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Erster Band.
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H 142. Viertes Kapitel: Die makedonische Zeit (360—190 v. Chr.). 299

Würdigsten" übergeben haben sollte, das höchste Ansehen. Nachdem erdreißig Rädelsführer einer Gegenverschwörung bei einer Heerschau zum Zer-stampfen unter die Füße der Elephanten hatte werfen und seinen Gegner,den Strategen Meleagros, am Altar hatte erdolchen lassen, übernahm erdie Würde eines Reichsverwesers für den „König Philipp Arrhi- ZWAdäos", den schwachsinnigen Bruder Alexanders, und den Knaben, welchenbald nachher Roxane zur Welt brachte und den das Heer jubelnd als denjungen König Alexander begrüßte. Ursprünglich schien dem klugen undkraftvollen Reichsverweser die Macht ohne weitere Kämpfe zuzufallen.

Durch vorsichtige Politik gelang es ihm, die einzelnen emporstrebendenGenerale mit Satrapien abzufinden und einen durch den andern im Schachzu halten. Jedoch hielt dies nicht lange an. Antipatros und Krateros, die Antixatr-sHerren von Makedonien und Griechenland, wollten sich dem neuen Gewalt-Mak-d°m-»Haber nicht fügen und suchten die übrigen Statthalter auf ihre Seite herüber-zuziehen. Lange schwankte das Zünglein der Wage; schließlich schien es,als wenn es Perdikkas gelingen sollte, die Oberhand zu behalten, und daer mit Kleopatra (der Witwe des Königs Alexander von Epirus) vermähltund selbst fürstlichen Blutes war, die Krone zu gewinnen. Als aber Per-dikkas in Verbindung mit dem Statthalter Paphlagoniens, dem tapferenund klugen Eumenes (Alexanders Geheimschreiber aus der griechischenStadt Kardia an der thrakischen Chersones) den Statthalter von ÄgyptenPtolemäos mit Krieg überzog, wurde er am Ufer des Nils von seineneigenen meuterischen Soldaten ermordet.

Daraus wurde Antipater zum Reichsverweser erhoben und nahmeine neue Länderteilung (im sogenannten Vertrag von Triparadeisos)vor. Während Antipatros mit der Königsfamilie und seinem herrsch-B-nrag vonsüchtigen, leidenschaftlichen Sohn Kassander im europäischen Stamm-sei"'lande weilte, erlangte in Asien der streitbare, mit großen Feldherrngabenausgerüstete A n t i g o n o s, bisher Staathalter Großphrhgiens, und sein A»tig°n°sritterlicher Sohn Demetrios, der in der Folge wegen seiner Über-legenheit im Belagerungswesen und in der Kriegsbaukunst den BeinamenPolio rketes, d. h. der Städtebelagerer, empfing, die größte Macht.

Dieser suchte den Eumenes, den standhaften Verfechter der Rechte des make-donischen Königshauses, auf seine Seite zu bringen und führte, als andem willenskräftigen Mann alle Verführungskünste scheiterten, einen mehr-jährigen Krieg Wider denselben, in welchem der Kardianer ebensoviel Mutals Feldherrntalent entfaltete.

Noch war der Krieg zwischen Antigonos und Eumenes nicht zu Ende,als Antipater 319 starb, nachdem er den ehrenwerten, aber schon betagtenPolysperchon, einen kleinen epirotischen Fürsten, der einst mit Krateros msdie Veteranen in die Heimat geführt, zum Nachfolger in der Reichsregent-schaft eingesetzt hatte. Seinen eignen Sohn Kassander überging er, da ihmWohl bekannt war, daß dessen hochfahrender, gewaltthätiger Sinn bei denMakedoniern außerordentlich unbeliebt war. Ergrimmt über diese Zurück-setzung, verband sich Kassander mit Antigonos und Ptolemäos, entrißseinem Gegner mit Waffengewalt die Herrschaft über Makedonien undGriechenland und ließ dann Alexanders leidenschaftliche Mutter Olympias,die unter Polhsperchons Reichsverwaltung das Maß ihrer Frevelthatendurch die grausame Ermordung des Königs Philipp Arrhidäos und seiner u?Gemahlin Eurydike, einer Enkelin des ersten Philipp, und vieler make-