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Erster Band.
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Erstes Kapitel: Land und Völker Italiens.

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§ 162.

und die Anfänge der Metallarbeit. Aber wir dürfen die italische Kultur derersten Epoche allerhöchsteres mit der ersten trojanischen (§ 66) vergleichen. Da-zwischen auftretende Zeugnisse einer höheren Stufe wird man Wohl der schonsehr frühzeitigen Einfuhr der Orientalen zuschreiben müssen, die den Weg auchin diese entlegene Wildnis fanden. In ihren staatlichen Einrichtungen gingendie ältesten Jtaliker Wohl kaum über den patriarchalischen Zustand hinaus.

Der Hausvater ist König und Priester, er verteidigt das Haus, er opfert denGöttern, er spricht an ihrer Statt Recht über die Hausgenossen. Doch scheintdie Existenz der ausgedehnten Pfahldörfer daraus hinzuweisen, daß es auchnoch größere Einheiten gab, in denen dann wohl die Mehrheit der Hausväterdie Entscheidung fällte. Denn neben der Blutrache gab es einen Anfang desgerichtlichen Verfahrens, der eine vereinbarte Buße zuließ.

Das Zusammenfassen eines Volkes in größeren Einheiten ist in der Regel ^ndr-ug-ndie Folge eines Druckes von außen. So war es auch bei den Jtalikern, dieetwa seit dem Jahre 1000 v. Chr. von den ebenfalls die Alpen übersteigendenEtruskern hart bedrängt wurden und sich zum Verlassen der Poebene und Aus-suchen südlicherer Wohnsitze genötigt sahen. So traten sie denn Von neuem dieWanderung an, überschritten den Apennin und breiteten sich zu dessen beidenSeiten aus. In dieser Zeit bildete sich die Metalltechnik aus und wirkte auchauf die Töpferwaren zurück. Aus ihr sind uns die großen Hausurnen er-halten, die ein Abbild des ältesten italischen Hauses, eines Rundbaues, dar-stellen. In jene Tage fällt auch eine intensivere Berührung mit dem Orient.

Die phönikischen Kaufleute legten in den neuen Gebieten zahlreiche Faktoreienan und brachten massenhaft orientalische, ägyptische und mykenische Waren inden Verkehr. Neben dem Vieh bildete von nun an das Kupfererz (ass) daswichtigste Tauschmittel. Doch wog der alte Gebrauch so vor, daß das Viehden Namen für den Wertmesser (xsouuia) hergab. Durch den Verkehr mitdem Orient wurde auch der Überschuß der sich stetig und stark vermehrendenBevölkerung abgeleitet. Die streitbare Jugend des Landes nahm Reisläufer-dienste in dem Heere der Pharaonen, und italische Krieger fochten an den ägyp-tischen Grenzen am Orontes und an den Nilkatarakten. Sich selbst zerfleischend,vernichteten die italischen Söldner des Ramses bei Migdol (Z 31) die Scharenihrer nach Süden nachdrängenden Stammesgenossen.

Die ursprüngliche Siedelung blieb bei den Jtalikern das Dorf, das sich Entwicklungin seltenen Fällen zur Stadt erweiterte. Das zugehörige Land wird anfangs,wie bei allen Jndoeuropäern, Gemeingut gewesen sein; aber schon sehr frühfinden wir bei den Jtalikern das Privateigentum ausgebildet. Nur die Ge-meinweide und die staatlichen Wälder gehörten noch der Gesamtheit. JedesDorf ward ursprünglich von eigenen Beamten verwaltet, aber, bei den Ost-italikern wenigstens, trat für die Einzelverwaltung der Stammverband ein, demz. B. alle Sabeller angehörten (Z 158). Im Westen dagegen wurde dieserStammesverband durch die Stadtgemeindeversassung gesprengt, die zugleicheinen Sieg der vornehmsten Gemeinde über die andern des Stammes bedeuteteund naturgemäß eine Adelsherrschaft herbeiführte. Die alte Stammeseinheitlockerte sich, und an ihre Stelle trat ein loser Städtebund. Der Stadtstaatist am Anfang unserer historischen Erkenntnis überall durchgerungen, amentschiedensten bei den Etruskern. In ihm konzentriert sich das öffentlicheLeben, in ihm die öffentliche Gewalt, die ursprünglich ein einzelner, danneine bevorrechtigte Klasse ausübte, bis die Gesamtheit der Freien an ihreStelle trat, eine Entwicklung, die die Geschichte aller italischen Staaten, vorallem aber des wichtigsten, des römischen, kennzeichnet.

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