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Zweites Buch: Griechische Geschichte.
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3. Malerei Dieselbe Entwicklung zeigte auch die Malerei. Freilich sind wir hier ganz und garauf die späten Nachbildungen der Römerzeit angewiesen; aber aus den zahllosen Kopiengriechischer Originale, die sich in den pompejanischen Wandbildern und in den Darstellungender etruskischen Nekropolen finden, sehen wir ebensogut den Zug zum Genrehaften und zur ge-wallten Realistik wie in den Gebilden der anderen Künste; so aus der sogenannten aldobrandi-nischen Hochzeit und den Landschaftsbildern in Pompeji. Der Zug ins Kolossale kommtnaturgemäß hier selten zum Vorschein: daß aber das Historienbild dazu neigte, zeigt unsdas gewaltige Mosaik der Alexanderschlacht in Neapel (Z 135) und andere derartige Dar-stellungen im größten Maßstabe. Vielleicht sind hierher auch die gewaltigen Welt- undLandkarten zu rechnen, die in zener Zeit zum ersten Male auftauchen.
4. Kunst- Dix neue Kunst, in Mosaik zu arbeiten, die hauptsächlich zur Dekoration dienen mußte,
han wer! hinüber zum Kunsthandwerk, das in seinen feinziseliertcn Spiegeln, sorgfältig ge-
arbeitetem Silbergeschirr und realistisch bemalten Vasen genau dasselbe Bild wie die andernKünste zeigt. Auch hier tritt das Spezialistentum scharf hervor und läßt den Kunst-handwerker nur in einer Richtung etwas Großes leisten; um den Zusammenhang der Künstekümmert er sich nicht. Zu den liebenswürdigsten Erzeugnissen dieser Periode gehören diezahllosen geschnittenen Steine, in denen eine verblüffende Fertigkeit hervortritt.
5. Musil Ähnliches gilt von der Musik und der Vortragskunst. Soweit wir nach den
spärlichen Überlieferungen urteilen dürfen, trennte sich der Komponist völlig vom Aus-führenden, was bei dem letzteren die einseitige Betonung der Technik zur Folge haben mußte.
§ 152. Die alexandrinische Dichtkunst. Mit der nationalen Selbständigkeitwar auch die Vollkraft poetischen Schaffens dahin. Zunächst gelangte manin gleicher Weise wie bei den bildenden Künsten dazu, in einem raffiniertenVirtuosentum Ersatz für die einfache Schönheit der Natur zu suchen. Die altenFormen hatten sich ausgelebt, und ihre Fortsetzungen in Hymnen, Epen,Tragödien waren nur Produkte einer „leblosen Hofpoesie", unsagbar steif undlangweilig. Das Gelehrtentum, das um sich griff, leitete zunächst zum Lehr-gedicht hinüber; bald aber fand der poetische Drang seinen richtigen Weg,indem die neue Gattung des Eidyllion (der Idylle) auftaucht, des dichterischenGenrebildchens. Dieselbe knappe Form, die das Idyll kennzeichnet, und mitähnlicher Gedankenrichtung auf das Kleinbildliche finden wir in der alexandri-nischen Elegie; je weniger man sich großen poetischen Aufgaben gewachsenfühlte, desto mehr legte man in dieser Form den Ausdruck aller möglichenInteressen und Empfindungen nieder. Die Liebe ist das Hauptthema und dielyrische Erzählung das Hauptkunstmittel. Eine Abart beider Gattungen ist derMimiambus, der kleine burleske Bilder aus dem Alltagsleben lieferte undseinerseits wieder zur neuen Komödie (§ 101) zurückleitet. In jene Zeit fallenauch die ersten Anfänge des Romans und der Novelle, die von der aus-schmückenden Erzählung wahrer Ereignisse nach und nach in das Gebiet derreinen Dichtung hinüberfpielen.
1. Drama Die unter dem Namen Plejaden oder tragisches Siebengestirn bekannten Tragidien-
Lykophron dichter waren ohne Talent und Bedeutung; zu ihnen wurde auch der dunkle Lykophron
um 2Sü Von dem letzteren besitzen wir noch ein schwer verständliches Gedicht Kassandra,
Weissagungen dieser troischen Seherin über den Untergang Trojas und die Schicksale der ver-schiedenen Helden enthaltend. Der Verfasser geht bis zur Entführung der Jo und Europazurück und schließt mit Alexander dem Großen, zieht aber vieles Andere aus der Mythologieund Geschichte hinein. Das Gedicht ist ein Schah der seltensten Mythenkunde und bietet eineMenge geographischer und historischer Nachrichten, ist aber wenig anziehend, da die Spracheoft künstlich, gefucht und schwerfällig ist. Das Werk ist darauf gerichtet, eine Masfedes verschiedenartigsten Stoffes an einem äußerlichen Faden an einander zu reihen undkeinen Begriff in seiner natürlichen Gestalt auszudrücken, sondern ihn entweder zu um-schreiben, oder dem eigentlichen Worte ein anderes, schwer zu enträtselndes unterzuschieben;ein merkwürdiges Beispiel des neuen „romantischen" Geschmacks, das Weitentlegene,räumlich und zeitlich Getrennte in der Phantasie zusammenzufassen und in das Ungewöhn-
2 . Epos liche und Unnatürliche einen Wert zu sehen- Die im dritten Jahrhundert unter den Ptole-
KallNnachos Mern (Philadelphos, Euergktes, Philopator) in Alexandreia lebenden Dichter Kalli-
Apollonios in ü db o s ^ Khrene und Apollonios von Rhodos haben sich mehr durch ihre ge-
um 280—2vv lehrten und kritischen Arbeiten im Museum und durch Reichtum des Wissens als durchihre Poetischen Leistungen ausgezeichnet. Der erstere, ein fruchtbarer Polyhistor, dichtete