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Zweites Buch: Griechische Geschichte.
Z 151.
Essener
Thera-
peuten
Bibelüber-setzung derSeptua-ginta
sctzesdienst und dem hellenischen Weltbürgertum. Eine dritte jüdische Sekte(die Essener), aus den Chasidäern der Makkabäerzeit hervorgegangen, glaubteam besten durch Abgeschiedenheit von der Welt, durch sromme Bußnbungen(Askese) und durch Gütergemeinschaft der Ordensglieder Gott zu dienen undihr Seelenheil zu fördern. Sie wohnten gruppenweise in der Einsamkeit an derWestseite des toten Meeres und trieben Ackerbau, Viehzucht und friedliche Ge-werbe; indem jeder einzelne auf Privateigentum verzichtete, trugen sie Vermögenund Erwerb zu gemeinsamer Benutzung in einen Bundesschatz zusammen; siemieden dre Ehe und enthielten sich der Fleischspeisen; als Armenpfleger undKrankenärzte machten sie sich um die leidende Menschheit verdient. Verwandtmit den Essenern waren die ägyptischen Therapeuten, dieVorläufer der späterenMönchsorden, die in der Wüste am mareotischen See (bei Alexandria) in kleinerenGesellschaften um ein Bethaus wohnten und ein beschauliches Leben mit gemein-samen Andachten führten. „Die Pharisäer bildeten den Grundstock der Nation,von dem sich die Sadducäer durch Unterordnung der religiösen Interessen unterdie politischen, die Essener durch schwärmerische Lebensweise absonderten." Be-sonders unter den Pharisäern wurde der Gedanke gepflegt, daß die Juden„das auserwählte Volk" seien und ein „Messias" kommen müsse, um sie ausder Knechtschaft zu lösen und ihnen das Regiment über die ganze Welt zugeben, während die Sadducäer sich mehr an die wirkliche Welt anschlössen undin ihr und mit ihr auszukommen versuchten. Noch weiter als die Sadducäergingen die zahlreichen in Alexandreia wohnenden Juden, die eine Vermischungjüdischer Weisheit mit griechisch-heidnischer Philosophie anstrebten und zuletztfast nur noch griechisch redeten.
Durch eine Anzahl Gelehrter dieser alexandrinisch-jüdischen Schule, nachder Tradition waren es 72, ließ Ptolemäos Philadelphos die fünf Bücher Mosesins Griechische übersetzen und in seiner Bibliothek aufstellen. Dieses Beispielfand bald Nachahmung, so daß im Laufe des dritten und zweiten Jahr-hunderts vor unserer Zeitrechnung auch die übrigen Schriften des alten Testa-ments ins Griechische übertragen wurden. Von der Vorsteherschaft der alexan-drinischen Judengemeinde als authentische Quelle des nationalen Rechtes an-erkannt und gebraucht, erhielt das Buch von der Zahl der Beisitzer jenesKollegiums den Namen „Übersetzung der Siebenzig" (Septu aginta); siefand später in der christlichen Kirche allgemeine Anerkennung und ist derenAusbreitung sehr förderlich gewesen. Aus dieser Verbindung des national-jüdischen und hellenischen Geistes gingen auch die Nachtriebe der jüdischenLitteratur hervor, die gewöhnlich als Apokryphen bezeichnet werden und zumTeil in die Bibel aufgenommen worden sind. Obwohl eine Reihe von ihnen ur-sprünglich in aramäischer Sprache (dem Ersatz für das ausgestorbene Althebräisch)versaßt waren, sind sie alle nur in griechischer Übersetzung erhalten (§ 51).Zu den nicht aufgenommenen Schriften gehört das Buch Henoch und dasdritte und vierte Buch der Makkabäer, beides Erzeugnisse der rabbi-nistischen Theologie, vermischt mit hellenistischen Ideen und griechischer Redekunst.
v. Kunst und Wissenschaft.
§ 151. Allgemeines. Die bildenden Künste. Der am Ende der vorher-gehenden Periode (Z 131) hervortretende Zug zu immer größerer Verfeinerungder Technik und zum Virtuosen- und Spezialistentum nahm unter den Dio-dochen immer mehr zu. Daneben löste das Weltbürgertum das rein Nationaleab und schuf den die ganze damalige Welt umspannenden Alexandrinismus.
Der einzelne verzweifelte immer mehr daran, auch nur die Gesamtheiteiner Kunst oder Wissenschaft umfassen zu können, und beschränkte sich ausden intensivenAnbaueinesbe stimmten nicht allzu großen Gebietes,