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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

s 140.

Statthalter Antipater, der sich mit des Königs herrschsüchtiger MutterOlympias auf das bitterste entzweit hatte, den jungen Ersatz an make-donischen Truppen nach Asien führen.

Hatte Alexander anfangs nur aus Politik sich mit persischem Cere-moniell umgeben, so that er es später aus Liebe zu orientalischer Pracht.Sein Hos zu Babylon, das zum Herrschersitz seines Weltreichs bestimmtwar, strahlte in höchster Pracht; glänzende Gesandtschaften aus Griechen-land, Italien und vielen anderen Ländern brachten ihm ihre Huldigungendar und priesen seine Thaten in Schmeichelreden; schwelgerische Gelageund Feste drängten einander. Dabei verlor er aber nie sein Ziel,Gründung eines monarchischen Weltreichs mit politischer Gleichstellungund Gleichberechtigung aller Staatsbürger, mit hellenischen Lebensformen,Sprache und Bildung, und mit einem geordneten, aufgeklärten Verwaltungs-shstem, aus dem Auge.

Im Herbst 324 begab er sich nach Ekbatana. Hier wurde das großeDionysosfest mit Opfern und Aufzügen, mit Kampfspielen zu Roß, zuWagen und zu Fuß, mit dramatischen und künstlerischen Wettkämpsen,mit Gastmählern und Gelagen gefeiert und eine unerhörte Pracht ent-faltet. Aber des Königs Herz war nicht festlich gestimmt; sein treuerJugendfreund Heph ästion, dem er, wie Achilleus dem Patroklos, unterallen Verhältnissen mit gleicher Innigkeit zugethan blieb, war inmittender fröhlichen Lust und der Freudenmahle, denen er sich allzu rückhaltlostzAhästio» ^Wegeben hatte, gefährlich erkrankt und starb in der Blüte der Jahre. KeinS 2 t schmerzlicheres Geschick hätte Alexander treffen können; es war das Vorspielzu seinem eigenen Hingang. Die glänzende Leichenfeier, die er dem geliebtenFreunde in Babylon veranstaltete, war eine der letzten Handlungen desAie^mders Helden. Noch war seine Trauer um den Jugendfreund nicht vorüber, alsJuw W ein durch Aufregung und Unmäßigkeit herbeigeführtes hitziges Fieber seinelängst geknickte Lebenskraft brach und ihm, mitten unter großen Ent-würfen zu neuen Eroberungen, im Gartenpalaste Nebukadnezars einenschnellen Tod brachte, ehe er eine genaue Bestimmung über seine Nachfolgegetroffen hatte. Die blutigen Kämpfe, die nach seinem Hinscheiden ans-prachen, verhinderten die Bestattung. Erst im nächsten Jahre wurdedie Leiche aus einem prachtvollen Leichenwagen von Babylon weggeführt,um nach der Königsgrust in Ägä gebracht zu werden. Aber Ptolemäos,Statthalter von Ägypten, beredete den Führer des Trauerzugs, ihm dieteuren Überreste zu überlassen, und ließ sie in Alexandria beisetzen, um demNillande den „segnenden Schutzgott" zu erhalten.

Alexander blieb der Held der Dichtung und Sage im Morgenlandund Abendland. Der romantisch-abenteuerliche Grundzug seiner Natur, derdas Fernste als nahe und erreichbar erschien, für die das Ungewöhnlicheallein Reiz hatte, seine Begeisterung für die untergegangene homerischeHeroenwelt, die er in die Wirklichkeit übertragen und wieder beleben wollte,der Zauber eines Jugendlebens voll ununterbrochener Heldenthaten undgroßartiger Unternehmungen erfüllten die Mit- und Nachwelt mit staunenderBewunderung, und je rascher das glänzende Gestirn vorüberging, in destoverklärterem Lichte erschien es den späteren Geschlechtern.km>°sn*v°n Ein Zeitgenosse des großen Königs hat gesagt, daß er in einer Zeit lebe,Alexanders wie sie vorher nie da war und nicht wiederkehren würde. Und mit Recht; dennThaten ungeheuer waren nicht nur die Thaten Alexanders, sondern auch die Wirkungen,