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Erstes Kapitel: Land und Volker Italiens-
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lichen Bergabhängen von Genua bis Pisa), fast durchgängig von gallischenoder keltischen Völkerschaften bewohnt, und führte nach seinen Bewohnern denNamen Oallia oisalxina oder nach deren Tracht, der Toga (einem langen Woll'gewand) Kallia togata. In mehrere Stämme (§ 158) geschieden, waren sie langedem Hirtenleben ihrer Stammgenossen jenseits der Alpen treu geblieben, „von demFleische ihrer Herden sich nährend und in den Eichenwäldern Tag und Nacht mitihnen verweilend", bis sie sich teils dem Städteleben und den Künsten des Friedensteils dem ergiebigen Feldbau in der fruchtbaren Poebene widmeten; aber nichtselten drängten sie auch, wenn die rauheren Alpenbewohner mit kriegerischemUngestüm ihr eigenes Land mit räuberischen Einfällen heimsuchten, auf diesüdlicheren Landschaften im Osten und Westen des Apennin. Nachdem zuerstdie Jnsübrer sich am Ticinus niedergelassen und Mediolanium (Mailand)gegründet, die Ceno manen sich bis an die Etsch ausgedehnt und die StädteBrixia (Brescia) und Verona angelegt hatten, setzten neue Schwärme überden Po und drangen erobernd weiter nach Süden vor. Ein Keltenstamm,
Boier genannt, siedelte sich in der alten Etruskerstadt Felsina an, die vonden neuen Herren den Namen Bononia (Bologna) erhielt. Die Senönen.der Schwärm, der am weitesten vordrang, nahmen ihre Wohnsitze an derKüste des adriatischen Meeres von Rimini bis in die Nähe des „Ellenbogens",wo die Syrakusaner die Pflanzstadt Ancöna gegründet hatten. Lange Zeitwaren die Gallier in den Gegenden zwischen Alpen und Apenninen und ander adriatischen Küste die Herren des ebenen Landes und der reichen Weiden,aber ihre Herrschaft wurzelte nicht tief und gestaltete sich keineswegs zum aus-schließlichen Besitz.
Der für die Geschichte Italiens weitaus wichtigere Volksstamm sind die m MaUk-rindoeuropäischen Jtaliker, ein Sammelname, den sie sich nicht selbst ge-geben haben, mit dem sie vielmehr jetzt wissenschaftlich zusammengefaßt werden.
Nachdem sie viele Jahrhunderte gemeinsam mit den Griechen gelebt hatten,lange nach der Abspaltung der übrigen Jndoeuropäer, bemächtigten sie sich,ungewiß auf welchem Wege, der schönen Halbinsel, die sie bis zu ihrer Südspitzehin besetzten; ja sie überschritten sogar die Meerenge und drangen als Sikuler(§ 158) in Sicilien ein. Abgesehen von einigen kleineren Stämmen zerfallensie in zwei große Völkergruppen, die Umbro-Sabeller und die L a t i n e r. ^umbr°-1. Die Umbro-Sabeller werden aus sprachlichen Gründen zu einer Gemeinschaftvereinigt. Die Umbrer, deren Gebiet vom Tiber, Nar und der Küste um-umsrsrschlössen wurde, bildeten gleich den Etruskern einen aus selbständigen Stadt-gemeinden bestehenden Bundesstaat, dessen Vorort Ameria gewesen zu seinscheint. Die Sabeller wohnten in den Thälern und auf den Höhen deru. SabellerApenninen und breiteten sich allmählich über den größten Teil des mittlerenund unteren Italien aus. Bei ihnen herrschte der gottesdienstliche Brauch,in schweren Zeiten einen „heiligen Lenz" zu geloben. Infolge dieses Gelübdeswar alles im nächsten Frühling Geborene, Menschen wie Vieh, den unter-irdischen Göttern, vorzüglich dem Mars, geweiht; das junge Vieh wurde sofortgeopfert oder gelöst, die neugeborene Jugend aber zog nach Ablauf einer gewissenAnzahl von Jahren über die Grenze, um sich neue Wohnsitze zu erobern.
Durch diese Sitte steuerten sie der Übervölkerung und gewannen ihrem Volks-stamme weitere Gebiete. Zu dem großen sabellischen Stamme gehörten dieSabiner, ein abgehärtetes, kriegerisches und sparsames Volk zwischen den---sabimrApenninen und dem Tiber, mit den Städten Cures, Reate, Amiternum,
Nursia, Trebüla. Ihre Religion war Naturdienst. Die strenge Familien-und Geschlechterordnung mit allen sich daran knüpfenden Rechten der väterlichenGewalt und des Eigentums, die ergentliche Grundlage des römischen Staats-wesens, wurzelte in dem sabinischen Volksstamm. Die Samniten waren ders.SanmUenkräftigste sabellische Stamm; sie wohnten in offenen, auf beiden Seiten derApenninen aufgebauten Orten und waren zu einem Bunde vereinigt, aber ohne