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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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Sibylle, die den Besuchern die Zukunft enthüllte: hier sollte Odhsseus in das Reichder Toten hinabgestiegen sein; in den kleinen Felseneilanden vor dem Vorgebirge Misenumerblickte man die Inseln der Sirenen, in dem erst spät landfest gewordenen VorgebirgeCircesum (Kirkeion) glaubte man die Zauberinsel der Kirke zu erkennen. Die durch einenAusbruch des Vesuv (79 n. Chr.) verschütteten Städte Herkulaneum, Pompeji undStabiä waren zuerst Landstädte der Osker. Wem die beiden wichtigsten Städte des LandesCapua und Nola ihre Entstehung verdanken, ist unbekannt; in historischen Zeiten sindsie von Ostern bewohnt gewesen. Das moderne Capua steht an der Stelle des antikenCasilinum. Unter den Städten im Innern des Landes waren bedeutend Venafrum,Cales, Teänum und Atella, eine etruskische Pflanzstadt, berühmt durch seine Mimen (Z 204)mit Gesang und Tanz.
Hinunter- III. Untcritalien, nach den griechischen Kolonien (Z 70) an seinen Küsten auch' ° Großgriechenland genannt, war im Innern von ackerbauenden Völkerschaften oskischen
und sabellischen Ursprungs bewohnt, die in alter Zeit den hellenischen Küstenstädten inKlientel oder gar in Leibeigenschaft wirtschaften und zinsen muhten. Es zerfiel in drei
* 1. Apulien und Kalabrien reicht von der vulkanischen Berggruppe des Gargänus,
Caiabrien (die inselartig sich an das geschlossene ebene Borland anschließt und den Sporn Italiensdarstellt), bis zur Südostspitze, und wird von dem reißenden Berg- und KüstenstromAufkdus durchflossen, ein an Eichenwaldungen reiches Land. Unter den Städten sindbemerkenswert: s.) an der Küste: Sipontum, ein von den Römern zu einer Kolonieerhobener Handelsort, dessen Bewohner im Mittelalter nach Mansredonia verpflanzt wurden;Barium, Egnatia und die als Überfahrtsort nach Griechenland (Dyrrhachium) berühmteHandels- und Hafenstadt Brundisium (Brindisi), wo die appische Straße (Z 182) ihrEnde erreichte, ursprünglich eine griechische, dann eine römische Kolonie; Hhdrun-tum (Otranto), einst den Tarentinern zugehörig, reich durch Fischfang und durch Er-zeugung und Verarbeitung der vortrefflichen Schafwolle, so wie deren Färbung mitdem Saft der tarentinischen Purpurschnecke, als Überfahrtsort dienend und Tarentum(Taras), die wichtigste Hafenstadt dieser fast ganz von Griechen bewohnten Küste, b) ImInnern lag das wollreiche Luceria, eine römische Ansiedlung, nachdem im Samniterkriegdie alte Bevölkerung untergegangen war (§ 182). Südlich davon bis zu dem durch die Nieder-lage der Römer (216 v. Chr.) bekannten Städtchen Cannä am Aufkdus G 193) erstreckt sichein großes Fruchtgefilde, „Feld des Diomedes" genannt; in der Nähe lag die starke FestungVenusia in einer romantischen Gegend am schäumenden Aufidus, Geburtsort des Dichters
2. Lulanien Horatius. 2. Lukanien ist ein von Fclsengebirgen durchzogenes, an Waldungen undgrasigen Triften reiches Land, wo der Weiustock und der Olbaum blüht und blumenreicheThäler durch ihre Naturschönheiten entzücken. Weder in Lukanien, noch in dem ähnlich
s. Bruttium gebildeten, von einem rohen Mischvolke bewohnten 3. Bruttium (heute Kalabrien genannt)befanden sich im Innern des Landes bedeutende Städte, mit Ausnahme von Consentiaund dem uralten Pandosia. Die Bewohner befanden sich in einer vollständigen Abhängigkeitvon den hellenischen Küstenstädten, deren eine sich hier an die andere reihte (Z 70) und diebesonders unter dem Bunde der Pythagorüer (K 89) zu hoher Blüte gelangt waren. Diegroßartigen Tempelreste von Pästum (Posidonia), die Trümmer von Säulen, Prachtgebäuden,Thoren und Mauern, die schöngeprügten Münzen und die bemalten Vasen von edler Formund herrlicher Zeichnung geben noch jetzt Zeugnis von der ehemaligen Pracht, Größe undBildung dieser hellenischen Kolonien.
iv. Mein IV. Inseln. Die sicilische Meerenge oder Straße von Messina, mit den von denSchiffen des Altertums gefürchteten Strudeln Scylla und Charybdis, trennt die großeund fruchtbare Insel Sieilien, „Roms Kornkammer", von Italien. Die (wohl vorarischen)Urbewohner des großen Eilandes hießen Sikaner und Elhmer. In vorgriechischer Zeitwanderte hier ein italischer Stamm ein, die Sikuler. Sie brachten es nur zu un-bedeutenden Stammessiedelungen im Osten und im Innern der Insel, bildeten aber inspäteren Zeiten den Grundstock der Bevölkerung. Gründungen, die ihnen angehören, sindHenna (Castrogiovanni), Menänum, Morgantina, Centuripae u. a. Die meisten Städtelagen an der Küste und waren griechischen Ursprungs (besonders um den Ätna herum,vgl. 8 70); nur der Westen und Nordwesten mit den Städten Lilybüum, Drepäna,Segesta, den altphönikischen Tochterstädten Soloeis, Panormus, Motye und derBergfeste Eryx, mit dem berühmten Tempel der phönikischen Geburtsgöttin (Aschera-Astarte,von den griechisch-römischen Einwohnern als Aphrodite oder Venus bezeichnet), gehorchte denKarthagern, die sich auch der von einer wilden, treulosen und käuflichen Völkerschaftbewohnten und wegen ungesunder Luft verrufenen Insel Sardinien (mit den HauptortenCaräles und Olbia) und der kleinen ägatischen Inseln bemächtigt hatten. Die Ur-