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Erster Band.
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8 148.

Viertes Kapitel: Die makedonische Zeit (360—190 v. Chr.).

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Monarchie erhob, war Ägypten. Denn das kluge Ptolemäergeschlechtwußte sich auf die nationalen Elemente zu stützen, die neben der günstigenLage des Landes zu der Blüte des neuen Reichs wesentlich beitrugen. Unterden drei ersten Ptolemäern war Ägypten, wie in den Tagen der Pharaonen,eine gebietende Macht, und die neue Königsstadt Alexandreia überbot anSchätzen, Pracht und Kunstentwicklung die alten Hauptstädte Memphis undTheben. Handel, Verkehr, Industrie standen in herrlicher Blüte. MitArabien und Indien wurden Hande^verbindungen angeknüpft, der alte Kanaldes Necho (§ 32) wieder fahrbar gemacht, Karawanenstraßen zu den Wüsten-völkern nach Süden und Westen geöffnet, das Mittelmeer mit Handels-schiffen befahren und von Seeräubern gesäubert, an den Küsten des rotenMeeres Städte und Warenplätze gegründet, die für den Weltverkehr sowichtigen Länder Phönikien und Palästina, sowie die Südküste Kleinasiensund viele Inseln, wie Samos und die Kykladen, dem Reiche beigefügt.Die Hauptträger dieses neuen Kultur- und Jndustrielebens waren Griechen,die, über das ganze Land zerstreut und in den Städten angesiedelt, dasspröde Wesen der Eingeborenen in Bewegung brachten und zur Teilnahmean ihrer Thätigkeit hinrissen. Um aber dem vorurteilsvollen und amÜberlieferten Hangenden Volke keinen Anstoß zu geben, verfuhren diePtolemäer mit großer Klugheit und Schonung. Sie ließen die hierar-chischen Ordnungen, das Kastenwesen und die alte Landeseinteilung bestehenund vermieden alle eingreifenden Veränderungen. Die Religion bestandaus einer Mischung griechischer und ägyptischer Elemente; den Mittel-punkt bildete der prachtvolle Serapis- und Jsisdienst (ß 35), aus den derKultus der hellenischen Naturmächte der Unterwelt übertragen ward;Alexandreia wurde der Sitz einer Weltlitteratur, die hellenistische Sprachedie Hos-, Gerichts- und Amtssprache.

Ptolemäos Soter, der Sohn des Lagos, der kluge Stifter des Ptolemäerreiches, dasseinen Halt und Mittelpunkt in dem abgeschlossenen, schwer zugänglichen Nilthale hatte undseine Arme über das griechische Kyrene in Nordafrika und über Phönikien, Palästinaund Cölefhrien mit dem cedernreichen Libanon und Antilibanon ausstreckte, legte den Grundzu den drei Einrichtungen, woraus Ägyptens Größe beruhte: zu der großen Militär- undSeemacht, zu einem sehr ausgedehnten und gegliederten Verwaltungs-, Steuer- und Gerichts-wesen unter monarchischer ltnbeschrünktheit und zu dem weltberühmten Museum,das mit dem Königspalast in Verbindung stand und die Räume für die alexandrinisch eBibliothek mit ihren zahlreichen Bücherrollen und die Wohnungen für Gelehrte undDichter enthielt. Sein Sohn und Nachfolger Ptolemäos Philadelphos sehte das Werkseines Vaters fort. Er umgab seinen Hof mit einer verschwenderischen Pracht und mit un-erhörtem Luxus und schmückte seine Hauptstadt mit allen geistigen und sinnlichen Genüssen,die Reichtum und Bildung gewähren können. Zugleich gelang es ihm, die Grenzen nachSüden zu erweitern, indem er glückliche Feldzüge nach Äthiopien unternahm, und seinem Landedurch einen Handelsvertrag mit den Römern weite Absatzgebiete zu eröffnen. PtolemäosEuergktes (Wohlthäter) verband mit der Liebe zu Kunst und Wissenschaft Mut undkriegerische Tüchtigkeit. Er erschütterte durch einen glücklichen Krieg die schlaffe Seleukiden-macht, dehnte die Grenzen seines Reiches nach allen Seiten aus und schuf dem Handel undVerkehr (namentlich dem Karawanenhandel) neue Wege. In Abessinien, an der Tro-glodhtenküste, in Süd-Arabien, wo die Sabäer seßhaft waren, und in Äthiopienwurden Ansiedlungen gegründet und die für Handel und Schiffahrt Wohlgelegene InselChpern dem Reiche dauernd beigefügt. In Kleinasien wurden die südlichen LandschaftenKarten, Kilikien und Lhkien den Seleukiden entrissen und mit neuen Städten geschmückt(Berenike, Arsinoe, Philadelphia). Von einem dreijährigen Rache- und Beutezug (246—248)in das syrische Reich brachte Ptolemäos Euergetes 40,000 Silbertalente, eine Unzahl kost-barer Gewänder und Gefäße und an dritthalbtausend Götterbilder nach Ägypten zurück.Des Ptolemäos Euergetes Gemahlin war die schöne Berenike, die ihr prächtiges Haupthaarzu opfern gelobte, wenn ihr Gatte glücklich heimkehrte; die höfische Dichtkunst des Astro-

Ptole-Lagi 280

PLole-

Philadel-

phos

280—247

Ptole-mäos III.Euergetes247—221