H 145. Viertes Kapitel: Die makedonische Zeit (360—190 v. Chr.). Z07
zu erlangen; als er der Gewährung seiner Bitte nahe war, starb KönigPtolemäos Euergetes, und sein Nachfolger Ptolemäos Philopator (§ 148),von andern Einflüssen abhängig, versagte nicht nur jede Hilfe, sondern ließsogar Kleornenes mit seinen Gefährten in der Burg gefangen setzen. Dastürzten sie eines Tages mit Dolchen bewaffnet auf die Straßen derägyptischen Hauptstadt, riefen das Volk zur Freiheit auf und stießen dann,als ihr Ruf bei der erstaunten Menge keinen Anklang fand, sich selbst dieDolche ins Herz. So starb Kleomenes, nach des Polybios (§ 204) Aus-spruch ein wahrhaft königlicher Mann von seltenen Gaben und Tugenden,dem die Begeisterung für eine untergegangene große Zeit und für ein totesRecht inmitten einer gesunkenen Bevölkerung den Untergang gebracht hat.
Seine Mutter und seine zwei Kinder starben aus Befehl des rachsüchtigen,schwelgerischen Ptolemäers durch die Hand des Henkers.
8 145. Philopömen und Sparta. Nach der Schlacht von Sellasiazog der makedonische König als schonender Sieger in Sparta ein, stellteden Rat der Alten, die Ephoren- und die Oligarchenmacht wieder herund nötigte die Bewohner zum Abschluß eines Schutz- und Trutz-bündnisses mit dem achäischen Bunde, der ja jetzt unter MakedoniensOberhoheit stand. Da starb Antigonos Doson plötzlich an den Folgen einesBlutsturzes, und an seine Stelle trat sein Neffe, der junge, hoffnungsvollePhilipp III., für den er bisher das Reich treu und gewissenhaft Ver-^vv»"*'waltet hatte. Philipp war ein rascher, unternehmender Jüngling, der^j°Z°"g°"mit der Zeit große Kriegstalente entfaltete, aber für Griechenland keineLiebe besaß und zur Erlangung der erstrebten „Weltherrschaft" alle Mittelfür erlaubt hielt. Die Folge davon war, daß die Griechen sich Wider ihnauflehnten und er sich ihrer nicht anders zu erwehren wußte, als daß ersie gegen einander ausspielte. Am gefährlichsten waren dem makedonischenReiche die nahen, noch nicht gebändigten Ätolier: er verstand es, ihreRaubsucht zur Niederhaltung des achäischen Bundes zu verwenden. ImAnsang seiner Regierung brach zwischen den Achäern und Ätoliern wegeneines Freibeuterzuges der letzterer in das Herden- und triftenreiche Meffeniender vierjährige „Bundesgenossenkrieg" aus, in dem die Peloponnes hart AAnkrugMitgenommen und viele Orte von den räuberischen Freischaren der Ätolier 221-217schrecklich verheert wurden. Dieser verderbliche Krieg brach die letztenKräfte der griechischen Staaten und schwächte auch Sparta, das ausHaß gegen die Achäer sich dem ätolischen Bunde angeschlossen hatte. Alsdaher, nachdem Aratos durch makedonische Tücke vergiftet worden war,der tapfere und hochsinnige Philopömen Strateg des achäischen Bundeswurde und die von dem rauhen, waffenkundigen Tyrannen Machanidas Machanidasbeherrschten Lakedämonier mit Krieg überzog, vermochten diese nicht lange °°" "" "zu widerstehen. Machanidas wurde in der Schlacht von Mantineia 20sbesiegt und von Philopömens eigner Hand getötet, eine That, die in dennemeischen Spielen von dem versammelten Griechenland mit allgemeinemBeifall begrüßt wurde.
Seitdem war Spartas Ansehen vollends dahin, und wenn auchdie Verwirrung, die bald darauf durch die Einmischung der Römer<8 196) über Griechenland kam, den gänzlichen Untergang noch einigeZeit verzögerte, so war doch der Fall der einst ruhmgekrönten lakonischenHauptstadt, wo nach Machanidas der grausame Tyrann Nabi-s eine^-ams^blutige Zwingherrschaft übte, nicht mehr fern. Nabis, ein Tyrann von M-iss
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