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Zweites Buch: Griechische Geschichte.
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(Z 258), sie stürzte. Durch glückliche Kriege dehnten die ersten Arsakiden ihre Grenzenbis zum kaspischen Meere aus; hundert Jahre nach seiner Gründung umfaßte das par-thische Reich bereits alle Länder zwischen dem Euphrat und Indus und widerstand mitGlück den Waffen der welterobernden Römer. Ihre Hauptstütze fand die neue Dynastie innationalen Elementen, denn in Parthien wie in Baktrien und dem neugebildeten medischenKönigreich Atropatene (Aserbeidjan), erhielt sich die altpersische Feuerreligion G 52),„von einzelnen Strahlen geläuterter Hellenenphilosophie getroffen", jahrhundertelang im Volkeund bildete einen Damm gegen den überwältigenden Hellenismus. Nicht viel später er-langten, besonders während der Kämpfe des Eumenes mit den makedonischen Großen, dieum 2 so Königreiche Armenien und Pontos ihre Selbständigkeit. In dem letzteren schwang sichdie Familie der Mithradates auf den Thron, die sich von der altpersischen Königsfamilieder Achämeniden herleitete.
Kleinasien Kleinasien hatte anfangs Alexanders tapferer Feldherr Lhsimachos größtenteilsmit seinem Königreich Thrakien verbunden; als er aber in der Schlacht von Koru-pedion (Z 143) siel, und der größte Teil seines Reiches in die Hände des Seleukos ge-riet, bildeten sich in Kleinasien eine ganze Reihe unabhängiger Staaten. Unter ihnenGalatien sind drei hervorzuheben. — Galatien verdankt seine Entstehung der rückläufigen Völker-bewegung, die man die Keltenwanderung nennt. Die eine Welle derselben hatte sichsüdlich nach Italien gewendet und dort sich bis nach Rom erstreckt G 175), die andere,die zunächst das Donauthal entlang ging, Jllyrien und dann die südlich des Balkangelegenen Länder bedrohte, brach sich bei den Thermophlen und Delphi an dem Wider-stand der Hellenen, und schlug schließlich nach der Schlacht bei Lysimachia 275 hinübernach Asien. Hier gründeten die Gallier, nachdem sie Seleukos I. besiegt hatten, sich eineneue, feste Heimat. Sie zerfiel nach den Stämmen der Trokmer, Tektosagen und Tolisto-bojcr in drei Gaue mit den Städten Ankyra, PessinLs, Tavium und in zwölf Bezirke(Tetrarchicn), deren jeglicher von einem sogenannten Vierfürsten (Tetrarchen) sür denKrieg und einen Richter (Dikasten) für Friedensgeschäfte regiert wurde. Der große Be-zirksrat von 800 Mitgliedern entschied, im Eichenhain (Drunemetum) versammelt, überpeinliche Angelegenheiten; Krieg und Waffendienst, den die Galater als Söldner der ver-weichlichten Nachbarn übten, war neben den Raubzügen in die umliegenden Landschaftenihr Hauptgewerbe. — Dem glücklichen Kampf Wider sie verdankte Attälos seine ErhebungPergamon zum König von Pergamon. Die Ansänge des Königreichs Pergämon gehen auf Phile-tairos, einen Statthalter des Lhsimachos, zurück. Er und sein Nachfolger Eumenes I. wahrtenÄttalos I. ihre Unabhängigkeit und der letzte Sohn Attälos I. nahm nach seinen Siegen über die241—207 Galater den Königstitel an. Attalos I- war ein eifriger Förderer von Kunst und Wissen-^ 2 ??—I 5 S^ Schaft und ebenso sein Sohn und Nachfolger Eumenes II. Pergamon (wo man das ausAttalos ii. Ziegen- und Eselshüuten verfertigte Pergament erfand) wetteiferte mit Alexandria in derStttaws^iii fliege griechischer Kunst und Wissenschaft, und seine Bibliothek war nach der alexandri-iss-iM ' nischen die berühmteste. Die großartigen Ergebnisse der deutschen Ausgrabungen auf Perga-mons Boden legen Zeugnis davon ab, wie reichlich jenes Geldsürstengeschlecht zu spendenwußte, wie künstlerisch durchgebildet sein Geschmack war. Der große Altar war das Denk-mal des Siegs über die Galater (Z 151). Trotz des Glanzes des Hofes und trotz des könig-lichen Titels des Staatsoberhauptes behielt das pergamenische Gemeinwesen immer einenbürgerlichen, republikanischen Charakter, wie Florenz unter den Mediceern. Daß die Attaliden,auch die beiden letzten, Attalos II. und Attalos III-, in ihrer auswärtigen Politik denMlhyrnen Römern sich gefügig zeigten, ist unten (8 212) zu berichten. — Bithynien, das schonunter den Persern nur halbabhängig war, ward auch unter Alexander nicht unterworfenNikomedesi.und behielt unter den Diadochen seine Selbständigkeit. Der erste König war Nikomedes l.
^ 2bl>). Ihm folgten Ziaelas, Prusias II., der Zeitgenosse Hannibals (8 197), und mehrererPrufias II. andere, die gegen die herrisch auftretenden Römer immer gefügiger wurden, bis schließlichNiko- Nikomedes III. (ch 74) diesen sein Reich förmlich vermachte (Z 221).
" Ntto-^ Alle diese Kleinreiche boten politisch für den Augenblick den einen großen Vorteil, daß siemedes m. die gewaltigen Trümmer der alexandrinischen Weltmonarchie auf einander zu prallen hinderten:andererseits waren sie für die Kultur und zwar auf langehin segensvoll, indem ihre Haupt-städte als Brennpunkte des Hellenismus wirkten. Zugleich hinderten sie jedoch ein kraftvollesZusammenfassen aller griechischen Kräfte und bereiteten so den Boden für den Großstaat,der sich vom Westen aus bildete, nachdem der Kampf mit der Nebenbuhlerin Karthago aus-gesochten war, und der dazu bestimmt war, sie in seinen gewaltigen Rahmen mit einzuspannen.
8 148. Das ägyptische Reich der Ptolemäer. Die kraftvollste undlebensfähigste Macht, die sich aus den Trümmern von Alexanders Welt-