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Zweites Buch: Griechische Geschichte.
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mit einigen Gesinnungsgenossen im Heiligtum des Aiakos aus Aegina ge-fangen; sie wurden dem Antipater ausgeliefert, der sie unter Marternhinrichten ließ. Nur den Demosthenes verschonte das Schicksal mitdiesem Äußersten. Als sich die Häscher ihm nahten, tötete er sich amAltar des Poseidontempels zu Kalauria an der argolischen Küste, umnicht in die Hände seiner Feinde zu fallen;' er wollte als freier Mann,wie er gelebt hatte, auch sterben. „Eine herrliche Zufluchtstätte ist derTod!" rief er dem makedonischen Parteigänger Archias zu, der ihn gefangennehmen wollte, „er bewahrt vor Schande!" Seine Asche wurde später inseiner Vaterstadt beigesetzt, und sein Gedächtnis blieb in hohen Ehren.^d-?De-* Demosthenes ist ein wahrhaft tragischer Charakter. Er sah das Verderbenmosthenes über sein geliebtes Vaterland hereinbrechen und vermochte trotz aller Be-mühungen nicht, es abzuwenden. Wenngleich ein einseitig befangener Staats-mann, war Demosthenes doch ein Bürger von reinster Vaterlandsliebe, einRedner von überwältigender Kraft, weil seine Worte der Ausdruck der redlichstenÜberzeugung waren, und ist in einer Zeit tiefen Verfalls die Zierde seiner Vater-stadt gewesen. Der Kummer über die Entartung seiner Zeitgenossen verleihtseinen Reden einen ernsten Charakter und oft einen wehmütigen Ton. Daßer unter so ungünstigen Verhältnissen, bei einem wankelmütigen und desKriegsdienstes entwöhnten Volk einen Kampf gerade gegen Philipp zu unter-nehmen wagte, zeugt von einer hohen, jedes Opfers fähigen Begeisterung.Sein Beispiel und sein persönlicher Einfluß bewirkten, daß bei den Athenernfür lurze Zeit die Gesinnung früherer Jahre wiederkehrte und die Selbstsuchtvor den vaterländischen Interessen verstummte. Selbst die ärmeren Volksklassenbrachten auf Demosthenes' Antrag die lange genossene Festgabe der Schauspiel-gelder (Theorika, ß 126) zum Opfer, um die zur Ausrüstung einer neuenFlotte nötige Geldsumme zu vergrößern. Als es endlich zum Kampfe kam,schickten die Athener nicht bloß Söldner ins Feld, sondern die jüngere, vonDemosthenes begeisterte Bürgerschaft ergriff selbst die Waffen. Nach seinemTode freilich brach eine Zeit um so tieferer Erschlaffung über Athen herein,und es begann der Todeskampf des Hellenentums, der die letzten Reste derfrüheren Herrlichkeit zerstörte.
§ 142. Das Ringen der Feldherren um das Gesamtreich (323—301).
Das allzufrühe Ende des großen Alexander versetzte die Welt in eine jenerkonvulsivischen Zuckungen, die dann einzutreten Pflegen, wenn ein großesLeben, ein allgewaltiger Wille plötzlich erlischt. Zunächst erhob sichnatürlich die Frage, wer ihm auf dem Throne folgen sollte, dann aberregten sich die überall gebändigten Mächte der Gegner, und eine Zeit langschien es, als ob das ganze große Reich in jähem Trümmersall zerberstenund die so glücklich angebahnte Kulturmission, die den Hellenismus bisin den fernsten Osten trug, vergebliches Mühen bleiben sollte. Um denThronfolge verwaisten Thron brachen die wildesten Kämpfe aus. Da Alexander keineregierungsfähigen Erben hinterließ, gingen die angeblichen Worte dessterbenden Heldenkönigs: „Man wird sehr kriegerische Kampsspiele zuEhren meines Todes anstellen" sehr schnell in Erfüllung. Schließlichrissen seine Feldherren nach vielen blutigen und greuelvollen Kriegen, indenen Älexanders ganzes Haus zu Grunde ging und alle Bande der Naturaufs schändlichste entheiligt wurden, die einzelnen Länder an sich und er-hoben sie zu selbständigen Königreichen.
P°rdMas, Anfangs hatte der ehrgeizige, herrschsüchtige Perdikkas aus einemVerweser Fürstengeschlecht der makedonischen Landschaft Orestis, dem Alexander aufdem Sterbebett seinen Siegelring mit den denkwürdigen Worten: „Dem