Band 
Erster Band.
Seite
286
JPEG-Download
 

286

Zweites Buch: Griechische Geschichte.

8 135.

abhieb. Die gefallenen Kampfgenossen wurden durch Standbilder geehrtund ihren Eltern Befreiung von Steuern und Dienstleistungen gewährt.s>es Der westliche Teil Kleinasiens bis zu dem Taurosgebirge war dieFrucht des Sieges, den Alexander selbst in einer Zuschrift an dieAthener als einen von den Makedoniern und Griechen gemeinschaftlicherfochtenen darstellte. Der Statthalter von Lydien unterwarf sich ohneWiderstand und öffnete die Thore von Sardes; Halikarnassos, von grie-chischen Söldnertruppen unter Memnons Führung tapfer und geschicktverteidigt, wurde im Sturm erobert, die übrigen hellenischen Städteergaben sich größtenteils freiwillig und begrüßten freudig den stamm-verwandten Helden, der die alte demokratische Verfassung wieder herzustellenversprach. Den größten Wert legte Alexander darauf, daß er überallals Hellene angesehen wurde; er stellte den persischen Eroberungszug alseinen Rache- oder Vergeltungszug für die frühere Zerstörung griechischerStädte und Tempel hin, und die Mehrzahl der Griechen kam diesemBestreben um so williger entgegen, als dadurch ein Teil des Glanzes,der des Helden Haupt umstrahlte, aus die ganze Nation fiel.

Die Inseln Lesbos, Chios u. a. gerieten in Alexanders Gewalt, alsMemnon der unternehmende Memnon, der von dort aus die Spartaner undandere griechische Staaten mit persischem Gelde gegen die Makedonierunter die Waffen zu rufen bemüht gewesen war, plötzlich starb, und auchdie Lykier, Pamphylier und Karier huldigten ihm, als er während desWinters das südliche Küstenland durchzog. In der phrygischen Stadtfilmen Gordion, dem Sammelplatz aller Truppenabteilungen, zerhieb ermit dem Schwerte den künstlichen Knoten an dem uralten Wagen desSagenkönigs Midas, au dessen Lösung ein Orakel die Herrschaft überAsien geknüpft hatte, und zog dann aus gefahrvollen Märschen über daskilikische Gebirgsland, wo er sich durch ein kaltes Bad in dem FlusseKydnos eine schwere Krankheit zuzog, von der ihn nur die Geschicklichkeitdes griechischen Arztes Philippos rettete.

§ 135. Jssos. Nach der Unterwerfung der Küstenprovinzen hatteAlexander die Wahl, entweder direkt auf das Euphratthal gegen das Centrumdes Reiches loszugehen, oder erst Phöuikien zu unterwerfen. Er zog dasletztere vor, da er keinen Feind im Rücken lassen wollte. Inzwischenhatte sich jedoch das große Reichsheer der Perser gesammelt, und nun-mehr zog Dareios Kodomannos, der zu lange sorglos in seinemgoldnen Palaste zu Susa verweilt und die Besetzung der Gebirgsstraßenunterlassen hatte, in eigner Person mit einer unermeßlichen Heeresmachtheran und stellte sich in der Nähe der aus Kilikien nach Syrien führendenPässe in Schlachtordnung. Der Aufmarsch der Perser war ein strate-gisches Meisterstück, denn es war dem Dareios gelungen, seine ganzeMacht zwischen die Makedonier und ihre Rückzugslinie zu schieben.Alexander, der bereits durch die „syrischen Pforten" nach der KüstenstadtMyriandros vorgerückt war, kehrte während der Nacht rasch um und brachteb??Usos dem übermächtigen Feinde in der großen Schlacht bei Jssos eineNov. s8s vollständige Niederlage bei. Der unglückliche König Dareios floh mit denzerstreuten Überresten seines unkriegerischen Heeres (bei dem nur diegriechischen Söldner sich tapfer gehalten hatten) in das Innere seineswmfüng Landes, während Alexander sich anschickte, Phönikien und Palästina zuSyri-ns unterwerfen, und sein Feldherr Parmenion das reiche Damaskos mit