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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

8 146.

unbekannter Herkunft, errichtete auf den Trümmern der lakedämonischenVerfassung einen Söldner- und Freibeuterstaat. Volt Haß gegen die alt-spartanische Bürgerschaft, von der er Gefahr für seinen Militärdespotis-mus fürchtete, suchte er den ganzen Stamm auszurotten. Er schafftedie angesehensten und reichsten.Bürger aus dem Wege, verheiratete ihreWeiber und Töchter mit seinen Söldnern oder mit befreiten Helotenund Periöken und teilte mit dieser Rotte das eingezogene Vermögen derGetöteten oder Entflohenen. Gestützt auf diese neue Bevölkerung führteNabis einen Vertilgungskrieg gegen alle, die durch Geburt, Wohlstand,Ansehen und Ruhm aus der Menge hervorragten, und machte das wohlbe-festigte Sparta zu einem Räuberlager, wo verwegene, waffengeübte Scharendem Tyrannen unbedingt zu Willen waren. Als aber Nabis versuchte,in das Gebiet des achäischen Bundes überzugreifen und sich der Stadt2 oo Messene zu bemächtigen, da rückte Philopömen vor die Stadt, brachteNabis eine Niederlage bei und hielt ihn auch die folgenden Jahre imZaum. Trotz seiner Zügellosigkeit vermochte sich Nabis noch eine ganzeReihe von Jahren aus seinem usurpierten Thron zu erhalten, dank derFeindseligkeiten seiner Gegner, die einander eifersüchtig bewachten, bis ervon den Ätoliern, die ihm wegen seiner Hinneigung zu Rom zürnten,Spartas meuchlings erschlagen ward. Während der furchtbaren Verwirrung nachAm^ch^seinem Tode rückte Philopömen vor Sparta und zwang die gedemütigteisi Stadt, dem achäischen Bunde beizutreten und die lhkurgischen Einrichtungenvollends abzuschaffen. Der ewige Hader, der zwischen den alten Feindenfortbestand, beförderte die Herrschaft der Römer, die sich als Schiedsrichterzwischen die streitenden Parteien eindrängten (ß 197).

Wenige Jahre nachher geriet Philopömen bei einem Kriege Wideri88 die Messenier, die sich unter dem Tyrannen Deinokrätes von demachäischen Bunde unabhängig machen wollten, in die Gewalt der Feindeund mußte den Giftbecher trinken. Nach dem Tode dieses „letzten Griechen",der das ritterliche Wesen eines tapfern Feldherrn mit der Gewandtheitdes seingebildeten Staatsmannes verband, sank die Macht des achäischenBundes so, daß die Römer sich bald ohne harten Kamps des ganzen Landesbemächtigen konnten (Z 198). Die von ihnen anfangs gewährte Befreiungaller hellenischen Staaten von der makedonischen Herrschaft beschleunigtedie Auslösung und führte das Partei- und Banditenunwesen in Hellas zusolcher Höhe, daß Leben, Gut und Eigentum ohne alle Sicherheit waren, daßunter den socialen Kämpfen der Armen und Verschuldeten gegen die Be-sitzenden die Grundfesten der Gesellschaft wankten, und daß die endliche Unter-werfung unter das römische Gesetz den meisten als eine Wohlthat erschien.

§ 146. Das Seleukidenreich. Unter Alexanders Nachfolgern waren^ 806 - 28 ?'Seleukos Nikätor und Ptolemäos die glücklichsten. Dem ersterengelang es, nach langen erfolgreichen Kriegen sich alle Länder vom Hellespontund Mittelmeer bis zum Indus und Jaxartes zu unterwerfen (8 142).Syrien und Mesopotamien bildeten das Hauptland, wo die aus der altenHeimat übertragenen Namen der Landschaften und Städte gleichsam einLnnochiens „asiatisches Makedonien" erkennen ließen. Hier gründete bereits der erste8vo Seleukos das glänzende Antiocheia am Orontes, womit nur noch Se-leukeia am Tigris wetteifern konnte. Durch diese wie durch die vierzigandern- Städte, welche er und seine Nachfolger (die Seleukiden) anlegten,wurde griechische Kultur und Sprache und hellenisches Wesen immer mehr