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Erster Band.
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H 134. Viertes Kapitel: Die makedonische Zeit (360—190 v. Chr.). 285

linie der Achämeniden, DareiosKodomannos, ein Mann von Kriegsmutund häuslichen Tugenden, mit der Königsbinde geschmückt. Er entledigte sichdes schrecklichen Bagoas, der auch ihm nach dem Leben trachtete, durch denGiftbecher, den der Bösewicht sür ihn selbst bereitet hatte, und führte danneine gemäßigte und, soweit es die zerrütteten Verhältnisse gestatteten, gerechteRegierung, so daß viele angesehene Griechen, um der makedonischen Zwing-herrschaft zu Hause zu entgehen, in persische Kriegsdienste traten. Aber dasEnde der persischen Monarchie nahte mit gewaltigen Schritten: Dareios büßtesür die Missethaten der Vorgänger.

8 134. Der Feldzug in Kleinasien. Ehe sich Alexander anschickte,gegen die Perser vorzugehen, tras er zwei wichtige vorbereitende Maßregeln;er ordnete das griechische Münzwesen, indem er vom Doppelwährungssystem Münzr-formseines Vaters Philipp zur reinen (rhodischen) Silberwährung überging,so daß die Goldschätze des persischen Reiches einer immer mehr zunehmendenEntwertung verfielen, und zweitens schuf er ein sorgfältig eingeübtes undzuverlässiges Heer. Als Statthalter in Hellas ließ er den getreuen Anti-patros zurück, der des Königs Besitztum gewissenhaft hütete. Es warim Frühling des Jahres 334, als Alexander den Zug gen Persien antrat,mit seinem kleinen, aber tapferen und von den besten Feldherrn (wiePerdikkas, Kleitos, Parmenion, Hephästion, Krateros, Ptolemäos, Anti-gönos u. a.) geleiteten Heere. Den Kern bildete das schwergerüsteteFußvolk der Makedonier und Griechen ; makedonische und thessalische Reiterdeckten die Flanken, während illyrische und thrakische Bogenschützen undLeichtbewaffnete als Plänkler und Botschafter dienten. Im ganzen mögenes etwa 35 000 Mann gewesen sein, die zu diesem beispiellosen Sieges-läufe auszogen. Geschichtschreiber und Gelehrte aller Art, wie Anaximenes(Z 130), Kallisthenes (§ 138, 153), Aristobulos u. a. befanden sich in desKönigs Gefolge. Beim Übersetzen über den Hellespont spendete Alexander,am Steuer seines Schiffes stehend, den Göttern des Meeres aus goldner ^Schale Trankopfer, schleuderte, am grünen Gestade Asiens angelangt, seineLanze vom hohen Bord aus die asiatische Erde und sprang dann, der erstevon allen, in voller Rüstung an den Strand. Auf der Stätte, wo dasheilige Jlion gestanden hatte, opferte er dem Zeus und seiner kriegerischenTochter Pallas Athene, tauschte seine Waffen gegen die alten aus, dienoch aus dem trojanischen Kriege herrühren sollten, und feierte das An-denken der Helden durch Wettkämpfe und Spiele. Achilleus, sein Ahn, warsein Vorbild, und deshalb trug er auch die homerischen Gesänge beständigbei sich. Dadurch weckte er in den Griechen das Nationalgefühl, währender die Makedonier durch seinen ritterlichen Mut, seine Tapferkeit und Ge-wandtheit zu begeistern wußte.

In Persien hatte mau anfänglich den Angriff nur gering geachtet;man hätte ja mit Leichtigkeit den Übergang nach Asien verhindern können.

Nun zog mau aus den vorderasiatischen Satrapien Truppen zusammen, dieunter den Oberbefehl des griechischen Söldnersührers Memnon (§ 133)gestellt wurden. Au Zahl war natürlich die persische Heeresmacht denMakedoniern weit überlegen; aber was Alexanders Heer unter einemsolchen Führer vermochte, das zeigte sich gleich in der ersten Schlachtam Flüßchen Granikos in Troas, wo die Perser im heißen Reiter-kämpf erlagen. Der König selbst geriet durch kühne Streitlust in Lebens-gefahr; schon hatte ein persischer Führer sein Schwert auf Alexander ge-zückt, als Kleitos den gehobenen Arm des Barbaren mit sicherem Streiche