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Zweites Buch: Griechische Geschichte.
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War der Todesstreich für Athen. Es verschwand als politische Macht vonder Weltbühne, wenn es auch noch eine Reihe von Menschenaltern der Sitzvielartiger Gelehrsamkeit und geistigen Lebens blieb.
§ 144. Der ätolische und der achäische Bund. Kämpfe mitSparta. Trotz dieses Niedergangs brachte das alternde Griechenlandauf bisher von der Geschichte wenig berührtem Boden noch eine poli-tische Neuschöpfung, den ätolischen und achäischen Bund, hervor. DieÄtolier, ein noch frisches Volk, das in seiner Bergabgeschiedenheit andem Vorwärtsdrängen der griechischen Kultur nicht teilgenommen hatte,war das einzige gewesen, das den siegreichen Waffen Philipps erfolgreich^Bund" Halt geboten hatte. Uralt war ihr Bund, der in der Bergstadt Thermosseinen Mittelpunkt, seine Heimat und sein Fest hatte; altertümlich warauch dessen Verfassung, die ganz aus Erwerb im Kampfe gestellt war undvon gemeinsamer Politik und Gesetzgebung nichts wußte; noch zu denZeiten des peloponnesischen Kriegs erschienen die Ätolier als halbe Barbaren.Alle Angriffe aus ihre steilen Berge schlugen sie ab; unter Alexanderwar es ihnen sogar gelungen, ihre alte Freiheit zu behaupten. Nach derSchlacht von Jpsos sollten sie an Kassanders Reich fallen, ohne daß esjedoch diesem und seinen Nachfolgern gelungen wäre, auch nur vorüber-gehend bei ihnen festen Fuß zu fassen. Eine politische Rolle singen sieerst dann an zu spielen, nachdem Antigonos Gonatas die Kelten beiLysimacheia besiegt und sich zum König von Makedonien gemacht hatte(ß 143). Man mußte sich gegen dessen Herrschaftsgelüste wehren, und soscharten sich um den Kern des alten ätolischen Bundes eine MengeVerbündete, die sich dadurch den neuen Machthabern in Makedonien ent-zogen. Nach alter Sitte waren die Ätolier die Vertreter des Faustrechtsund des „Stegreifs", an sich gefürchtet, aber für Makedonien noch keineGefahr, so lange sie allein blieben; jedoch kamen noch zwei andere poli-tische Kräfte hinzu, die ebenfalls ihre Spitze gegen Makedonien richteten.mdAnoAn- Die erste war der ach äische Bund, der sich nach des alten Königsschast Antigonos' Tode schnell ausbreitete. Es lehnte sich an die seit uraltenZeiten zwischen den zwölf achäischen Städten bestehende Eidgenossenschaft anund stellte sich die Aufgabe, das griechische Staatswesen aus der Zerrissen-heit und Vereinzelung seiner städtischen Sonderinteressen herauszureißen unddurch Gründung eines föderativen Gemeinwesens wieder Nationalsinn, Kraftund Einigkeit zu erzeugen. Antigonos Gonatas hatte, um in Griechen-land Ruhe zu erhalten, die Errichtung von Tyrannenherrschaften be-günstigt und dem Grundgedanken von Philipps und Alexanders Politikgehuldigt, daß man die einzelnen Stadtverfassungen Griechenlands mitdem umfassenderen Begriff eines Staates überbauen müsse. Jetzt wurdedieses Prinzip gegen den makedonischen Staat verwendet und eine Eid-des Bundes genoffenfchaft gegründet, die eine Reihe der entgegengesetztesten Staats-2 n Verfassungen in sich schloß. Lange Zeit blieb dieser Bund für die äußerePolitik unbedeutend, bis die reiche und mächtige Stadt Sikhon sich ihm an-schloß. Nachdem es dann dem wackern Aratos gelungen war, seine Vater-stadt von dem Tyrannen Nikökles zu erlösen, befreite er Korinth von dermakedonischen Besatzung und führte auch diese Stadt mit ihrer festen Burgdem Bunde zu. Bald folgten Megära, Trözene und Epidauros. DerBund selbst beharrte trotz feiner zunehmenden Ausdehnung bei seinerfrüheren Verfassung und wurde von einem Oberfeldherrn geleitet, dem