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Erster Band.
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Z 144. Viertes Kapitel: Die makedonische Zeit (Z60—180 v. Chr.). 305

ein Bundesrat mit einem Staatsschreiber zur Seite stand. Die Würdedes Strategen fiel für lange Jahre dem Gründer des Bundes, Aratvs,zu, der für den neuen Staatenbund ungeahnten Einfluß eroberte. DieserAufschwung der Achäer erregte den Neid der übrigen Staaten. Die Make-donier nahmen unter König Demetrios II., dem Sohn des AntigonosGonatas, eine drohende Haltung an und verbanden sich mit den waffen-geübten, rauhen und wilden Ätoliern.

Der achäische Bund hätte Wohl die ganze Peloponnes umfassenkönnen, und Griechenlands Befreiung wäre möglich geworden, wennes gelungen wäre, auch den dritten Trieb der alten Selbständigkeit,die Reform des Königs Agis IV. von Sparta, der Gesamtheit nutz-bar zu machen und damit des altererbten Staatenhaders zu vergessen.Der. spartanische Staat hatte während der Regierung Philipps undAlexanders sich eine leidliche Selbständigkeit bewahrt und auch währendder Wirren der Diadochenzeit seinen Bestand äußerlich ausrecht zu erhaltengewußt. Desto schlimmer sah es aber in seinem Innern aus; die alteHomoiengemeinde (Z 74) war aus einen Bestand von 700 Männern hinab-gesunken, die aber nur zum geringeren Teile an den Staatsgeschäften teil-nehmen durften, im geraden Gegensatze zu der alten lhkurgischen Verfassung.Seitdem nämlich durch die Reform des Epitadeus in Sparta mehrere Güteran einen Besitzer fallen konnten (§ 122), war allmählich alles Grundeigen-tum in die Hände weniger reicher Oligarchen gekommen, welche nun durchdie aus ihrer Mitte gewählten Ep hören den Staat regierten. Das ganzeGrundeigentum der dorischen Stadtgemeinde befand sich im Besitz von etwahundert Familien; die übrigen spartanischen Bürger waren vermögens-und dadurch rechtlos geworden und durch Schulden in die drückendsteAbhängigkeit von den Reichen geraten, die in Schwelgerei und Üppigkeithinlebten, während die anderen darbten. Die Ringschulen standen leer,die gemeinschaftlichen Mahlzeiten mit spärlicher Kost hatten aufgehört,kostbares Hausgeräte und reichliche Gastmähler waren an die Stelle deralten Mäßigkeit und Einfachheit getreten. Die Lage der Periöken, diesich durch Gewerbfleiß und Händel zu Wohlstand aufgeschwungen hatten,ja selbst die Stellung der Heloten, die doch wenigstens ihr täglichesAuskommen hatten, war weit besser, als die der verarmten Spartiaten.Da trat noch einmal der alte Gegensatz des Königtums gegen die über-wuchernde Ephorenmacht hervor. Der jugendliche König Agis IV. suchte,im Glauben an die Möglichkeit einer Rückbildung, den spartanischen Staatzu erneuern und den vorhandenen Übelständen dadurch abzuhelfen, daß eraus Abschaffung der Ephorenwürde, aus Vernichtung der Schuldbriefe, aufneue Güterverteilung und auf Wiederherstellung der lhkurgischen Ein-richtungen und der altdorischen Strenge und Einfachheit drang. DieseRevolution von oben her hätte Aussicht auf Erfolg gehabt, wenn es Agisgelungen wäre, sich kriegerische Lorbeeren zu erwerben und, auf ein siegreichesHeer gestützt, die Macht der starren, geldstolzen Oligarchie zu zerbrechen.Aber militärische Erfolge blieben dem edlen König versagt und die Selbst-sucht der Reichen wollte dem Staatsinteresse nichts zum Opfer bringen.Nach mannigfachen Versuchen, seine Reform durchzuführen, wurde Agis, imFelde gegen die Ätolier unglücklich, von seinen Feinden gestürzt, aus demHeiligtum, wo er Schutz gesucht hatte, herausgelockt und nebst seiner hoch-sinnigen Mutter und Großmutter, die sich edelmütig zur Herausgabe ihres

Weber-Baldamns, Weltgeschichte. 21. Ausl. 7. 20

Demo-trios II. vonMakedonien240-WO

Sparta

Agis IV.246-24S