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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

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bestimmenden Vorort. Streitbare und abgehärtete Hirten und Landleute,liebten sie die Waffenübungen und achteten die Freiheit als ihr höchstes Gut;Dem „Stier des Mars" zu Ehren, unter dem sie auszogen, nannten sie ihrenHauptort Bovianum; andere Samnitenstädte sind Aufidena, Artona, Caudium

°^A^und Beneventum (§ 184). Andere kleine sabellische Völkerschaften sind dieVolker- Picenter längs der adriatischen Seeküste vorn Fluß Aternus an, mit denichosten Adria, Cupra, Truentum; die Mars er, ein kriegsmutiges Volk

am Fuclner See; die Besten er mit Pinna; die Marru einer mit demHauptort Teäte; die Freut an er vom Aternus bis zum Frento; diePällgner mit den befestigten Flecken Corfinium und Sulmo. Auch dieLukaner, die das Gebiet der alten Oenotrer in Nnteritalien besetzten unddie griechischen Ansiedlungen an der Küste unterwarfen, gehörten gleich denCampanern um Capua und Cumä dem Stamme der Sabeller an. Aberdiese südwärts wohnenden Stämme nahmen von den unterjochten Griechen ander Küste mit der Bildung, Gesittung und Kunstfertigkeit auch den Luxus, dasWohlleben und die Verweichlichung an und gingen dadurch einem frühen Ver-fall entgegen. Die Oenotrer flohen vor den nachdrängenden Sabellern und be-setzten als Sikuler die große Insel Sicilien.

Alle sabellischen Völkerschaften standen unter einem aristokratisch-patriarcha-lischen Regimente und gehorchten Familienhäuptern oder Stammältesten, die in Kriegs-zeiten sich mit ihren Schutzgenossen oder Hörigen (Klienten) unter einen Oberherrn (Im-perator) stellten. Sie hielten auf Reinheit des Stammes und Geschlechts und schlössenihre Ehen unter dem Schutze der Obrigkeit. Ein abgehärtetes, kriegerisches Bauernvolk,führten sie in ihren offenen oder wenig befestigten Orten ein einfaches, nüchternes Lebenund schlichteten ihre Streitigkeiten lieber durch Schwert und Lanze als nach geschriebenemoder überliefertem Recht. Städtisches Leben entwickelte bei ihnen sich nicht oder nur ingeringem Grade; für den Handelsverkehr lagen sie zu fern, und dem Bedürfnis der Ver-teidigung genügten die Bergspitzen und die Schutzburgen, während die Bauern in denoffenen Weilern wohnen blieben, oder auch, wo Wald und Quell oder Wiese einem jeden gefiel.

Die am Meere vom Volturnus bis zum Laus, landeinwärts noch weiteri'. Osk-r nördlich, seßhaften Osker (Opiker) sind ein mit den Sabellern verwandter, vielleichtniit ihnen identischer Volksstamm, der meistens in Städten und befestigten Bnrgensiedelte. Zu ihnen gehörten: die Volsker mit den Hauptorten Antium undSuessa Pometia in der Nähe der pomptinischen Sümpfe; die Aequer,am linken Ufer des Anio und am Algidus wohnhaft, mit einem einstausgedehnten Gebiet, worin die reizenden Städte Präneste und Tiburlagen; die Hernlker (d. i. Felsenbewohner) auf den Höhen des Algidus.

2. Latinsr 2. Die Latiner, durch bestimmte sprachliche Eigentümlichkeiten von denanderen Jtalikern geschieden, waren ein kräftiges Landvolk im Süden des Tiberund wohnten in dreißig, durch Bundesverträge und eine gemeinschaftliche Tag-satzung zu einem Staatenbund vereinigten selbständigen Städten, unter denenAlbalonga, wenigstens in Kriegszeiten, den Vorrang hatte. Dieser Latiner-bund war die letzte Entwicklung der verschiedenen Dorfschasten und Weiler, die,aus Geschlechts- und Markgenossenschaften gebildet, lange in getrennter Selbst-ständigkeit bestanden, dann zu größerer Sicherheit sich in einzelne Gaue oderEidgenossenschaften mit einer zur Versammlung wie zur Verteidigung be-festigten Burg und Zufluchtsstätte, geeinigt hatten, bis endlich ein gemeinsamesFöderativband alle umschlang. Jährliche Tagsatzungen auf der gemeinsamenDingstätte im Hain der Ferentina bei der heiligen Quelle, das „Latinerfest"mit einem Opfermahl und Gottesfrieden zu Ehren des Jupiter Latiaris aufdem Albanerberge, Gegenseitigkeit der Ehen (Conubium), der Bürgerrechteund des Eigentumerwerbes (Commercium) verknüpfte alle Bundesglieder zueinem geordneten, freien Staatsverbande. Bei den Latinern blühte Acker-bau und bürgerliche Freiheit ohne Schutzhörigkeit (Klientel) und bevorrech-tigten Waffen- oder Priesteradel; eine gemeinschaftliche Sprache, gleiche aufNaturdienst gegründete und mit den Geschäften des Landbaus in Beziehung