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Erster Band.
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283
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Z 132. Viertes Kapitel: Die makedonische Zeit (360—190 v. Chr.). 283

Hunderts auf: der Zug zur Realistik um jeden Preis, die direkte, oft hoch-mütige Abwendung von allem Hergebrachten, und bei sorgsamster, fast über-feiner Technik doch eine gewisse Sorglosigkeit in der Wahl des Hauptgegen-standes. Trotzdem waren auch die künstlerischen Gebilde des 4. Jahrhundertsedle Werke. Andrerseits dürfen wir nicht vergessen, daß das aus der Ver-feinerung hervorgehende Virtuofentum sich an immer engere Kunstkreife wendete,und daß die begabten Köpfe sich von nun an immer mehr von der Kunst abund der Wissenschaft zuwandten, wie dies die Besprechung der alexandrinischenEpoche darlegen wird.

8. Alexander der Große (336—323).

tz 132. Anfänge Alexanders. Vereitelte Aufstände der Griechen.

Nach Philipps Tod bestieg sein hochherziger, für alles Große und Edle Landersempfänglicher Sohn Alexander in einem Alter von einundzwanzig Jahren b°Mgungden makedonischen Thron. Er war von Aristoteles (Z 117) erzogen und in diegriechische Bildung eingeführt worden; daher ist er auch fein ganzes Lebenhindurch ein Freund und Bewunderer der griechischen Kunst und Litteraturgeblieben. Als Philipps Ermordung bekannt geworden war, glaubten dieHellenen ihres schlimmsten Feindes ledig geworden zu sein, zumal da eineReihe anderer Kronprätendenten als Bewerber um den erledigten Thronauftraten und man von Alexanders Jugend wenig erwartete. Aber esgelang ihm sehr bald, im Innern Ordnung zu schaffen und seine Kronezu befestigen. Ehe er sich aber gegen die Griechen zu wenden und sie sichbotmäßig zu machen beschloß, hatte er einen schweren Kampf Wider die G-tenm-gGeten und andere barbarische Völker, die aus den rauhen Berggegendendes Hämos in sein Land eingefallen waren, zu bestehen.

Da erscholl plötzlich in Griechenland ein falsches Gerücht von seinem Tech" n-"Tode und erfüllte die Hellenen mit der Hoffnung, ihre Unabhängigkeit i°nd nswieder erlangen zu können. In der Peloponnes wurde gerüstet; in Athenfanden die aufreizenden Reden des Demosthenes großen Anklang, undin Theben tötete man einen Teil der makedonischen Besatzung undbelagerte die übrigen in der Burg. Aber mit Blitzesschnelle eilte Alexanderherbei; Theben ward erobert, und da die um ihr Urteil befragten böotischenBundesstädte, die von dem Vorort viel zu leiden gehabt hatten, auf einstrenges Strafgericht drangen, so wurden die Häuser und Mauern derStadt dem Erdboden gleich gemacht, das Gut verteilt und die Einwohner,dreißigtausend an Zahl, bis auf die Priester und makedonischen Gastsreundein die Knechtschaft verkauft. Nur die Burg, das Haus des Geschlechtes desDichters Pindar (§ 86) und die Tempel und Heiligtümer der Götterwurden verschont. Eine makedonische Wache auf der einsamen Burghütete die Tempel und die „Gräber der Lebendigen"; in das Stadtgebietteilten sich die wiederhergestellten Orte Orchomenos, Thespiä und Platää.

Dieses harte Geschick schreckte die übrigen Griechen; die Athener, die mitsorgenvoller Seele die makedonischen Wachseuer auf dem Kithäron erblickten,flehten um Gnade, und der Sieger ließ sich besänftigen; er stand von ^"füngder anfangs gestellten Forderung, daß ihm zehn athenische Bürger, darunter ^h-nsDemosthenes, ausgeliefert werden sollten, aus Demades' Vorstellung abund verzieh. Durch sein rasches, blitzähnliches Auftreten hatte Alexanderdie aufflammende Thatkraft der Griechen niedergehalten. Weise Mäßi-gung schaffte dem Sieger die Sympathien der Mittelparteien, so daß er,