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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

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kühne und thatkräftige Führer und an der Tempelstadt Delphi einen festenStützpunkt hatten. Es entbrannte ein Kampf, der an Schrecklichst denblutigsten Auftritten des peloponnefischen Kriegs nicht nachstand. DerTod des kühnen Philomelos, der nach der Niederlage bei Neon fich über»S4 eine steile Felsenhöhe hinabstürzte, um nicht in die Hände der Feinde zufallen, brachte nicht den gehofften Frieden. Sein leidenschaftlicher Waffen-geführte Onomarchos und fein Bruder Phayllos setzten den Kampf mitsolchem Erfolg fort, daß sie nicht nur die Feinde aus dem phokifchenGebirgslaud hinausfchlugen, sondern auch nach Böotien und Thessalienverheerende Streifzüge unternahmen.

Diese Einfälle bewogen die Thessaler, den König von Makedonien zuHilfe zu rufen. Philipp folgte der Einladung, die seitens des thessalischenBundes unter den Aleuaden an ihn ergangen war, erlitt aber zunächstschwere Niederlagen und entging nur dadurch der Vernichtung, daß Ono-marchos fich genötigt sah, sich alsbald wieder gegen die Böotier zu wenden.

Stacht IM folgenden Jahre rückte Philipp nach Thessalien, in dem einzelne«rowsmds Tchrunnen, vor allem Lhkophron und Peitholaos von Pherae, diefrüher auf Seiten der Böotier gegen die Phoker gefochten hatten, sich andie Phoker angeschlossen hatten; hier stellte sich ihm Onomarchos auf demKrokosfelde bei dem phthiotischen Theben entgegen und erlitt eine ent-scheidende Niederlage. Onomarchos wurde im Kampf erschlagen und alsLeiche von den Makedoniern ans Kreuz geheftet; dreitausend Gefangeneverloren als Tempelräuber ihr Leben durch Ertränken. Durch diesenSieg befreite Philipp Thessalien von feinen Tyrannen und rückte alsOberfeldherr des thessalischen Bundes gegen die Phoker vor; aber einPh-,ll-s starkes Heer unter Phayllos sperrte ihm den Thermopylenpaß. Zahlreichehellenische Staaten, denen der Gedanke kam, daß Philipp nicht ganzuneigennützig handele, hatten Verstärkungen geschickt, so daß Philippunverrichteter Sache wieder abziehen mußte.

MiUNd-s Im Innern von Phokis selbst schleppte sich der Kampf so lange fort,°n",bund-s^is 346 die delphischen Tempelschätze erschöpft waren und damit die Mög-A6 lichkeit entfiel, die großen Söldnerheere noch länger zu unterhalten. Daauch Athen mit Philipp Frieden schloß (ß 128), trat der letzte Führerder Phoker, Phalaekos, des Onomarchos Sohn, mit Philipp in Unter-handlung und erhielt nach Auslieferung des Landes und der Thermophlen-pässe freien Abzug. Nun mußten sich die Phoker unter den härtestenBedingungen ergeben; sie wurden als Fluchbeladene aus dem Amphiktionen-bund gestoßen, und Philipp, der sich das Ansehen eines Gottesstreitersgegeben und seine Soldaten mit dem Lorbeer des pythischen Apollo bekränztins Feld hatte rücken lassen, trat an ihre Stelle. Die phokifchen Städtewurden geschleift; die Einwohner wanderten zum Teil aus, verfolgt vondem Bannstuche, der sie für vogelsrei erklärte und dem Mordstahl jedesFeindes preisgab, andere wurden als Sklaven abgeführt; was zurückblieb,ward zinspflichtig. Von nun an galt Philipp als Hellene und nahmandemAmphiktionenbund und an den olympischen Festspielen teil,und die zwieträchtigen Griechen wählten den frommen Beschirmer desapollinischen Heiligtums zum Schiedsrichter in ihren innern Streitigkeiten.

Der „heilige Krieg" hatte nicht allein für die Phoker, die von Natur rauh durchden langen Kampf und den Umgang mit barbarischen Söldnertruppen mehr und mehr ver-wilderten, die verderblichsten Folgen, sondern auch für ganz Hellas. Die mit dem Kriegeverbundene Beraubung der Tempel tilgte vollends alle Ehrfurcht vor den Göttern aus den