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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

8 129 .

gesandtschaft Athen benachteiligt zu haben. Durch einen klug eingefädeltenGegenprozeß wußte er aber den gegen ihn gerichteten Schlag zu parieren.Inzwischen dehnte Philipp teils durch Geld und Überredung, teils durchWaffengewalt seine Machtsphäre immer weiter aus; ganz Euböa wußte erzu gewinnen, und Epirus mit seinen machtlosen Dynasten fiel ihm eben-falls zur Bente. Als sogar das feste Ambrakia in seine Hände kommensollte, da gingen auch den andern griechischen Kleinstaaten die Augenauf. und Athen war aus seiner Isolierung erlöst. Besonders trug dazubei das Vordringen des Philipp nach Thrakien, wo ihm das verfallendeOdrhsenreich eine leichte Bente geworden war. Demosthenes sah ein, daßder Kampf unvermeidlich wurde, und beschloß daher. Philipp zuvor-d^ippischezukommen. In seinen berühmten Philippiken, vor allem in der ge-wältigen dritten, bewies er, daß man kämpfen müsse, wenn man nichtUnterthan sein wolle, und bewirkte Bündnisse mit Byzanz und denThrakerstädten. Im Jahre 341 begann der Kampf auf Euböa. wo dieAthener Oreos einnahmen. Phokion befreite die Insel und machte sie,v"rfüng wiederum zu einer Vormauer für den Staat. Unterdes führte PhilippThrakiens Unterwerfung Thrakiens ruhig zu Ende. Im Sommer 340 wandteer sich gegen Perinthos und Byzanz. Zunächst erzwäng er die Einfahrtin die Propontis. indem er die thrakische Chersones vorübergehend besetzte.Bis dahin hatten die Athener ruhig zugesehen; als aber Philipp sichdaran machte, auch Byzanz zu besetzen, den wichtigen Schlüssel der pon-tischen Handelsstraße, da schickten die Athener Flotte und Heer, und unters«o Phokions thatkräftiger Leitung gelang es, die Makedonier zur Aufgabeder Belagerung zu nötigen. Damit hatte sich Demosthenes eine unbegrenztePopularität erworben, die er dazu anwandte, die Theorika (Z 126) inAthen abzuschaffen und damit Geld für Heer und Marine zu gewinnen.

8 129. Einigung Griechenlands unter Philipp. Philipp suchte nunbei dem bevorstehenden Entscheidungskampfe die Athener ins Unrecht zusetzen und verklagte sie bei den Amphiktionen wegen Religionsfrevels. Aberder Pfeil prallte aus die Lokrer, die Philipp hierbei vorgeschoben hatte.Dritter selbst zurück. Die Lokrer von Amphissa wurden nämlich beschuldigt.389^388 dem delphischen Apollon geweihte Strecke Landes an sich gerissen undunter den Pflug genommen zu haben, gerade wie man es einst imersten heiligen Kriege mit den Phokern von Krisa gemacht hatte (Z 82).Das Amphiktionengericht legte den Schuldigen eine schwere Geldbuße aus.und als die Zahlung nicht erfolgte, wurde auf seinen Antrag die Aus-führung der Strafe dem makedonischen König, als dem mächtigsten Bundes-gliede. übertragen. Diesem konnte nichts erwünschter sein; von einem sieg-reichen Zuge gegen die Skythen an der Donau heimgekehrt, eilte er nachGriechenland, eroberte und bestrafte Amphissa und gab die krisäische Ebene,den Gegenstand des Haders, dem delphischen Tempel zurück, besetzte aber un-erwartet die feste Stadt Elateia, die den Zugang zu Böotien beherrschte.Elate?as Diese Nachricht wirkte wie ein Donnerschlag und trieb Theben zumSW Anschluß an Athen. Nunmehr mußte es ja klar werden, daß Philippsein Absehen aus die Herrschaft auch über Mittelgriechenland gestellt hatte.Demosthenes ging sofort als Gesandter nach Theben, vermittelte ein Bünd-nis und bewirkte die Ausrüstung einer beträchtlichen Streitmacht. Aberdie ungeübten, in der Eile zusammengezogenen und von schlechten Führernbefehligten Truppen konnten der überlegenen und kriegsgeübten Phalanx