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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

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dort die Freiheit, hier die Notwendigkeit. In der ganzen Natur verehrteder Jtakiker das Geistige und Allgemeine; jedem Wesen, dem Menschen wiedem Baume, dem Staat wie der Vorratskammer (xouus, daher xsuatss)ist der mit ihm entstandene und mit ihm vergehende Geist zugegeben, dasNachbild des Physischen im geistigen Gebiet. Jedes Ereignis und jede Thätig-keit in der natürlichen Welt, wie Ehe, Geburt, Arbeit, wird mit heiligemLeben ausgestattet. Dadurch sühlten sich die Gemüter der Menschen von dieserGötterwelt mächtig ergriffen und „gebunden" (nach der einen Ableitung des Wortesrsligio), freilich in ganz anderem Sinne, als wie die Griechen und auch wirdiesen Begriff verstehen. Die Römer „hatten nicht das Bedürfnis, das göttlicheWesen in ihre Herzen anzunehmen und es schwärmerisch zu verehren. Ebenso-wenig sahen sie in der Gottheit das Urbild des sittlich Guten, der durchTugend zu dienen der Menschen Pflicht ist; denn die Tugend war ihnen nureine Bürgerpflicht. Die roligio galt ihnen als eine Vorstellung von einemBunde zwischen Gott und dem Menschen. Sie umfaßte Verpflichtungen derMenschen gegen die Gottheit und umgekehrt und wirkte fast wie ein civilrecht-licher Begriff. Darum besteht auch ihr Gottesdienst fast nur in vorgeschriebenenäußerlichen Verrichtungen (Gebeten, Opfern, Reinigungen, Festen); er erstrecktsich nicht aus das, was wir Frömmigkert (nicht gleich der pistas) nennen. Soist ihm denn seine Religion nur eine Dienerin der menschlichen Gesellschaft, fürdie die Gottheit den Übelthäter bestraft und den Guten belohnt. Vor allemist der erhabene Gedanke der Unsterblichkeit den Römern verborgen geblieben.Praktischen Sinnes waren von den Römern alle religiösen Begriffe unter denGesichtspunkt der Nützlichkeit gebracht; darum kamen auch, ehe die GötterGriechenlands und die christliche Lehre in die nach Besserem dürstenden GemüterEingang fanden, Herz und Gemüt bei ihnen leicht zu kurz; es entsalteten sichbei ihnen nicht die lieblichen Sagen und die das Herz erquickenden Legenden;körper- und geschichtslos sind uns die italischen Götter, sie hatten weder einedeutliche, typisch gewordene Gestalt in der Phantasie noch eine sichtbare Stätteim Tempel gewonnen; es gab kein „Gotteshaus" bei ihnen, weder in denStädten der Menschen, noch in dem Gemüte der Gläubigen.dn°GEo- 8 162. Die 'älteste Kultur der Jtaliker. Aus welchem Wege der italischeitaliier von Stamm nach seiner Trennung von den Griechen in die italische Welt eine^"Jndo-°" gedrungen ist, läßt sich nicht mehr genau nachweisen; doch spricht die größere-uropäern Wahrscheinlichkeit dafür, daß er über die Alpen kam und von Norden nachSüden vordrang, zunächst der Ostküste entlang zog bis an den Furlopaß(nordöstlich von Arretium (Arezzos) und von da in das Tiberthal hinüberzogund schließlich die Meerenge bei Rhegion überschritt, um in Sicilien seinesüdlichsten Wohnsitze zu finden. Bei der Trennung von den Griechen hattendie Jtaliker, wie die vergleichende Sprachwissenschaft lehrt, schon die Stufe derHirtenvölker überschritten und waren mit den einfachsten Formen des Ackerbauswohl bekannt. Gerste, Hirse, Raps und deren Erzeugung kannten sie, die Be-reitung des Weines brachten sie bereits mit, und auch die einfachsten Gerätefür die Bebauung des Bodens hatten sie schon in der gemeinsamen Heimatangewendet. Das Material ihrer Werkzeuge, war meist noch Stein, doch voll-zog sich bei ihrem Einzüge in Italien der Übergang zur Bronzezeit (Z 1).DieZtaUker Als die Jtaliker in der Poebene einzogen, fanden sie in deren unermeß-Poebens lichen Urwäldern eine ligurische Urbevölkerung vor. Im harten Kampfe mitihr und mit den Eigentümlichkeiten des Landes gelang es den Eindringlingennach und nach, Boden zu fassen. Wie schwer es ihnen ward, sich zu be-haupten, beweist der Umstand, daß sie Wohl Jahrhunderte lang auf Pfahldörferngehaust haben. Die Natur ihrer Umgebung forderte sie auf, vor allem Vieh-zucht zu treiben, doch ging der Ackerbau nebenher: Jagd und Fischfang tratendagegen in den Hintergrund. DU Ausübung der Handfertigkeiten war nurgering; man verstand zwar die einfachste Töpferei, das Spinnen und Weben