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Zweites Buch: Griechische Geschichte.
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Demetrios dessen Staaten fort. Denn hier suchte sich Denretrios Poliorketes, denalten Seekönigen gleich, das in Asien Verlorene wiederzugewinnen. Die297 Thronwirren, die nach Kassanders Tode eintraten, begünstigten des DemetriosUnternehmen. Dem talentvollen Manne gelang es sehr bald, ganz Griechen-land an sich zu ketten und mit kluger Ausnutzung der einander befehdendenKronprätendenten und ihrer Parteien sich in den Besitz von Makedonienzu setzen. In der wunderbarsten Weife ließ das Glück ihn oft tief fallen,um ihn unerwartet hoch zu heben; er war eine stete Gefahr für die nachder Schlacht von Jpsos sich bildenden Teilreiche. Endlich beschloß er dasGesamtreich seines Vaters Antigonos an sich zu bringen. Das trieb Lysi-machos, Ptolemäos und Seleukos, die sich sonst vielfach befehdet hatten, zueiner neuen Allianz; auch König Pyrrhus von Epirus, der des Demetriosharte Hand vielfach gefühlt hatte, trat dem Bündnisse bei. Nach kurzer288 Frist waren für Demetrios alle europäischen Besitzungen verloren, undnach einem verzweifelten Feldzug in Kleinasien fiel er in den kilikischenEngpässen in die Hände der Verbündeten. Er suchte Schutz bei Seleukos,der ihn bis an seinen Tod zu Apamea am oberen Orontes in ehrenvollerHaft hielt, ihm alle Genüsse gewährte, aber durch strenge Aufsicht jedeFlucht unmöglich machte. Schwelgerei und Wollust untergruben hier seine28t riesenstarke Gesundheit in kurzem so sehr, daß er schon im dritten Jahreder Gefangenschaft ins Grab sank: nur vierundfünfzig Jahre alt legte sichder romantisch-abenteuerliche Held, dessen Wesen bisweilen an die Gestaltendes Mittelalters streifte, zur Ruhe. Mit ihm verlosch endgültig der Ge-danke eines hellenischen Weltreichs, und nunmehr bildeten sich die vierneuen Monarchien heraus, die zwei Jahrhunderte lang an die Stelledes Gesamtreichs treten sollten.
Makedonien Das herrenlose Makedonien fiel zunächst in die Hände des Lysi-machos, der aus diesem Kernlande nebst Kleinasien eine große Monarchiezu bilden unternahm. Seine Ländergier ließ ihn zunächst nach Thrakienund Päonien greifen. Anfänglich war das Glück mit ihm; aber baldsollte durch häusliches Leid die neue Dynastie zu Schaden kommen. An-gestiftet von seiner zweiten Gemahlin Arsinoe, ließ er seinen trefflichenSohn Agathokles durch den dämonisch-leidenschaftlichen Ptolemäos, den„Blitz" (Keraunos) zugenannt, den die Ränke seiner herrschsüchtigen Stief-mutter Berentke um sein ägyptisches Thronrecht zu Gunsten seines BrudersPtolemäos Philadelphos gebracht hatten, im Gefängnis ermorden; dieGemahlin des Ermordeten, Lysandra, floh sofort zu Seleukos und forderteK?rupe"°n diesen zur Rache auf. Sieger in einer entscheidenden Schlacht im Gefilde28i Korupedion in Phrygien, in der Lysimachos selbst umkam, wollte sich jetztSeleukos in den Besitz von Thrakien und Makedonien setzen; allein erwurde von dem bei ihm weilenden Ptolemäos Keraunos bei Lyst-machia am Hellespont hinterrücks durchbohrt- Darauf bemächtigte diesersich sogar Makedoniens, zwang die Witwe des Lysimachos zur Heiratund ließ dann deren Kinder vor ihren Augen ermorden. Aber diese blutigeGewaltherrschaft dauerte nur kurze Zeit. Ptolemäos fiel im Kampf gegen27 s die Schwärme der Gallier (§ 175 , 227 ), die alsdann zwei Jahre langMakedonien in Besitz hatten und bedrückten und beraubten, bis sie endlichvon So st Heues und den Edlen des Landes geschlagen, sich teils nachKleinasien wandten, um dort einen neuen Staat, Galatien, in dreiTetrarchien zu gründen, teils als Soldknechte dienten; darauf gelangte Anti-