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Erstes Kapitel: Land und Völker Italiens.
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an seinem Fuße, nebst Bovillä, nur in tieferer Abdachung. Wegen seiner gesunden Luftund seiner frischen Wasserquellen war das Albanergebirge am frühesten bewohnt. DerBerg Algkdus mit der altvolskischen Stadt Veliträ war ausgezeichnet durch herrlicheWaldungen, üppige Triften, eine Bergfestung (Algldum) und eine heilige Tempelstätte.
Die Tuskulanerberge waren berühmt durch die uralte Stadt Tuskülum und durchdie auf und an ihren Hügeln und an ihrem Fuße hin erbauten herrlichen Landhäuser, diedie Aussicht über Roms schönste Gefilde, auf die ewige Stadt selbst, auf den Tiberstrom,den Anio und selbst auf das benachbarte Thrrhenermeer genossen. Auch die malerischenAequer- und Volskerberge im Süden des Anio waren mit zahlreichen Landhäusernund Weinpflanzungen bedeckt. — Latium, im weitesten Sinn, mit Einschluß des Gebietsder V olsker, Hernkker, Aurunker und Rutuler, umfaßte, außer der siebenhügeligenTiberstadt Rom, viele altberühmte Orte, die freilich in den historisch hellen Zeiten wegendes Übeln Klimas meist zur Bedeutungslosigkeit herab gesunken waren. An der Küstelagen die Hafen- und Handelsstadt Ostia am linken Tiberufer und Laurentum, deruralte Königssitz der Latiner; Ardda, die Hauptstadt der Rutuler, gehörte, wie die RutulerHafenstadt Antium, zu den ältesten Städten des Landes. Anxur (Tarracina) ist Bolskereine uralte Volskerstadt auf einem Hügel, deren Doppelname und günstige Lage auf eineschon sehr früh vorhandene etruskische Kolonie hinweist. Nicht weit davon, in der Gegendvon Fundi, wuchs der berühmte Cäcüberwein. Ferner sind zu nennen Cajeta (Gaeta)auf einem steilen Felfenvorgebirge, Minturnä am Liris in einer sumpfigen, aber frucht-baren Gegend, Sinuesfa, eine blühende Stadt in dem Weinreichen Falerner Gebiet.
Im Innern, das durch eine Menge Landstraßen, unter denen die breite, mit vielenGrabdenkmälern geschmückte, appische Straße zwischen Rom und Capua den erstenRang einnahm, mit der Hauptstadt verbunden war, lagen Lavinium (aus der Aeneas-sage wohlbekannt) und nahe dabei das durch seinen Junotempel berühmte Lanuvium,
Suessa Pometia, die uralte Volskerstadt an den pomptinischen Sümpfen, die gleichden minturnischen schon im Altertum als Schlupfwinkel für Räuber und Banditendienten. Auch Norba, das Weinreiche Setia, Fregellä und die berühmte, später mitrömischem Bürgerrecht beschenkte Municipalstadt Arpinum, Geburtsort von Marius undCicero, gehörten ehemals dem Volskerbunde an; Sora am Liris war ihre nördlichsteStadt. An der Stelle der Burg der festen Militärkolonie Castn um liegt jetzt dasberühmte Kloster Monte Casino. Die bedeutendsten Städte der Herniker waren 4-rnUsrAnagnia und Ferentum. Uralte Städte waren ferner Gabii und das wegen seinergesunden Luft und reizenden Gegend vielbesuchte Präneste (Palestrina), mit einem herrlichenOrakeltempel der Fortuna; östlich davon lag das romantische Sublaqueum (Subiäco).
Eine der berühmtesten und ältesten Städte Latiums war Tibur (Tivoli) am Anio, vonden vornehmen Römern wegen der Herrlichkeit der Gegend viel besucht. In seiner Nähe,am Fuße des Berges Lucretklis mag sich Wohl das viclgefeierte sabinische Landgut desDichters Horatius befunden haben. 7. Campanien (jetzt Terra di Lavoro), besteht auseiner höchst fruchtbaren Ebene und einer romantischen, rebenreichen Hügelkette mit demdurch seine trefflichen Weine berühmten Falerner Gebiet auf der Grenze von Latium (diespäterhin etwas weiter nach Norden hin an den Garigliano gelegt wurde). Hier liegt derin der Kriegsgeschichte bekannte und mit einem Jupitertempel geschmückte Tifätabergnordöstlich von Capua, der weltberühmte Feuerberg Vesuvius und das an Wein und Natur-schönheiten reiche, vulkanische Gaurusgebirge, wo sich der merkwürdige Kratersee Avernus,mit seinen tödlichen Ausdünstungen, und der austernreiche Lucrtnersee befinden. Unterden Flüssen sind der Volturnus und der Küstenfluß SilSrus am bedeutendsten.Campanien, mit den Vorgebirgen von Misenum und Surren tum, der reizenden Buchtvon Bajü und Puteöli, und den gegenüberliegenden Inseln Capreä (Capri) undAenaria (Jschia), wo schon in uralter Zeit die Korinther gewinnreichen Handel mit denBewohnern der Küste getrieben und eine Niederlassung gegründet hatten, gehört zu denschönsten und fruchtbarsten Ländern des Erdbodens. Getreide, Wein und Oliven sind vonseltener Fülle und Güte. Darum haben auch schon frühe verschiedene Völker sich dortangesiedelt und Städte angelegt; so die kleinafiatischen Griechen auf einer steilen Felshöhedes Berges Gaurus die Stadt Kyme (Z 70), einst einer der reichsten und blühendsten Handels-orte des westlichen Mittelmeeres, die Mutterstadt vonNeapölis (gegründet im 5. Jahrh.)Dikäarchia (später Puteoli) u. a. Die Umgegend von Cumä, die sogenannten phlegräischenGefilde, mit dem acherusischen See im Süden und dem von Wald und Felsen ein-geschlossenen See Avernus (Aornos) im Osten der Stadt, wurde von den alten Dichternals der Eingang in das Reich der Unterwelt dargestellt, wozu die Ürtlichkeit sehr geeigneterschien. Hier hauste in dunkler, mephitische Dünste aushauchender Grotte die ku maische