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Erster Band.
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tz 140. Viertes Kapitel: Die makedonische Zeit (360—190 v. Chr.). 29Z

Gefahren mit dem Geringsten feiner Krieger und belohnte die Geretteten(nur noch ein Viertel des Heeres) in der fruchtbaren und reichen Oasen-stadt Pura durch Geschenke und Feste. Mit Vorräten reichlich versehen,durchzogen sie sodann das bevölkerte Karmanien, wo Nearch nach eineran Gefahren und Wundern reichen Seefahrt längs des öden unwirtlichenStrandes sich wieder mit dem Hauptheere vereinigte.

§ 140. Alexanders Ende und Bedeutung. Nach seiner Rückkehr be-strafte Alexander zunächst die ungetreuen Statthalter und Beamten, diewährend seiner Abwesenheit arge Frevel und Bedrückungen geübt hatten;dann verfolgte er eifrig den Plan, die überwundenen Völker denAsgi-ichÜberwindern zu nähern und aus ihnen eine einzige Nation mitgriechischer Bildung zu machen. Durch Geschenke beförderte er Heiratenseiner Feldherrn und Krieger mit Jungfrauen des Landes und vermähltesich selbst mit Stateira, einer Tochter des Dareios. Ein fünftägiges Ver-mühlungsfest in Susa, wobei über 10 000 Makedonier mit Perserinnen dasglänzende Beilager feierten, sollte der Ausdruck seines großen Einigungs- undVerschmelzungsplanes sein. Durch dieses Verfahren beleidigte er aber dieMakedonier und Griechen, nach deren Ansicht den Siegern die Herrschaftüber die Besiegten gebührte, immer mehr. Die hohe Idee von einem durchgriechische Kultur veredelten und durch Handel und Gewerbefleiß blühendenWeltreiche war ihnen unbegreiflich. Über den Reichtümern Asiens, überdem Taumel der Siege, des Ruhmes und der Herrschaft hatte das make-donische Kriegsheer die altväterische Einfachheit der Sitten aufgegeben, ohnedabei zu der Höhe der Bildung emporzusteigen, die es zu der großen Auf-gabe dauernder Staatengründungen auf fester, lebenskräftiger Grundlage fähiggemacht hätte. Als nun Alexander junge Männer aus den Eingeborenenaushob und, nachdem sie auf makedonische Weise bewaffnet und eingeübtwaren, in das Reichsheer einreihte, als er die makedonischen Garden mitparthischen und iranischen Rittern vermehrte und persische Große selbst inseine Umgebung zog, da fühlte sich der Stolz der Makedonier tiefverletzt. Sie ahnten, daß der König sie mit der Zeit entbehrlichmachen, sich gegen die Wiederholung ähnlicher Auftritte wie am Hyphasissicherstellen, sich für neue Unternehmungen rüstigere Kräfte sammelnwollte. Eine gereizte Stimmung griff um sich und steigerte sich bisN-d°nu-?zum offenen Aufstand, als der König im Feldlager zu Opis am Ufer Jun sAdes Tigris die Absicht aussprach, die älteren Soldaten in die Heimatzu entlassen. Trotzig und mit wildem Geschrei forderten sie alle ihrenAbschied. Es war für Alexander eine gefährliche Stunde, als sich deraltmakedonifche Sinn so gewaltig aufbäumte, und einen Augenblick schienes, als wenn das stolze Gebäude des neuen Weltreichs schon jetzt zusammen-brechen sollte. Jedoch wußte Alexander dem Sturm zu begegnen, der sichfreilich gewaltig genug äußerte. Erst als Alexander einige Rädelsführerin die Muten des Tigris hatte versenken lassen und dann mit stolzenWorten die übrigen gehen hieß, wohin sie wollten, und sich ihrem Anblickeentzog, erwachte Reue und Beschämung in der Makedonier Brust. Sieumringten das Schloß und flehten laut um Gnade und Vergebung. Erließ sie lange harren; endlich versöhnte er sich mit ihnen und entsandtedie alten Kampfgenossen, 10000 an der Zahl, unter der Führung destapferen Krateros und des Polysperchon, reich beschenkt und mitEhrenrechten belohnt in das Land der Väter. An ihrer Statt sollte der