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Zweites Buch: Griechische Geschichte.
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die Künste der Bestechung seinen Unternehmungen nicht minder Erfolg zuverschaffen, als durch das Glück der Waffen, und seine List und Verschlagenheit,die auch vor einem Treubruch nicht zurückschreckte, ließ ihn alle Vorteile erspähen.
Zm-'d» § l26. Die Lage der griechischen Staaten. Ein günstiges Geschick
griechischen führte Philipp gerade in dem Augenblick auf den makedonischen Thron,als sich bei den Griechen allgemein das Gefühl regte, daß man aus derZersplitterung heraus müsse, um alle nationalen Kräfte zusammen-zufassen. Bei den edelsten Geistern der Nation blieb der Gedanke bestehen,daß man dieses hohe Ziel aus eigner Kraft erreichen könne und müsse, unddarum wehrten sie sich mit aller Macht gegen das Eingreifen des nordischenKönigs (Demosthenes, Hypereides). Eine andre Partei, die dasselbe Zielanstrebte, suchte einen Ausweg dadurch zu finden, daß sie die Eroberungs-politik der kimonischen Zeit empfahl, um durch Bekämpfung des Perserreichsdie innere Krankheit der Staaten zu heilen (Phokion, Jsokrates). Einedritte Partei endlich schloß sich an Philipp an und begünstigte seine Pläne,selbst dann, wenn diese sich gegen die eigenen Landsleute richteten (Äschines,Philokrates). Es war nicht das makedonische Geld allein, das ihreHandlungsweise bestimmte. Denn diese Männer hatten das unzweifelhaftrichtige Gefühl, daß Griechenland sich aus eigner Kraft niemals wiederwürde erheben und seine Kräfte zusammenfassen können. Darum wähltensie das kleinere Unglück, wurden dem Makedonerkönig Unterthan undstrebten mit ihm auf sein doppeltes Ziel los: Griechenlands Kräfte in Einszusammenzufassen und dann diese zu benutzen, um den persischen Koloß zuzertrümmern.
Nicht nur politische, auch kulturelle und wirtschaftliche Einflüssehatten die Hellenen aus diesen Punkt geführt. Ehe das gigantischeRingen zwischen Athen und Sparta begann, hatte Athen einen solchenWohlstand erreicht, daß seine Kultur fast überfeinert erschien und seineBewohner in den glücklichsten äußeren Verhältnissen lebten. Dannkam der Kampf, der den beiden Faktoren des attischen Aufschwungs, demblühenden Seehandel und den billigen Ernährungspreisen, den Tod zubringen schien: die konservativen Ackerbaustaaten triumphierten. Aber mitder Hegemonie mußten sie auch das athenische Erbe antreten: die freiereBeweglichkeit des Eigentums und die Großmachtspolitik nach außen.Die letztere führte Sparta, das seiner ganzen Weise nach nur aus eineHerrschaft innerhalb des Jsthmos gerichtet war, bis an den Abgrund undbrachte dort durch die bedeutende Verminderung seiner Vollbürger zugleicheine wirtschaftliche Revolution hervor (§ 122). Noch härtere Schläge erlittder Wohlstand Spartas durch die Wegnahme Messeniens, durch die seinenBürgern aus einmal die Hälfte ihres Grundeigentums verloren ging. AuchAthen vermochte sich, trotz vieler Anstrengungen seiner Staatsmänner,nicht wieder an die Spitze der Hellenen zu stellen. Denn die Not derZeit, die das große athenische Reich zusammengeschweißt hatte, war durchdie Ohnmacht aller Beteiligten geschwunden, aber auch der edle Patriotismus,der selbstvprleugnend alles an alles setzte, war dahin. Geblieben aberwar aus den früheren großen Zeiten der Hang, sich an den Freudendes Daseins zu ergötzen, ohne freilich die Opfer bringen zu wollen, diejene glücklicheren Tage als selbstverständlich voraussetzten. Das bürger-liche Leben ging in üppigem Luxus dahin. Die perikleische Einrichtungder Entlohnung für (§ 100) dem Staat geleistete Dienste wurde immer