaft brachte,

Thespiä unterwarf und das mit Athen befreundete und unlängst wiederaufgebaute Platää, weil es sich nicht fügen wollte, zerstörte und dieEinwohner vertrieb, da erwachte die alte Eifersucht wieder, und es kamunter Persiens Vermittlung zwischen Athen und Sparta ein Frieden zustände; in diesem wurde dem ersteren die Herrschaft zur See, dem letzterendie Hegemonie zu Lande gewährleistet, für alle übrigen hellenischen Staatendagegen der Grundsatz der örtlichen Selbstregierung festgehalten.

Als Theben, das bei diesem Frieden unbeteiligt blieb, sich weigerte, seinenjungen Bundesstaat aufzulösen („es soll geschehen," sagte Epaminondasschneidend, „wenn Spartas Periöken als freie Gemeinden anerkanntwerden"), rückten die Lakedämonier unter ihrem jungen König Kleom-brotos mit Heeresmacht in Böotien ein, erlitten aber, trotz ihres tapferenWiderstandes, in der Schlacht bei Leuktra eine furchtbare Niederlage. bFWuaEpaminondas gewann den Sieg durch die sogenannte „schiefe Schlacht- ^ordnung", indem er, um mit seinem weit schwächeren Heere den Spar-tanern erfolgreich die Spitze bieten zu können, seinen Angriff nur aufeinen Punkt, den linken Flügel, wo Kleombrotos befehligte, richtete.

Mit einem Keil von 50 Schilden Tiefe, an defsen Spitze die auserlesene„heilige Schar" unter Pelopidas stand, drangen die Thebaner gegen diespartanischen Krieger vor, die der Unwiderstehlichkeit dieses Anprallsnicht stand zu halten vermochten. Einem Umzinglungsversuch der Spartanerwußte Pelopidas mit überraschender Schnelligkeit zu begegnen, so daß dieNiederlage sich nicht vermeiden ließ. 400 spartanische Vollbürger undgegen 1000 Periöken lagen auf der Walstatt, und die Zahl derer, diebesiegt vom Schlachtfelde entflohen, war so groß, daß Agesilaos riet,das altspartanische Gesetz, das alle Fahnenflüchtigen für ehrlos erklärteund des Wasfenrechts beraubte, für diesmal schlafen zu lassen. Unterden Gefallenen befand sich auch der Führer des Heeres, KönigKleombrotos, mit seinem ganzen Stäbe. Heldenmütig ertrugen dieSpartaner die Trauerkunde; die Ephoren geboten eine allgemeine Bürger-bewaffnung und untersagten jede laute Klage, und am anderen Tageerschienen die Angehörigen der Toten mit heiterem, die der Überlebendenmit betrübtem Angesicht. In Theben aber feierte man den Tag der Schlacht