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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

8 149.

nomen Konon versetzte dies Haar unter die Sterne, und viele spätere Gedichte nahmen daraufmäor^iv ^^9' PtolemäosPhilopätör oder Tryph on (Schlemmer), der Grausamkeit mit derPhilopator größten Schwelgerei und Ausschweifung verband, beginnt das Sinken des ägyptischen Reichs.

221— 204 Ein unglücklicher Krieg mit dem syrischen König Antiochos III. brachte, trotz des Sieges der

Ägypter bei Raphia (217), über das Reich großes Verderben und gab, nachdem Judäa,Syrien und die Landschaften in Kleinasien verloren gegangen waren, den Römern Anlaß zumsos°v ^rer unheilvollen Einmischung, die unter dem minderjährigen Ptolemäo s Epiphänes, überEpiphänes welchen Rom die Vormundschaft sührte, sich befestigte und erweiterte, so daß die folgenden204-181 Könige ganz unter römischem Einfluß standen.

Charakteristisch für die Ptolemäerzeit, gegenüber der starren Abgeschlossenheit des alt-ägyptischen Nationalstaates, ist die Aufnahme aller gescheiten und kenntnisreichen Fremd-linge, die in dem Lagidenreiche lohnende und geehrte Stellung fanden. Der Hellenismus,der hier so klug die Brücke zum nationalen Staate zu schlagen gewußt hatte, ermöglichteaber auch in seiner Weltbürgerlichkeit die Verschmelzung mit andern Völkern, die sich gegen-seitig befruchteten. So entstand der Alexandrinismus, in dem sich griechische, ägyptischeund semitische Art miteinander verbunden zeigen unter Vorherrschaft des griechischen Wesens.

8 149. Judäa und die Makkabäer. Das Volk der Juden war nach seiner Heim-kehr aus Babylonien (Z 30) zwar äußerlich wieder zur Selbständigkeit gelangt, jedochdursten sie sich nur so lange, als es den jeweiligen Gewalthabern in Asien paßte, ihrerFreiheit freuen. Unter dem Regiment der Achämeniden bildete Judäa einen Teil dersyrischen Satrapie, ohne wesentliche Erschütterungen zu spüren, Unter Alexander litt dasLand mehrfach unter den Durchmärschen der Makedonier. Seine eigentliche Leidenszeitbegann erst, als die Diadochen das Reich teilten; denn wegen seiner günstigen Lagewar Judäa, wie ehemals unter den alten orientalischen Großreichen (H 39), der Gegen-stand des Haders zwischen den Seleukiden und Ptolemäern. Die letzteren bemächtigtensich mit Hilfe der streitbaren Araberstämme an der Ostgrenze zuerst des Landes undmachten es zinspslichtig, ließen aber die alten Einrichtungen und den jüdischen Gottes-staat mit der mosaischen Gesetzgebung und den Traditionen der Vater bestehen. Zufrieden,wenn die Abgaben entrichtet wurden und der Hohepriester den Zins von zwanzig Silber-talenten jährlich bezahlte, gewährten die ägyptischen Könige religiöse und bürgerlicheFreiheit und gestatteten, daß der Hohepriester, welchem später der hohe Rat derSiebzig (Synedrium, Sanhedrin) zur Seite trat, über Lehre und Sitten wachte, denReligionskultus und die innern Angelegenheiten leitete und die höchsten richterlichen Ent-scheidungen fällte, und daß der Opferdienst und die heiligen Festzeiten in herkömmlicherWeise gefeiert wurden. Viele Juden siedelten nach Alexandria über, wo sie zu Reichtumund Macht kamen. Sie bekleideten selbst hohe Staatsämter und bereicherten sich durch deneinträglichen Handel, so daß von den Gaben der auswärtigen Gläubigen sich unermeßlicheSchätze in dem Jehovahtempel zu Jerusalem häuften. Aber durch Antiöchos III. den

222 — 18 ? Großen (8 146) wurde Judäa nach der siegreichen Schlacht am Berge Panio n beiden

Jordanquellen den Seleukiden unterworfen und mit Steuern hart bedrückt, namentlich als dieserum ungeheure Geldsummen einen Frieden von den Römern erkaufen mußte. Sein zweiterAntiochos Nachfolger, Antiochos Epiphänes, plünderte sogar die Tempelschätze in Jerusalem und^nw- 164 ^ faßte den Vorsatz, die jüdischen Einrichtungen und den Jehovahdienft aufzuheben und wie inseinen übrigen Staaten auch in Judäa griechische Kultur mit hellenischem Heidentum daselbstzu begründen; der Tempel in Jerusalem wurde dem Dienst des Olympischen Zeus gewidmet.

Der hartnäckige Widerstand der Juden führte so grausame Verfolgungen herbei, daß sichzuletzt das zur Verzweiflung gebrachte Volk erhob und unter der Anführung des PriestersMattatias aus dem erlauchten Geschlechte derHasmonäer und seiner fünf heldenmütigenSöhne (Makkabäer) die Syrer mutig und erfolgreich im Kleinkriege bekämpfte- InSchluchten und Höhlen sich bergend, unternahmen die Rechtgläubigen (Chasidäer) Streifzügenach allen Seiten, rissen die Altäre um und verfolgten mit dem Schwert Abtrünnige undJudas Heiden ohne Unterschied. Der älteste Sohn Judas Makkabäos, der begriffen hatte,"daß des Lebens bester Zehrpfennig die Kühnheit ist", erzwäng, dem Vater au Tapferkeitund Kriegskunst überlegen, nach einigen glücklichen Gefechten von dem folgenden Königeinen Frieden, wodurch die Wiedereinführung des jüdischen Gottesdienstes gestattet wurde.Aber Versöhnung und Ruhe kehrten nicht zurück; Judas Makkabäos selbst, „der RetterIsraels", fiel in der Feldschlacht an der Spitze seiner Tapfern. Allein der Mut derJonathan Chasidäer blieb ungebeugt. Des Judas Bruder Jonathan benutzte die Thronkämpfeund Zerrüttungen im syrischen Reiche, um die fürstliche Würde des Hohenpriesters anSimon Haus der Hasmonäer zu bringen; als er zu Ptolemais heimtückisch gefangen und1 13S hingerichtet wurde, trat der dritte Bruder Simon an die Spitze der streitbaren Jsrae-